Almerimar

16.8.2017

Wir motoren, weiter an endlosen Gewächshaussiedlungen vorbei. Almerimar hatte uns ein österreichischer Segler empfohlen, wir wollen mal einen Blick werfen, die Stadt selbst, so unser Törnführer, soll nicht schön sein.

Da finden wir nun gar nicht.

Sicher, es ist eine Retortensiedlung, in den 70er Jahren rund um die Marina entstanden, aber sie ist architektonisch ganz gut gemacht, keine Scheußlichkeiten wie anderswo gesehen. Und es gibt jede Menge Kneipen und kleiner Läden, Leben. Spanisches Leben.

Wir bleiben erstmal ein paar Tage. Der Wind soll am Wochenende zunehmen und aus Nordost, also gegen uns, kommen. Das wettern wir lieber hier ab. Christa und Hartmut, die wir in der Marina del Este kennengelernt hatten, sind auch hier. Und dann ziehen wir nächste Woche weiter nach Cartagena, unserem Endhafen.

Vor Adra…

15.8.2017

..wollen wir noch einmal ankern, denn danach sieht es mit Ankerplätzen schlecht aus. Noch einmal baden, ungeachtet der letzten Erfahrungen.

In Adra waren wir auch auf der Hintour, und gerade, dass es eine völlig untouristische Stadt ist, hatte uns so gut gefallen.

An den Schwell kann ich mich allerdings nicht erinnern…es schaukelt ordentlich.

Wir fahren mit dem Dinghi in den Hafen, um einen Abendbummel durch das Städtchen zu machen. Aber wo festmachen? Bei den Fischern? Wir versuchen es. Ein grimmig ausschauender beobachtet uns, ich frage höflich an, ob wir hier bleiben können. Das ist privat, ist die barsche Antwort. Nur für eine, eineinhalb Stunden? Das ist privat! Dackelblick. Na gut, ausnahmsweise. Für eineinhalb Stunden. Und er dreht sich um und geht weg. Ach, Portugal…

Das beeinträchtigt unseren Bummel ein wenig. Ich will nicht später zum Dinghi zurück als versprochen. Ich habe von Seglern gehört, die ihr Gummiboot für teuer Geld bei der Polizei auslösen mussten, weil diese es als angeblich herrenloses konfisziert hatten…

Das Bier an der Hafenpromenade ist dann doch nett. Ob uns als Einheimische in Baden-Baden Touristen auch so neugierig beobachten wie wir die Spanier hier…????

Das Mittelmeer

14.8.2017

Hatten wir uns je danach gesehnt???? Das muss in einem anderen Leben gewesen sein. Entlang der spanischen Küste jedenfalls ist es scheußlich. Das Wasser dreckig, verseucht vom Düngen der Tomaten unter den Millionen von Gewächshäusern, die die Küste säumen und jegliche Natur versauen. Das ist der Preis für die billigen Tomaten im Winter…

Plastik noch dazu in Massen, Quallen! Nicht die hübschen, wenn auch noch giftigeren portugiesischen Galeeren, sondern Medusen. Schöner Name, fiese Tiere.

Wir stoppen in der Marina del Este. Ich habe morgens angerufen und versucht, auf spanisch, zu reservieren. Die Marina ist sehr klein, aber auch sehr fein. Die Antwort klang positiv. Nun bedauert der Marinero. Kein Platz. Ich wusste es, mein Spanisch…Ich versuch’s noch ein Mal. Ich hatte doch morgens angerufen…??? Ah ja? Er blättert. Alles klar. Wir bekommen einen Platz. Er strahlt. Ich auch.

Wie angenehm ist es dort! Und dann lernen wir auch noch Christa und Hartmut kennen, sehr nett. Die Wellenlänge stimmt, wir verabreden uns auf einen Wein am Strand.

Uns sehen uns künftig hoffentlich öfter. Die beiden bleiben auch im Mittelmeer.

Am Morgen gehen wir noch schwimmen in der Bucht nebenan. Die ist leider durchsetzt von unsichtbaren großen Steinen. Hohe Wellen. Ich fürchte um meine Zehen, ein gebrochener reicht mir.

Peter erwischt eine Qualle, diese fiese Medusa. Also, das Mittelmeer meint es nicht so gut mit uns….

Neue Winschen

12.8.2017

Sie stehen einfach so rum beim Shipchandler in Benalmmadena. Selbstholende Winschen für die Fock. Gebraucht, aber gut erhalten.

Lange haben wir sie uns gewünscht, ja, herbeigesehnt. Bei selbstholenden Winschen klemmt man die Schot in eine Führung ein, so dass es automatisch weitergedreht wird. Bis jetzt mussten wir ja kurbeln und gleichzeitig das Seil führen. Ich zumindest bin da bei Starkwind vollkommen an meine Grenzen geraten.

Das hat nun ein Ende! Der Preis – ein echtes Schnäppchen. Grandios.

Der kleine Haken: Natürlich müssen die neuen Superteile noch eingebaut werden und natürlich geht das nicht, wie Peter zuversichtlich meint, mal so eben. Das Foto zeigt Peter beim Schraubenkopfabfeilen. Je Winsch 6 (sechs) Schrauben…

Granada

12.8.2017

Beflügelt von den Erlebnissen in Màlaga und den guten Buserfahrungen wagen wir uns weiter. Nach Granada, der Hauptstadt Andalusiens, nochmal zwei Busstunden von Màlaga entfernt. Dort steht die Alhambra, einst maurischer Palast und Festung. Ein wunderschöner Bau, noch schönere Gärten. Ich hatte sie vor langer Zeit einmal besucht und war so beeindruckt und begeistert, dass ich sie Peter unbedingt zeigen möchte.

Wir fahren mittags, schließlich haben wir dazu gelernt. In der Mittagshitze eine Stadt zu besuchen, ist vollkommener Unsinn. Wir sitzen im Bus, klimatisiert! Denken wir.

Das haben mit uns zig andere Touristen gedacht. Der Bus von Benalmàdena nach Màlaga, wo wir umsteigen müssen, ist so voll, dass er ordentlich Verspätung hat.

Den Bus nach Granada sehen wir grade noch von hinten.

Nicht weiter schlimm, es gibt genug Cafés in der Nähe.

Eine Stunde später als geplant also fahren wir nach Granada. Müssen dort noch einmal umsteigen, um in die Innenstadt zu kommen. Zur Alhambra? Nochmal umsteigen, den kleinen Bus nehmen. Es wird jetzt doch etwas mühselig…

Ein Flugblatt, an die Mauer neben der Haltestelle geklebt, informiert uns, dass die Gewerkschaft der Busfahrer nicht schläft. Die Fahrer streiken! Und zwar genau auf unserer Linie, der zur Alhambra. Es gibt Ersatzverkehr, aber der rollt spärlich.

Eine halbe Stunde später rollen wir mit. Eingequetscht wie die Sardinen bei gefühlt immer noch 40 Grad.

Da – die Alhambra! Tickets! Tickets? Ich kann mich nicht erinnern, damals eines gebraucht zu haben, aber egal, stellen wir uns halt an. Braten in der Sonne. Der Zugang zum Schalter wird versperrt. Nach einer halben Stunde habe ich die Nase voll und werde unhöflich, weil laut. Es gibt kaum noch Wartende vor den Schaltern, also bitte!

Der Mensch, der den Besucherstrom, versucht zu regeln, dreht sich um.

Ausverkauft. Die Alhambra ist ausverkauft.

Uns fällt die Kinnlade herunter. Das hätte er uns ja auch früher sagen können. Außerdem: Wie geht das denn? Man muss doch durch die Gärten laufen können, das wird reglementiert? Anscheinend. Später lesen wir, dass es ratsam sei, Tickets Monate im Voraus zu buchen. Und dass es frei zugängliche Teile der Alhambra gibt, doch die sind uns leider nicht als Alternative empfohlen worden.

Wir dackeln geknickt zurück in die Stadt. Die uns bei weitem nicht so gut gefällt wie Màlaga. Es ist rummelig, viele Touristenshops, die den immer gleichen Ramsch verkaufen. Normale Läden haben an einem Samstagnachmittag geschlossen, viele Urlaub. Aber wir müssen ausharren. Erst um 21 Uhr geht der Bus, für den wir Ticket und Platzreservierungen haben.

Gegen 23 Uhr sind wir wieder in Màlaga und wollen uns für den nicht so ganz gelungenen Tag mit einem entspannten Wein in der schönen Altstadt belohnen.

Doch auch hier werden wir enttäuscht. Màlaga feiert – und Hunderttausende feiern mit, überfluten die Straßen, mehr oder weniger alkoholisiert. Vom Charme, der uns am Tag vorher noch gefangengenommen hatte, ist nicht viel übrig.

Wir finden dann doch noch eine etwas ruhigere Kneipe, bevor uns zu unserem Bus aufmachen. Und stehen wieder vor einer nicht enden wollenden Schlange. Drei Fahrgäste vor uns schliesst der Fahrer wegen Überfüllung die Türen.

Zum Glück fahren die Busse häufig und zwanzig Minuten später ergattern wir dann im nächsten einen Platz in der ersten Reihe. Sehen zu, wie sich da Schauspiel wiederholt, verzweifelte Fahrgäste betteln, noch mitgenommen zu werden. Mit gehöriger Verspätung ruckelt der Bus ab.

Um zwei endlich kommen wir wieder auf dem Boot an. Und können nur sagen: Außer Busfahren heute leider nicht viel gewesen…

(Fotos gibt’s leider auch keine, Fotoapparat vergessen…)

Màlaga

11.8.2017

Ach, Màlaga. Was für eine schöne Stadt.

Für etwas mehr als einen Euro nehmen wir den Bus von Belmàdena in die zweitgrößte Stadt Andalusiens, etwa 25 Kilometer entfernt.

Und kommen in eine Oase. Gärten, Parks, Alleen, von Zitrusbäumen gesäumte Straßen. Wunderschöne alte Häuser, dazwischen: viel moderne Kunst. Es ist grandios.

Wir ächzen in der Mittagshitze (das fällt auch nur Touristen und Deutschen ein) auf’s Castillo – und werden dort mit einem wunderbaren Blick belohnt.

Zurück geht es deutlich einfacher und schneller. Wir stromern durch die Gassen und landen eher zufällig vor dem Picasso Museum.

Picasso wurde in Màlaga geboren! Wusste ich Banausin mal wieder nicht. Und hat verfügt, dass Teile seiner Werke in seiner Geburtsstadt posthum ausgestellt werden.

Die Ausstellung ist nicht groß, aber exemplarisch, und wohltuend ist, dass es per Kopfhörer auf deutsch Erklärungen dazu gibt – aber auch nur an ausgewählten Beispielen.

Bereichert und wie aus einer anderen Welt kommend, fahren wir zurück nach Benalmàdena.

Wie trivial, wie absurd, wie vollkommen überflüssig wirkt dagegen diese Retortenstadt mit ihrem Rummel, ihren 08/15 Restaurants und Fressbuden.

Wir flüchten aufs Boot. Da kriegt man davon nichts mit.

Die Costa del Sol…

Benalmadena, 10.8.2017

…ist gar nicht so schlimm, wie wir immer dachten. Zugebaut, schon, aber es gibt immer auch mal Wald zwischendrin.

Bis Marbella. Wer dieses Verbrechen an Natur und Geschmack verübt hat, gehört in die selbst erschaffene Betonwüste eingesperrt bis an sein Lebensende. Aber offensichtlich stört das die Millionen von Besuchern, die hierher kommen, wenig. Hauptsache Sonne. Und die gibt es reichlich. Wir haben 40 Grad.

Unser Ziel heißt Benalmadena. zwei Meilen südlich von Torremolinos, 10 von Malaga. Hochhäuser über Hochhäuser, ein Ferienhotspot auch dies offensichtlich. Nie gehört vorher. Eine riesige Marina, 1000 Boote.

Ich hatte die Telefonnummer nicht gefunden und auf Internetanfrage keine Antwort bekommen, aber bei so viel Platz wird es wohl kein Problem sein, unterzukommen. Hoffen wir. Auf Funkkanal 16 meldet sich bei der Anfahrt auch niemand, das kennen wir ja mittlerweile und sind noch frohen Mutes. Bis wir die Rezeption betreten.

Magdalena ist die einzige Mitarbeiterin, gleichzeitig an zwei Telefonen, Reservierungen über Reservierungen. Wir warten fast eine halbe Stunde. Platz für zwei Nächte? Sie blättert und blättert. Oh-oh. Endlich findet sie etwas. Glück gehabt. Denn der Wind soll stärker werden und aus Osten kommen – uns genau auf die Nase.

Wir legen also erleichtert an. Gehen in die Stadt.

Zu unserer Überraschung gibt es nicht nur Hochhäuser, sondern auch Architektur. Wir laufen durch ein Villenviertel, wunderschöne Häuser ahnt man hinter hohen Mauern, Bougainvileen ranken darüber, es riecht endlich nicht mehr nach Müll und P…(ardon) wie in Gibraltar, sondern nach Grün und frisch.

Dass wir mittlerweile im Ferienmodus sind, erkennt man daran, dass wir uns nicht nach einem Eisenwaren-, sondern einem Eisladen durchfragen. Es ist zugegebenermaßen ziemlich idiotisch, bei den Temperaturen mehr als zwei Kilometer bergauf zu stiefeln, nur um Eis zu bekommen! Aber das, was wir finden, ist jede Anstrengung wert. Schokolade mit Orange! Ein Genuss.

Und dann gehen wir auch noch auf dem Rückweg wie hunderttausend andere Touristen im Meer am Strand baden! Die Wellen sind immer noch hoch und ruppig, wir tauchen drunter durch oder springen juchzend darüber – ist das schön! Endlich wieder Meerwasser!

Leider setzen sich die Wellen auch in der Marina durch. Wir haben wahnsinnig starken Schwell. Nachbarboote schlagen mit ihren Masten aneinander, Peter legt Bretter als Steg vom Boot an Land, die so wackeln, dass ich mich schon die nächsten drei Tage an Bord sehe. Über die gehe ich nämlich nicht! Keine Lust, auch noch ein Krankenhaus in Spanien kennenzulernen.

Nachts wird es zum Glück ruhiger. Die Chancen, dass wir zu zweit unterwegs sind, steigen. Ich werde den Schritt über den Steg wagen!
(Foto folgt)

Willkommen im Mittelmeer

Estepona,Andaluzien,9.8.2017

Wir verlassen- diesmal leichten Herzens – Gibraltar und arbeiten uns durch die große Bucht vorbei an Tankern, Fähren und nochmal Tankern.

Gehen die spanische Küste entlang. Haben den Wind von hinten und segeln mit der Fock, prima. So könnte es bleiben. Die Wellen sind klein, ganz anders als im Atlantik. Wie nett!

Vor Estepona ankern wir. Ganz hübsch der Ort vermutlich, leider ist die Sicht auf den alten Stadtkern von Betonklötzen verbaut. Glückwunsch an die Stadtplaner.

Aber endlich wieder im Meer baden! Deswegen ankern wir lieber, als in die Marina zu gehen. Leider will das Meer nicht so wie wir. Es ist vorbei mit nett. Der Wind ist stärker geworden, hat die Wellen hochgepuscht, die Strömung ist stark.

Der Wetterbericht hat ab 18 Uhr Windberuhigung vorhergesagt, aber da irrt er leider. Wir werden umhergeworfen wie zu besten Atlantiktagen. Ich fluche. Das hatte ich nicht gemeint, als ich mir den Atlantik zurückgewünscht hatte! An Baden ist gar nicht zu denken.

Es ist nervig. Sehr nervig. Aber in die Marina gehen wir nicht, wir haben ja auch unseren Stolz! So leiden wir bis 20 Uhr, dann wird es etwas ruhiger und ich traue mich an den Herd.

Die Nacht wird dann wieder so kabbelig, dass wir kaum schlafen und gern ganz früh weitergezogen wären, aber es ist uns zu dunkel und wegen der vielen Fischerboote und – netze zu gefährlich. Wir harren aus, bis der Morgen anbricht.

Ziemlich entspannt

sind die Tage in Gibraltar (7.,8.8.2017)

Eigentlich wären wir gern schon gestern, am 7., weitergezogen, aber wir wollen/müssen den Motor warten lassen, der Mechaniker hatte aber erst heute Zeit. Dann bleiben wir eben, obwohl der Wind nun wirklich Donnerstag scharf gegen uns blasen wird und wir bis dahin einen sicheren Hafen/eine sichere Marina brauchen.

Die größte Herausforderung hier besteht in der Nahrungsbeschaffung.

Der einzig akzeptable Supermarkt ist 20 Minuten zu Fuß entfernt, kein reines Vergnügen bei 35 Grad. Und das morgendliche Brötchenholen ist auch nicht so einfach – es gibt hier keine Bäcker, die Brötchen nur in Cafés und schlicht nicht „plain“. Nur belegt oder komplett mit eben Kaffee. Aber das ist nun wirklich ein kleineres Übel.

Die Stadt hat uns noch immer nicht überzeugt, obwohl es ein paar sehr gelungene architektonische Projekte gibt. In die Stadtmauer, die 1704 von Engländern und Holländern gegen die Gibraltar innehabenden Spanier umkämpft wurde, sind heute Museen, Galerien, Kinos und Kneipen gebaut. Ganz schön. Auch einen neuen Park gibt es, leider schon teilweise verwüstet. Komisch, in Portugal haben wir das nie gesehen…

Heute kämpfende sich tausende von Kreuzfahrtgästen durch die Innenstadt, bis zu drei Riesenschiffe landen hier täglich und ergießen ihre Ladung. Und da Alkohol, Zigaretten, Kosmetik und Parfums wirklich sehr günstig sind, beginnt die Schlacht in den Geschäften…

Bis auf die nötigen Einkaufstouren versuchen wir, die Hauptstrasse lieber zu meiden und bleiben in der Marina.

Heute abend aber, heute werden wir eine Kneipe in der Innenstadt suchen. Fußball. Real gegen ManU, da wird zum einen sicher das Spiel spannend, zum anderen, die Atmosphäre aufzunehmen. Hier leben so viele Spanier und so viele Briten…Hoffentlich bleibt alles friedlich!

Kein kleiner Grenzverkehr

Gibraltar, 6.8.2017

Es ist Sonntag. Und wir wollen Fahrradfahren. Denn Gibraltar hat mittlerweile Mieträder. Das, finden wir, ist ein großes Plus. Damit fahren wir über die Grenze nach La Linea, den spanischen Teil.

Leider kostet es Peter schonmal zwei Stunden Zeit und all seine Nerven, sich einzuloggen. Unübersichtlich, unlogisch, es ist zum Haareraufen.

Endlich – wir sind startklar. Und radeln. Endlich wieder! Bedauerlicherweise ist das nicht so entspannend, es gibt nämlich keine Radwege. Nach 20 Minuten entlang einer stark befahrenen Hauptstrasse, rechts und links Hochhäuser und Baustellen, sind wir ziemlich froh, die Räder wieder in den dafür vorgesehenen – unbemannten – Stationen abgeben zu können.

Dann laufen wir über die Grenze. Ein Rollfeld! Kommen oder fliegen Flugzeuge ab, wird es rechtzeitig gesperrt. Aufregend.

Vor der Grenze allerdings wird kontrolliert. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich habe nur meinen Führerschein dabei! Der spanische Grenzbeamte winkt mich trotzdem großzügig durch.

Hätte er es lieber nicht getan.

Sein britischer Kollege nämlich ist auf dem Rückweg nicht so lax. Ohne Pass kein Durchkommen – klare Ansage. Ich bin Europäerin! rufe ich verzweifelt. Schengen! Schengen? Er schaut mich kaltlächelnd an. Großbritannien ist nicht Schengen. Oh. Daran hatte ich nicht gedacht.

Er bleibt hart. Die einzige Lösung besteht darin, dass mein armer Mann meinen Pass vom Boot holt.

Eineinhalb Stunden später taucht Peter abgekämpft wieder an der Grenze auf.
Wir können passieren.

Nur meldet sich seine Fahrrad-App. Ein Fahrrad sei nicht richtig abgestellt worden. Bloss welches? Und wo? Ist es nicht ordnungsgemäß zurückgegeben worden, läuft die Mietzeit weiter. Und das wird nach 20 Minuten sehr, sehr teuer.

Wir schicken mails. Wir rufen an. Auf der Hotline, die angeblich an sieben Tagen 24 Stunden besetzt sein soll, meldet sich niemand. Wir sind verzweifelt. Schicken mehr mails, um nachweisen zu können, dass wir die Räder abgegeben haben! Ordnungsgemäß!

Noch ist der Ausgang offen…

Ach so: La Linea war übrigens scheußlich. Noch dreckiger als das britische Gibraltar und richtig heruntergekommen.

Und ich – gehe nie wieder ohne meinen Pass weg! Nie mehr!