Wir holen früh den Anker hoch, unser nächstes Ziel ist 42 sm (auf der Karte!) entfernt. Wir wollen so weit wie möglich hoch auf die Peleponnes, damit der Weg querab nach Sizilien nicht so weit ist.
Wir sind zu früh. Der Wind lässt sich nicht blicken. Hat er in der Ägäis uns gejagt, versuchen nun wir, ihn zu fangen. Keine Chance. Das Meer ist spielglatt. Wir motoren.
Und sehen Delphine! Drei! Sie kommen näher und schwimmen ganz dicht am Boot. Das Wasser ist glasklar uns so können wir genau sehen, wie sie sich balgen, untereinander durchtauchen, wie elegant sie sich bewegen. Was für schöne Tiere! Wir können uns nicht sattsehen. Da wir nicht mitspielen, drehen sie irgendwann ab. Schade…
Wir bekommen eine Navtex-Nachricht. Von der NATO. Die informiert, dass sie in Sachen Terrorismusbekämpfung unterwegs ist im Ionischen Meer, dem Thyrrenischen Meer und der Strasse von Sizilien und bittet freundlich um Kooperation und um Auskunft, falls wir angefunkt werden. Wir möchten bitte melden, falls uns etwas Ungewöhnliches auffällt…Und wir dachten, hier sind wir sind wir weit weg vom Terrorismus…
Wir halten Ausguck, nicht, weil die NATO uns gebeten hat, sondern weil sich das auch auf einem ruhigen Meer so gehört, und entdecken ein braunes Bündel, auf 11 Uhr. Oh nein! Ein Flüchtling womöglich? Der Gedanke, dass wir auf – hoffentlich noch lebendige -, oder aber eben ertrunkene Flüchtlinge treffen könnten, begleitet uns sowieso. Wir kommen näher. Ein Hut??? Da hebt der Hut das Köpfchen. Eine Schildkröte! Klein, ganz allein schaukelt sie auf dem Wasser. Es ist hier über 100 Meter tief. Wie bekommt sie zu fressen? Nein, wir holen sie nicht an Bord, sondern überlassen sie ihrem Schicksal…
Sage also niemand, dass das Segeln langweilig ist!
Um 15 Uhr laufen wir in Katakolon ein, der letzte Hafen vor der Überfahrt nach Sizilien. Hier wollen wir ordentlich einkaufen, damit wir vorkochen können (wir rechnen mit drei Tagen und wollen während des Segelns nicht unbedingt lange in der Küche stehen).
Und ich hoffe darauf, dass es eine im Törnführer angekündigte –>Marina wirklich gibt, damit ich mir nun doch endlich mal die Haare mit Süsswasser waschen kann – unsere Süsswasserpumpe wird ihrem Namen leider noch nicht gerecht, weil ein verrottetes Stück Schlauch daran hängt, das vermodertes Wasser liefert.
Indes – wir werden enttäuscht. Ein Supermarkt entpuppt sich als Miniausgabe mit wenig Angebot, den anderen verlassen wir fluchtartig, weil es darin dermaßen nach Schimmel riecht, dass uns fast schlecht wird. Und sonst: Souvenirläden en masse mit Dingen, die kein Mensch braucht. Katakolon ist Anfahrthafen für Kreuzfahrtschiffe. Ein großes Schild am Hafen weist darauf hin, wem das zu verdanken ist: 12Millionen und ein paar zerquetschte hat die EU gestiftet…
Die Marina, angeblich im Bau, hat davon nichts abbekommen. Ein Schiffsfriedhof, mehr nicht, keine öffentlichen Duschen, schon gar keine Facilities, wie wir Verwöhnten sie aus Kos oder gar Marmaris und Bodrum kennen. Wieder nichts mit Haarewaschen.
Katakolon und wir, wir werden wohl keine Freunde…
Zudem ist es heiß in Katakolon. Eigentlich wollten wir von hier aus nach Olympia, aber bei der Hitze verschieben wir den Ausflug auf irgend einen Herbst. Falls wir wirklich wieder kommen.

Hallo ihr zwei, nach der Lektüre eurer bisherigen Reise verstehe ich so langsam, warum Odysseus so lange gebraucht hat, bis er nach Hause fand: es lag wohl am Kacheln…alles Gute weiterhin – auf See und an Land. Petra
Danke! Gut zu wissen, dass man en großes Vorbild hat…das erklärt alles. Ich versuche übrigens gerade wirklich, die Ilias zu lesen, zwar nicht auf griechisch, sondern auf deutsch, schwierig trotzdem…was ist bloss aus den Griechen und Griechenland geworden…diese Insel ist schlimmer als Mallorca…liebe Grüße!!!