17.10. Morgens im Hellen aufzuwachen, wo wir in der Dämmerung gelandet sind, ist immer wieder spannend. Die Bucht verliert leider ihren Charme. Der Nebel hat sich gelichtet. Was wir eine Burg wähnten, entpuppt sich Hotel. Das Meer allerdings ist so kristallklar, dass wir nicht anders können, als noch vor dem Frühstück schwimmen zu gehen. Selbst Peter, der normalerweise nicht mal den kleinen Zeh ins Wasser taucht, wenn es unter 25 Grad hat, findet es herrlich. Und hier hat es nur noch 21 Grad…
Wir passieren die Bucht von Almeria. 22 Meilen lang…. Das Gesicht der Küste ändert sich. Flacher wird es, und bebaut. Kilometerlang mit Gewächshäusern. Da also kommen Tomaten, Paprika aus Spanien her. So schmecken sie auch.
Wir essen ja sowieso gern und gut. Noch wichtiger aber ist das Essen an Bord auf einem langen „Schlag“. Es unterteilt den Tag. Es verbraucht Zeit. Das Tischdecken, Zubereiten, Kochen, Abwaschen. Sich wieder freuen auf die nächste Mahlzeit. Das ist wichtig.
Seit wir in Spanien sind, sind wir nicht mehr so glücklich mit den Zutaten. Wie frisch war alles in Italien, direkt von den Bauern! Mangos, die mich in der Markthalle von Cartagena anlachten, kamen aus Tirol… Obst, Gemüse, hier alles etwas lasch.
Auch enttäuschend: die Kuchen. Nachmittags gibt es bei uns Tee und süße Stückchen dazu, was auch immer der Bäcker hergibt. Auch darauf freuen wir uns jeden Tag. Gestern: die Krönung. Aus Versehen ist ein Blätterteigteil in unseren Einkaufskorb gewandert, das überzuckert war mit Guss, bedeckt nochmal mit Puderzucker Und dick gefüllt war mit Nutella…Einen Bissen haben wir probiert, den Rest haben die Fische bekommen. Vielleicht haben die sich gefreut?
Obstkuchen, kleine Törtchen, wie sie die Franzosen zu fabrizieren verstehen, köstliches Mandelgebäck wie aus Kalabrien, Sizilien – Fehlanzeige. Ans Brot- und Kuchenbacken wagen wir uns nicht, weil wir nicht mehr so viel Gas haben und die Frage, welche Gasflasche unterwegs wie wo gefüllt werden kann, noch nicht hinreichend geklärt ist. Mit Gas sind wir also etwas geizig…Der nächste carrefour-Supermarkt hat Biskuitboden. Und Pfirsiche aus der Dose. Da schlagen wir zu!
Die ganze Küste bleibt mit Gewächshäusern gepflastert. Viele Fischern sind in ihren kleinen Booten unterwegs, denen wir ausweichen müssen. Wir müssen ganz schön aufpassen! Trotz Flaute den Autopiloten fahren lassen und unter deck verschwinden, geht nicht. Es ist aber schön. Gleichmäßige kleine Wellen, alles friedlich.
Um 19:30 erreichen wir Adra, eine Stadt, die, so der Hafenführer, mal vom Bergbau lebte. Es kommt ein bisschen Wind auf…Sollen wir durchstarten? Aber es wird wieder so kalt! Wir bleiben. Suchen uns ein Eckchen vor der Hafenmauer und ankern. Kochen Spaghetti, mit Tomatensoße (aus der Dose), trinken einen Wein – und sind zu müde, um ins Städtchen zu paddeln. Wie schade.
