Methoni, Peleponnes

Der erste Blick vom Bett aus der Luke: ein altes Kastell, davor kleine Fischerboote. Idyllischer kann man gar nicht aufwachen, zumal Billie Holiday singt, Peter in der Küche, pardon Kombüse, klappert und Kaffeegeruch durchs Boot zieht…

Ich krabbele an Deck und glaube, wir sind in Italien gelandet. Lago Maggiore zum Beispiel. Die Häuser sehen ganz so aus. Grün ist es hier. Palmen! Übermannshohe Sonnenblumen, Malvenbäumchen! Aber nein, wir haben uns nicht geirrt, wir sind noch in Griechenland. Mit eindeutig italienischem Einschlag, das Fort ist venezianisch.

Wir haben es gut getroffen gestern Nacht, ideal geankert, keine Boote, keine Felsen gerammt…Wir gehen schwimmen, das Wasser ist toll.

Kurz darauf bekommen wir Besuch von einem jungen Pärchen, Elena und Lucas, sie Französin, er Argentinier. Sie kommen mit ihrem Dinghi – mit selbstgebasteltem Trapezsegel – und wollen uns mal begutachten, weil unser Boot in etwa so alt ist wie ihres – ein Jahr jünger, wie sich herausstellt. Auch ein Oldtimer also.

Seit drei Jahren leben sie auf dem Boot und zigeunern durch das Mittelmeer. Fluchen auf die wechselnde Winde, die alle halbe Stunde eine andere Segelstellung erfordern. Wenn die die Ägäis kennen würden…! Sie leben von Arbeiten, die gerade irgendwo anfallen, Lucas kann gut Boote reparieren, im Sommer verkaufen sie Makrameeschmuck. Läuft ganz gut, sagen sie, und viel zum Leben braucht man auf dem Boot nicht – etwas zu essen und Wein! Wie wahr. Sie wollen auch über den Atlantik, allerdings nach Brasilien abbiegen. Echte Seezigeuner, die ohne Motor segeln und Flauten aushalten. Auch sie wollen nach Sizilien, wir hoffen, dass wir uns da wieder treffen. Dann ziehen sie weiter mit ihrem Segeldinghi.

Wir gehen einkaufen und finden den Ort nicht so ganz toll. Ein bisschen angegammelt, aber ohne Charme. Deshalb legen wir ab, Richtung Pylos, grade mal um die Ecke, 8 sm. Und, oh Wunder, wir können richtig schön segeln, mit 3-4 Beaufort. Na also, geht doch!

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