Peleponnes/Pylos

Wir ankern in Pylos vor der Marina, in der Navarino-Bucht, „durch die Seeschlacht von 1827 in aller Welt bekannt“, so Gerd Radspieler in seinem Törnführer. Äh, Bucht von Navarino? Nö, nie gehört. In dieser ca. 10 Kilometer langen Bucht lagen damals 89 Kriegsschiffe der Türken und Griechen vor Anker, die sich dort die entscheidende Schlacht lieferten. 53 Schiffe der Türken versenkten die Griechen mit Hilfe Großbritanniens, Russlands und Frankreichs und gewannen damit ihre Unabhängigkeit.

Wir schnorcheln über das ehemalige Kriegsgebiet, und das ist nicht nur deshalb nicht so genussvoll, weil das Wasser trübe ist, ich habe auch das Gefühl, über einen riesigen Friedhof zu schwimmen…

Was die Schlacht den Griechen noch immer bedeutet, haben wir vor ein paar Jahren Ostern auf Samos erlebt. Die Osterprozession wurde angeführt von den Dorfjugend die nach Herzenslust schwarzpulvergefüllte, selbstgebastelte Bömbchen warfen, die ganze Brocken von Bordsteinen wegsprengten. Sie proben, sagten sie, immer wieder für den eventuellen Angriff der Türken…Wir fühlten uns wie im Bürgerkrieg, Popen, alte Mütterchen und der Rest des Dorfs verzogen keine Miene und folgten den bombenden Bengeln gemessenen Schrittes…

Abends nehmen wir das Dinghi und steuern Pylos selber an, wir gehen über die Marina an Land, die sich als gruselig erweist. Dreckig, dunkle Ecken, dunkle Gestalten…

Die Stadt selbst ist ganz nett, die Häuser geben sich hochherrschaftlich, viel Verkehr – wir sind das von unseren kleinen Kykladen-Inseln gar nicht mehr gewohnt und brauchen es auch nicht. Aber das Bier unter den Platanen auf dem Platz unter dem Kriegerdenkmal für die in der Seeschlacht gefallenen schmeckt…

 

 

 

 

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