Cartagena

Am 8.10. kommen wir in Cartagena an, eine Empfehlung holländischer Segler, die wir auf Ibiza kennengelernt haben. Cartagena, eine gute Marina, günstig, sauber, nett, was will das Seglerherz mehr. Eine Wäscherei haben sie auch…

Wir kommen um 15 Uhr an, es gibt Platz, kein Problem, man hilft uns beim Anlegen, alles prima. neben uns ein deutsches Seglerpaar, Aussteiger, die ganz auf dem Bot leben. Und uns noch viele Geschichten erzählen werden…

Erstmal aber hilft Bernhard beim Anlegen, so unproblematisch sind wir in noch keine Box gekommen. Übermorgen wollen wir wieder weiter…Ich seufze etwas, weil ich das Hetzen leid bin und gern mal mehr als ein paar Stunden an einem Ort verbringen würde. Aber die drohenden Stürme im Mittelmeer ab Oktober..und die Karibik ruft doch…

Der Sturm kommt schon jetzt, wie wir zum Glück rechtzeitig aus dem Wetterbericht ersehen können. 40 Knoten gegen uns „draußen“ vor Spanien. Das tut sich niemand an, der bei Sinnen ist. Wir bleiben also hier. Bis Samstag, mindestens. Ich find’s gar nicht so schlimm…

Wir laufen durch Cartagena, eine ganz untypische weil untouristische Stadt. Hübsche Fassaden. Erstaunlich, denn 1938 wurde der Ort von Deutschen und Italienern in Schutt und Asche gelegt, weil die Bewohner Republikaner waren und nicht mir Franco kooperieren wollten. Das lernen wir im Museum über den spanischen Bürgerkrieg, das sehr eindrucksvoll demonstriert, wie die Menschen damals gelebt, gekämpft und gelitten haben. Nie wieder Krieg!

Ein Eis (bei weitem nicht so gut wie Ibiza oder in Italien), eine Cana, ein Bier. Dabei lernen wir Besatzungsmitglieder der „Humboldt“ ,  berühmt aus der Becks-Werbung, kennen. Tagsdrauf besichtigen wir kurz das Schiff – ist das noch so zu nennen? Das ist eine Fabrik!

Wir suchen eine gescheite Kneipe. Tapas, die legendären „Miniportionen“ auf Untertellern, mit denen man die Gläser abdeckte,  gibt es nur sehr fleischlastig, nichts für uns. Etwas nettes finden wir leider nicht. Plastikstühle, ungemütlich, oder nur drinnen. Wir sind essenstechnisch etwas frustriert. Verwöhnt noch von Italien.

Bernard und Beate vom Nachbarboot besuchen uns. und erzählen und erzählen und erzählen. Unsere Augen werden größer und größer. So kann man auch leben! Ganz  auf dem Boot, alles aufgeben. Dahin segeln, wohin der Wind es will -und nicht, wie der Routenplan es vorgibt. Beeindruckend. Unheimlich nett sind die beiden, sie geben uns noch jede Menge Tipps.

Und dann stürmt es nicht nur, es regnet. Und ist kalt. 20 Grad! Brrrhhh….Morgen, Freitag, soll es besser werden. Samstag gehts dann weiter – hoffentlich, denke nun auch ich. denn ich freue mich auf neue Entdeckungen. Marokko, zum Beispiel.

 

 

 

 

 

 

 

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