„Duschen? Hinten rechts“, bescheinigt der Hafenmeister, und ich strahle. Wir haben in der Marina von Zakynthos angelegt, 25 sm auf der Karte, 37 gefahren, wie meistens im Zickzackstich, also gekreuzt. Der erste Eindruck von Zakynthos ist ein freundlicher, toskanisch sieht es hier aus, etwas hügelig, bewaldet. Endlich mal wieder ein schöner Ort!
Und dann – endlich wieder duschen! Die Dusche – ich möchte allen Leserinnen und Lesern Einzelheiten ersparen. Unsere Süsswasserdusche mit einem Stück angegammeltem Schlauch (das natürlich baldigst ersetzt wird – sobald wir wieder Schlauch kaufen könne, aber hier gibt’s ja nix!) ist tausendmal hygienischer und besser als das, was in der Marina als „Dusche“ verkauft wird! dennoch, ich habe endlich wieder kämmbare Haare.
Aber der Ort sieht verlockend aus, nach netten Bars, Cafés…Also überwinden wir unsere Müdigkeit und ziehen los. Wären wir nur an Bord geblieben und hätten den Blick genossen! Es ist laut, eine Kneipe neben der anderen, Burgerfactory, Pizza – was das Pauschaltouristenherz begehrt. Die Vorstellungen von Glück sind eben verschieden – unsere sind: klares Wasser, nette kleine Kneipen, entspannte, freundliche Menschen, Katzen! Die gibt es hier auch nicht. Und das sagt doch alles.
Ruhe ist uns auch auf dem Schiff nicht vergönnt, es kommen riesige Fähren, die Schwell verursachen und uns zum Schaukeln bringen. Morgens um halb sieben trifft sich die Jugend vor unserem Boot, um zu palavern – wahrscheinlich von den Erlebnissen der vergangenen Nacht- , die Mofas aufheulen zu lassen…wir müssen weg. Schleunigst!
Wir studieren die Wetterkarte – heute oder morgen nach Sizilien aufzubrechen, macht gar keinen Sinn. Wir haben den Wind gegen uns. Also erstmal nach Norden, ans Kap der Insel…
