….im Mittelmeer, der 17./18.10., ist nur schön. Wir trödeln in Adra, einer kleinen, ganz normalen, untouristischen spanischen Stadt, und legen in aller Ruhe ab. Motoren etwas weg von der Küste in der Hoffnung auf Wind, doch der kommt nicht. Wir motoren also wieder…aber ohne Schwell, leicht fahren wir durchs Wasser. und sehen Delphine! Alle, die wir bisher auf unsere, Törn vermisst haben, scheinen sich hier versammelt zu haben. Bestimmt hundert tummeln sich in weiter Ferne oder kommen neugierig an unser Boot. Wir können uns nicht sattsehen und freuen uns immer wieder.
Die Nacht wird spannend. Immer mehr Tanker tauchen auf und wir navigieren uns durch die Kolosse, die teilweise über 200 Meter lang sind. AIS und Radar sind eine unerlässliche Hilfe, das AIS gibt an, welche Geschwindigkeit das andere Fahrzeug macht und wann wir in welcher Entfernung aufeinandertreffen würden. Auch wenn wir Vorfahrt hätten, weichen wir dann lieber aus, mit diesen Monstern legen wir uns nicht an. Viele treiben einfach nur mit 0,5 Knoten, anscheinend ohne Fracht warten sie wohl auf den nächsten Auftrag, und es ist billiger, im Meer zu dümpeln, als in einem Hafen vor Anker zu liegen.
Gegen Morgen machen wir deutlich weniger Geschwindigkeit, der Strom dagegen wird stark. Aber um halb 11 sehen wir ihn dann doch vor uns liegen: The Rock – Gibraltar. Auf der anderen Seite ahnt man durchs Fernglas schon Marokko- Afrika. 11 Meilen sind die beiden Kontinente auseinander. Dass wir immer wieder Notrufmeldungen über ein Schlauchboot mit 50 Personen an Bord auf dem Weg von Marokko nach Spanien bekommen, wundert uns nicht.
Volle Fahrt voraus also – noch 8 Meilen. Und dann – Gibraltar!
