Blinder Passagier

Nachmittags auf der Überfahrt zum spanischen Festland sass er auf einmal neben uns, der kleine Vogel. Zerzaust, suchte er offensichtlich Schutz und eine Pause auf dem langen Flug über das Meer. Nicht scheu, hüpfte er auf dem Boot herum, sogar auf Peters Knie. Sesam, Rosinen, Haferflocken, Wasser verschmähte er.

Als es dunkel wurde, suchte er sich seinen Schlafplatz im Salon im Bücherregal – auf Fred Vargas (eine gute Wahl). Und pennte. Unbeeindruckt von unserem Kochen, von Gesprächen. Wir waren aber auch leise, um ihn nicht zu stören, machten kein Licht an, um ihn nicht zu irritieren.

Morgens hüpfte er dann wieder nach draußen, deutlich benommen. Suchte sich einen Platz auf der Rettungsinsel, da war es ihm wohl zu windig, dann auf dem Boden zwischen den Tauen.

Und starb dort, der Kleine.

Wir sind traurig. Wir hätten ihn so gern aufs Festland transportiert, ihn an einen Baum gesetzt in der Hoffnung, dass er dort Freunde findet. Aber er hat es nicht geschafft, kleiner Vogel.

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