Palma

de Mallorca erschlägt uns. Wir fahren zum Tanken und wollen uns eigentlich, wenn möglich, einen schönen Liegeplatz in Nähe der Kathedrale suchen. Doch das Gewirr der tausend von Masten irritiert uns so, das wir froh sind, ein Gebäude mit der Aufschrift „Porto de Mallorca“ mit einer Rufnummer zu finden. Es ist noch ein Platz frei. Wir fragen gar nicht nach dem Preis…es dauert, bis wir die uns zugewiesene Mooring finden, der Marinero, der uns beim Anlegen helfen soll, ist wie vom Erdboden verschwunden. Wir werden immer verzweifelter. Und so dauert es eine geschlagene Stunde, bis wir fest vertaut liegen. Eigentlich hatten wir gehofft, noch den Nachmittag vor uns zu haben, um in die Stadt gehen zu können…

Der Preis für die Marina versöhnt uns. Keine 50 Euro, das ist wirklich gut, inklusive Duschen (!) und: E-Bikes! Die kann man gegen Kaution tageweise benutzen. Genial.

Da wir zum einen ziemlich erschöpft sind, zum anderen doch noch etwas von Palma sehen wollen, Peter drittens endlich der Luftblase im Filter auf den Grund gehen will, bleiben wir zwei Nächte. Gehen abends in die Stadt und fühlen uns nach dem beschaulichen Fortnells und dem ruhigen Portopetro wie Marsmenschen unter Erdbewohnern. So viele Leute??? Die reden so laut! Und so viel! So viele Kneipen! Wer soll das alles essen?! Keiner schaut einem mehr in die Augen, die Bedienung hat es so furchtbar eilig, keine echte Freundlichkeit. Wir kehren aufs Boot zurück (nachdem wir die SIM-Karte erstanden haben, siehe à Internet). Und schauen von da in die Sterne…

Am nächsten Tag heben wir uns akklimatisiert. Palma haut uns immer noch um, aber im positiven Sinne.

Wir schauen vom Boot aus auf den Malecon, auf die Hafenpromenade, auf der Jogger traben, Skater speeden, Radler ihre Hunde ausführen. Dahinter Palmas luxuriöse Hochhäuser. Stundenlang könnten wir dem Stadtleben zuschauen.

Und dann die Altstadt: Wie gelungen Moderne und Altes verbunden sind, wie geschmackvoll die Geschäfte, wie bezaubernd die Verzierungen der alten Häuser! Auch der Konsumterror hat uns wieder, zumindest mich. Ich staune von Geschäft zu Geschäft – und bleibe eisern. Das Taschengeld fließt in Dieseltank und Hafengebühren!

Peter arbeitet währenddessen auf dem Boot – ich weiß, das ist keine nette Arbeitsteilung, aber er schwört, er kann mich da gar nicht gebrauchen!- und findet die Ursache der Luftblase – eine undichte Dichtung des Wasserabscheiders. Hoffen wir’s.

Abends radeln wir gemeinsam in die Stadt, auf dem Malecon, zwischen den Joggern und Skatern, ein Saxophonspieler entlockt seinem Instrument schönste Melodien – es ist magisch.

Und so legen wir mal wieder schweren Herzens ab. Auch hier hätten wir es durchaus noch ein paar Tage ausgehalten…

 

 

 

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