12.8.2017
Beflügelt von den Erlebnissen in Màlaga und den guten Buserfahrungen wagen wir uns weiter. Nach Granada, der Hauptstadt Andalusiens, nochmal zwei Busstunden von Màlaga entfernt. Dort steht die Alhambra, einst maurischer Palast und Festung. Ein wunderschöner Bau, noch schönere Gärten. Ich hatte sie vor langer Zeit einmal besucht und war so beeindruckt und begeistert, dass ich sie Peter unbedingt zeigen möchte.
Wir fahren mittags, schließlich haben wir dazu gelernt. In der Mittagshitze eine Stadt zu besuchen, ist vollkommener Unsinn. Wir sitzen im Bus, klimatisiert! Denken wir.
Das haben mit uns zig andere Touristen gedacht. Der Bus von Benalmàdena nach Màlaga, wo wir umsteigen müssen, ist so voll, dass er ordentlich Verspätung hat.
Den Bus nach Granada sehen wir grade noch von hinten.
Nicht weiter schlimm, es gibt genug Cafés in der Nähe.
Eine Stunde später als geplant also fahren wir nach Granada. Müssen dort noch einmal umsteigen, um in die Innenstadt zu kommen. Zur Alhambra? Nochmal umsteigen, den kleinen Bus nehmen. Es wird jetzt doch etwas mühselig…
Ein Flugblatt, an die Mauer neben der Haltestelle geklebt, informiert uns, dass die Gewerkschaft der Busfahrer nicht schläft. Die Fahrer streiken! Und zwar genau auf unserer Linie, der zur Alhambra. Es gibt Ersatzverkehr, aber der rollt spärlich.
Eine halbe Stunde später rollen wir mit. Eingequetscht wie die Sardinen bei gefühlt immer noch 40 Grad.
Da – die Alhambra! Tickets! Tickets? Ich kann mich nicht erinnern, damals eines gebraucht zu haben, aber egal, stellen wir uns halt an. Braten in der Sonne. Der Zugang zum Schalter wird versperrt. Nach einer halben Stunde habe ich die Nase voll und werde unhöflich, weil laut. Es gibt kaum noch Wartende vor den Schaltern, also bitte!
Der Mensch, der den Besucherstrom, versucht zu regeln, dreht sich um.
Ausverkauft. Die Alhambra ist ausverkauft.
Uns fällt die Kinnlade herunter. Das hätte er uns ja auch früher sagen können. Außerdem: Wie geht das denn? Man muss doch durch die Gärten laufen können, das wird reglementiert? Anscheinend. Später lesen wir, dass es ratsam sei, Tickets Monate im Voraus zu buchen. Und dass es frei zugängliche Teile der Alhambra gibt, doch die sind uns leider nicht als Alternative empfohlen worden.
Wir dackeln geknickt zurück in die Stadt. Die uns bei weitem nicht so gut gefällt wie Màlaga. Es ist rummelig, viele Touristenshops, die den immer gleichen Ramsch verkaufen. Normale Läden haben an einem Samstagnachmittag geschlossen, viele Urlaub. Aber wir müssen ausharren. Erst um 21 Uhr geht der Bus, für den wir Ticket und Platzreservierungen haben.
Gegen 23 Uhr sind wir wieder in Màlaga und wollen uns für den nicht so ganz gelungenen Tag mit einem entspannten Wein in der schönen Altstadt belohnen.
Doch auch hier werden wir enttäuscht. Màlaga feiert – und Hunderttausende feiern mit, überfluten die Straßen, mehr oder weniger alkoholisiert. Vom Charme, der uns am Tag vorher noch gefangengenommen hatte, ist nicht viel übrig.
Wir finden dann doch noch eine etwas ruhigere Kneipe, bevor uns zu unserem Bus aufmachen. Und stehen wieder vor einer nicht enden wollenden Schlange. Drei Fahrgäste vor uns schliesst der Fahrer wegen Überfüllung die Türen.
Zum Glück fahren die Busse häufig und zwanzig Minuten später ergattern wir dann im nächsten einen Platz in der ersten Reihe. Sehen zu, wie sich da Schauspiel wiederholt, verzweifelte Fahrgäste betteln, noch mitgenommen zu werden. Mit gehöriger Verspätung ruckelt der Bus ab.
Um zwei endlich kommen wir wieder auf dem Boot an. Und können nur sagen: Außer Busfahren heute leider nicht viel gewesen…
(Fotos gibt’s leider auch keine, Fotoapparat vergessen…)
