Die Peleponnes

1.8. 2016 / Wir verschlafen. Um 9 erst wachen wir auf, kein Wunder nach dem Tag gestern, außerdem war die Nacht nicht so richtig ruhig, da die Bucht zum Meer hin sehr offen ist, steht Schwell, also Wellen, hinein, und bringt das Boot zum Schaukeln. Die ganze Nacht…

Dafür ist das Schnorcheln schön, und wie immer entschädigt uns das Schwimmen im Meer vor dem Frühstück für alle Segelunannehmlichkeiten. Dann aber los – die Wege in der Peleponnes sind weit!

Der Tag zeigt, wie schön ein Segeltag sein kann. Der Wind ist nicht zu stark, reicht aber zum Segeln, und vor allem bläst er gleichmäßig, ohne die ruppigen Böen in der Ägäis.

Um 16 Uhr schon erreichen wir Limin Kagio. In dieser kargen Gegend, schreibt der Törnführer, waren die Menschen früher so arm, dass sie im Sommer das Meersalz von den Felsen kratzten und es verkauften. Fehden zwischen den Nachbardörfern gab es, Blutrache war an der Tagesordnung. Nur gegen äußere Feinde schlossen sich alle wieder zusammen.

Die Häuser dieser Familien stehen zum Teil noch heute, wir sehen sie von der Bucht aus – Türme, teils verfallen, teils wieder aufgebaut und bewohnt. Gern würden wir dorthin wandern, aber es ist zu weit. Die Architektur – ganz anders als auf den Kykladen, es sieht eher schon italienisch aus. Die Häuser aus Stein, nicht verputzt, mit roten Giebeldächern, die Wohntürme, zwei, drei Stockwerke hoch, schmal, mit Flachdach.

Beim Wandern in den winzigen Ort stellen wir fest, dass diese Türme entweder nachgebaut oder restauriert als Feriendomizile dienen, und zwar als sehr attraktive. Etwas Tourismus gibt es hier, Italiener zumeist, und die drei kleinen Tavernen bemühen sich nach Kräften und mit aller Freundlichkeit. Eigentlich wollten wir selber kochen, doch dann beschließen wir, die örtliche Gastronomie zu unterstützen und essen zu gehen. Und bereuen es nicht. Die Speisekarte ist griechisch, übersetzt in phantasievolles englisch, wir bestellen „garlicmix“, d.h. Tsatsiki, Pommes und suchen uns einen Fisch aus, den der Wirt uns in seinem großen Eisschrank präsentiert. Etwas anderes gibt es hier auch nicht – Kalamaris und Fisch, Fisch und Kalamaris. Das macht gar nichts. Der Fisch, gegrillt, ist der beste, den wir seit langen Zeiten gegessen haben. Dass die Pommes nicht dazu, sondern davor serviert werden – egal.

Wie gern würden wir, wie so oft, noch bleiben, das Gelände erkunden, die Gegend und die Menschen kennenlernen. Aber wir müssen weiter, die Peleponnes sind groß, wir haben noch Italien, Frankreich und Spanien vor uns, und Mitte Oktober …Gibraltar.

 

 

 

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