Ab Torrevieja wird die Costa Blanca wirklich weiß – von Häusern. Sehr hübsch wirkt es dennoch und interessant – wir sehen es leider nur von weiter Ferne – wir sind eine Stunde Richtung offenes Meer gefahren in der Hoffnung, den Wind dort zu finden. Denn der hat uns mal wieder im Stich gelassen…20 Knoten waren angesagt, von hinten, wir wollten – hui – die Küste entlangrauschen, stattdessen motoren wir mal wieder. Sehen immerhin Delphine. Oder sind es Wale? Ein ganzes Rudel, das uns begleitet.
Am Horizont: ein Segel. Wir hadern. Hätten wir doch noch viel weiter aufs Meer fahren sollen, um den Wind zu fangen? Drei Stunden hätten wir mindestens gebraucht. Lohnt das? Wir sehen den Segler auf unserem AIS (dem Automatischen Identifizierungssystem), das alle Daten der Schiffe liefert. 3,2, Knoten macht er, der Segler. Und ist dreimal so groß wie wir…Wir sind beruhigt. War doch alles richtig.
Werden durchgeschaukelt. Kein Wind heißt: Wellen. Kleine, kabbelige von hinten, die genügen, das Boot ordentlich zu bewegen. Wir setzen Stützsegel, doch die schlagen um die Masten. Peter baut eine stabile Halterung für den Spi-Baum, damit wir darauf wenigstens die Fock setzen können. Das bringt etwas Ruhe, und etwas schneller werden wir auch.
Wir beschließen, nicht mehr zu hadern, sondern das Fahren zu genießen.
Um 19 Uhr sind wir am Kap der Almeria-Bucht. Etwas Wind kommt auf. Sollen wir doch weiter segeln, den Wind nutzen? Es wird kalt…
Wir bleiben. Suchen uns etwas Schutz hinter einem winzigen Vorsprung des Kaps. Frösteln. Essen unter Deck.
Gehen wieder nach draußen. Und staunen. Hinter uns ist Nebel aufgestiegen. Himmel und Wasser verschmelzen zu einer geheimnisvollen Wand. Vor uns in weiter Ferne – die Lichter von Almeria. Die Stadt soll sehr schön sein, und vor allem kommt man von da aus nach Granada, das ich Peter unbedingt zeigen möchte. Auf der Rückreise…Erstmal zieht es uns Richtung Westen.
Im buchstäblichen Sinne… Der Strom vom Atlantik macht sich schon hier bemerkbar.
Noch ca. 120 Meilen bis Gibraltar. Wir mummeln uns auf Deck ein, trinken einen Whiskey und freuen uns.
