Millionen Touristen können nicht irren!

Gran Canaria ist schön! Nein, toll, geradezu phantastisch. Wir sind entgegen all unserer Erwartungen komplett begeistert.

Wir haben die Zeit genutzt – der Wind mault und hält sich noch immer bedeckt, aber manchmal müssen wir ja zu unserem Glück gezwungen werden, wir wären glatt weiter gesegelt, ohne die Insel zu erkunden. Haben ein Auto gemietet. Sind zum Roque Nubio (1732 Meter) gefahren und dort gewandert. Schon die Fahrt war schön. Und das Wandern! Endlich mal wieder Kiefernnadeln unter den Füssen, Bäume riechen! Der Ausblick! Sensationell. Dann weiter in den Norden, zurück über den Nordwesten – durch einen Märchenwald, mit Flechten verhangene Bäume, Mischwald, Palmen inmitten von Kiefern, Kastanien-, Eukalyptusbäume! Schöne alte kanarische Häuser, Weihnachtssterne, die Mauern umranken. Tiefe Schluchten, grüne Ebenen wie Teppiche, Terrassen. Nach jeder Kurve ein anderes Panorama, das uns „Aah“s, „Oooohhh“s, fassungsloses „Guck doch mal!“ entlockt – oder uns in andächtiges Schweigen verfallen lässt. Gran Canaria hat alles. Gran Canaria ist wirklich schön.

Die Touriburgen allerdings haben wir ausgelassen, sonst wäre uns die Lust vielleicht doch vergangen. Denn so langsam keimt in uns der Gedanke, das Boot vielleicht mal auf den Kanaren zu lassen…??? Das Alter für Gran Canaria hätten wir ja langsam…

 

 

Haushaltstag

auf dem Boot. In der Wäscherei frisch gewaschene Wäsche (ah, riecht die gut!) trocknen,

Duschschlauch verlegen, Tankentlüftung checken, über den Laptop fluchen (Peter), der nach dem Update alle Daten verloren hat….und dergleichen Annehmlichkeiten mehr…

(Foto folgt, sobald wir in einer Kneipe, die WiFi hat, ein Bier trinken)….

Wir wollten eigentlich…

Schon wieder dieses Unwort! Eigentlich ja „nur“ nach Puerto Mogan segeln respektive fahren, um nochmal in der Marina zu liegen, Ihr wisst schon…um alle Annehmlichkeiten nochmal mitnehmen.

Es begann damit, dass ich dachte, Puerto Mogan liege grade mal um die Ecke, ca. 30 Meilen, ein Klacks. Der sich bei näherem Nachmessen während der Fahrt als 45 sm herausstellte, was dazu führte, dass wir keine 6, sondern 8 Stunden brauchten und mal wieder im Dunkeln ankamen. In einer fremden Marina.

Ich schwöre hiermit feierlich, dass ich nie, nie wieder ohne genau nachzumessen, losfahre!!! Nie!

In der Marina gab es zwar einen Marinero, der etwas beim Anlegen hilft (d.h., er nimmt die Leine an, das ist aber auch schon alles) und zum Glück auch noch jemanden im Office, der uns an die „9“ schickte. 9? Was wo wie? Nicht zu sehen. Aufgeregtes funken auf Kanal 9, schwer verständliches englisch auf beiden Seiten. Am Ende, an der Mauer. Oha.

Nun war es im Atlantik bislang üblich, einen Schwimmsteg zu bekommen, da es hier ja Hoch- und Niedrigwasser gibt und der Wasserspiegel folglich steigt oder sinkt. Und mit ihm das Schiff.

Wie soll das an einer Mauer funktionieren? Spannen die Leinen? Hängt unsere Hugin irgendwann in der Luft? Irgendwie geht es erstaunlicherweise, noch ist nichts passiert.

Puerto Mogan ist sicherlich eine der schönsten Marinas auf Gran Canaria. Keine Hochhäuser, Hotelbunker, wie die, die wir überall an der Küste gesehen haben.

Stattdessen nette kleine Häuschen, die auch Manrique erfreut hätten. Palmen! Üppige Bougainvillea, die Torbögen überwuchern, kleine Kanäle, die den Ort durchziehen. Nicht umsonst wird Puerto Mogan auch „Kleinvenedig“ genannt.

Dennoch – ein einziger Touristenrummel. Und am zweiten Tag fühlen wir uns etwas wie im Freizeitpark Rust – als wäre alles fake. Die „Trumanshow“…wer weiß?

Gerne würden wir deshalb dochmal die Segel setzen, indes – der Wind, der Wind…

Kommt in zwei Tagen gar nicht mehr, danach gegenan. Da sollte man sich nicht antun.

Wir harren also der Winde, die da noch kommen mögen –

Eigentlich…

…wollten wir das Wort „eigentlich“ sowieso nicht mehr verwenden, denn von Plänen gilt es auf dem Boot, Abstand zu nehmen.

Eigentlich aber denn doch wollten wir Sonntag in eine Marina im Süden Gran Canarias umlegen, knappe 30 Meilen, ein Stück näher an den Kapverden, und noch einmal richtig duschen, Haare, Wäsche waschen.

Für die Kapverden aber brauchen wir einen Ausreisestempel der letzten Destination.

Das Büro der Marina hier zuckt bedauernd die Schultern, da müssen wir zur Hafenpolizei, im großen Hafen, da, wo die Kreuzfahrer ankommen.

Das ist weit. Was also tun? Laufen? Wir sind genug gelaufen. Bus? Fährt Sonntags vermutlich nur selten. Taxi? Teuer. Fahrrad! Meine ich! Und bin fest davon überzeugt, am gestrigen Tag an einer Leihfahrradstation vorbeigekommen zu sein.

Mein Orientierungssinn… Eine Stunde irren wir durch die Stadt, suchen, fragen und finden sie endlich – die gelben Fahrräder, die man sich ausleihen kann. Prima Sache.

Allerdings nur, wenn man sich einen Tag vorher im Internet angemeldet und eine Karte bezogen hat. Haben wir nicht. Wussten wir nicht.

Also doch den Bus nehmen, der gar nicht so selten fährt. Nach langer Suche und Fragerei finden wir sie endlich – die Hafenpolizei. Die guckt uns erstaunt an. Einen Ausreisestempel? Wir sind doch Europäer! Dachten wir auch, aber die Kapverden wollen das eben so und wir keine Scherereien. Der Beamte zückt die Achseln und ein Formular, das wir ausfüllen müssen. Erledigt.

Ich bitte um einen Stempel im Pass. Gibt es nicht! Wir sind EU! Also gut.

Wir trollen uns und suchen den Bus zurück. Der wechselt nur 10 Euro-Scheine, wir haben nur einen 20er. Den schnappe ich mir und renne von Laden zu Laden, um zu wechseln. Das dauert, weil keiner wechseln kann oder will. Eine Tankstelle erbarmt sich, aber bis dahin ist der Bus weg. Also wieder – warten. Uns läuft die Zeit davon, wir wollen noch im Shipchandler ein Ventil für den Wassermacher kaufen, das wir dringend brauchen, damit der Wasser statt – wie im Moment – Luft zieht und uns wieder mit Wasser versorgt!

Der Shipchandler lässt gerade die Läden herunter. Das war wohl nichts. Und mittlerweile ist es auch zu spät, um uns in den Süden aufzumachen.

Also bummeln wir in die Altstadt, die sehr schön ist. Alte Kolonialbauten. Aber eigentlich…

Morgen. Morgen ziehen wir weiter. Eigentlich…

 

 

 

 

Wir gehen meilenweit…

…für guten Wein. Den letzten richtig guten Rotwein haben wir in Cartagena im carrefour gefunden –und diese Kette gibt es, gottlob, denke ich, auch in Las Palmas. Meinen Lieblingstee hatte er auch!

Wir ignorieren also Hippodino, Mecadonia und wie die anderen Supermärkte alle heißen, und machen uns auf den Weg. 3-4 Kilometer geschätzt laut Stadtplan, ein Klacks.

Auf noch nicht mal halbem Weg: Corte Ingles, die ernstzunehmendste Konkurrenz. Ein Kaufhaus, nur mit dem KadeWe zu vergleichen. Ein Blick – Peter will nicht. Zu unübersichtlich. Zu groß. Ich find’s toll, aber naja, teuer ist er schon. Also weiter.

Eineinhalb Stunde brauchen wir für das Ziel unsere Träume. Immerhin bekommen wir einiges von der Stadt mit, langweilig wird es uns nicht. Aber wir sind schon da geschafft.

Der Carrefour ist unübersichtlich, groß, unangenehm. Und unser Torremoron, der gute Luzon Roble? ? Nicht zu finden. Mein Twinings Earl Grey???? Nur lose. Taugt auf dem Boot nicht.

Wir laden anderen Wein in unsere Rucksäcke und ziehen teelos von dannen. Mit dem Taxi!

PS: Am nächsten Tag kaufen wir Twinings und Torremoron im Corte Ingles. Fußweg: 20 Minuten….

 

 

 

 

 

 

Las Palmas/Gran Canaria

Ihh! Hochhäuser!! Cesar Manrique scheint seinen Einfluss nicht bis auf die übernächste Insel ausgedehnt zu haben, hier sprießt Beton, so weit das Auge reicht. Aber diesmal sind wir ja auch nicht wegen der landschaftlichen Schönheit da, sondern um eine Blick auf die ARC zu erhaschen, die legendäre Atlantic Rally der Cruisers, gegründet von Jimmy Cornell, einem der Päpste der Atlantiküberfahrt. Über 200 Boote, die sehr viel Geld bezahlen, um an einem festgelegten Tag innerhalb einer Stunde nach einem festen Reglement (das Großsegel muss gesetzt werden!!!) die Marina verlassen, um möglichst schnell, sonst wär die Rallye ja keine, das karibische Bequia zu erreichen, und zwar die Rodney Bay, wo dann ebenso viele Boote (hoffentlich, wenn sie alle durchgekommen sind) jeden Ankömmling johlend begrüßen.

Ich lästere. Tatsächlich sind in dem „Starterpaket“ für die ARC viele Schulungen enthalten, der Sicherheitsstandart ist sehr hoch, und alle, die wir kennen und die jemals mitgesegelt sind, waren begeistert.

Die ARC dominiert vier bis sechs Wochen Las Palmas, viele Wirtschaftszweige hängen daran (Segelausrüster, Kneipiers, Lebensmittelläden), ein Hoffnungsschimmer für die Insel, auf der die Jugendarbeitslosigkeit 50% beträgt.

Die über 200 Boote liegen natürlich in der Marina, die schon zu normalen Zeiten mehr als gut ausgelastet ist, weil die Liegepreise günstig sind. Langlieger müssen deshalb zu ARC –Zeiten weichen. Und Neuankömmlinge haben Null Chancen, einen Platz am Steg zu ergattern. Wie wir. Wir ankern. Draußen. Zwischen Containerschiffen, Fähren, Passagierdampfern, Pötten, denen wir nachts auf dem Atlantik begegnet sind. Hier haben wir sie face-to-face.

Fazinierend. Vor allem nachts, wenn die Verladestationen, die riesigen Türme, hell beleuchtet sind. Dann können wir uns kaum losreißen, sitzen geschützt in unserem Cockpit und staunen.

Der Nachteil: Diese Riesen bewegen sich. Und dann verursachen sie Schwell, der nicht von schlechten Eltern ist. Normalerweise können wir damit leben. Aber wenn Peter in der Backskiste hängt, (weil der watermaker nicht so „makt“, wie er soll), oder mir, die ich kochen will, alle Gewürze entgegenrutschen, dann fluchen wir schon. Und wünschen uns ein ruhiges Liegen am Steg.

Immerhin, wir haben es bis zum Dunstkreis der ARC geschafft. Und das hat schon was. Kanadier, Letten, Finnen, Schweden, Holländer und Franzosen sowieso, Amis, treffen sich hier. Die Flaggen sind kunterbunt. Vielleicht sehen wir sie ja wieder, auf dem Weg in die Karibik Die Buchten allerdings, in denen die ARC ankert, werden wir meiden….

 

 

 

 

 

 

 

Atlantik Teil II

Wir kommen spät los von Puerto Rubicon. Peter und Armin frickeln noch etwas an Plotter und Laptop, die Marina läutet schon an und fragt, ob wir immer noch da sind? Da legen wir endlich ab.

Die ersten zwei Stunden sind Segeln zum Angewöhnen. Die Düse zwischen den Inseln. Kleine, kabbelige Wellen aus allen Richtungen, wie sie das Mittelmeer nicht schlimmer produzieren kann, die uns von einer auf die andere Seite werfen. Und das soll das Atlantikfeeling sein, die langen Wellen, die das Boot tragen, das Surfen, von dem Segler mit leuchtenden Augen erzählen? Ich will wieder Golf spielen gehen. Selbst Peter, mein Fels (sic!) in der Brandung, findet es furchtbar. Wir stellen uns auf Durchhalten ein – so um die 20 Stunden. Keine schöne Vorstellung.

Dann aber haben die Wellen ihren Rhythmus gefunden. Noch immer kommen sie zwar von der anderen Seite als der Wind, aber beide beharken sich nicht mehr. Es wird richtig schön.

Eine Zeitlang. Dann besinnt sich eine alte Dünung wieder, mitzubestimmen. Und funkt den schönen, harmonischen NE-Wellen dazwischen. Wir werden hoch und runter getragen – dann  brutal von rechts nach links geworfen, nochmal, etwas stärker, dann nochmal so stark, dass jede Relingseite Wasserberührung hat. Es ist nicht schön! Der Wind ist auch nicht zu verachten, 28 Knoten haben wir zwischendurch, das ist Windstärke 7….da gibt es, wenn der Wind von vorn kommt, Sturmwarnung. Von hinten ist das durchaus erträglich, wären nur die alten Wellen nicht…

An Essen ist dabei nicht zu denken. Ich hatte eine wunderbare Tomatensoße vorgekocht, aber bei dem Seegang Spaghetti ins kochende Wasser zu werfen…nee, lieber nicht. Wir haben Pasta, Reis etc. für fünf Wochen an Bord. Wahrscheinlich ernähren wir uns nur noch von Mars…

Falls wir überhaupt noch in die Karibik gehen…Wir beide stellen uns unabhängig voneinander die leise Frage: Wollen wir uns das wirklich antun? Wochenlang???

Wie halten wir das durch? Selbst Schlafen ist schwierig. Im Bett rollt man mit den Wellen von einer Seite auf die andere, Sergios Tipp, sich quer zu legen, funktioniert bei mir nicht, weil ich mich wie auf einer Streckbank fühle. Und dann die Geräusche! Der Wind jault in den Wanten, die Wellen schlagen an den Rumpf, der Autopilot unter dem Bett eiert, das Bötchen ächzt und stöhnt wie ein altes Haus. Schafft unsere Hugin das überhaupt??? (Na klar, dafür ist sie gebaut, und sie ist eine der besten!!!).

Irgendwann wird es dann doch morgen, um 9 Uhr erreichen wir Gran Canaria und ankern. Wundersamer Weise hat jeder von uns eine Mütze Schlaf gefunden. Die See rollt immer noch, aber nicht mehr so arg. Das Schlimmste ist schnell vergessen. Und irgendwie war es auch sehr betörend, nachts im Mondlicht die Wellen unter dem Rumpf brechen zu sehen und auf ihnen zu treiben.

Wir werden uns daran gewöhnen. Andere haben es auch geschafft. Und – irgendwann kommt sie bestimmt, die sanfte Passatdünung!

There must be some way out of here…

Heute morgen, 6:43, „Spiegel“ gecheckt – das darf nicht wahr sein. Trump gewinnt mit großer Mehrheit. Sind die denn alle verrückt geworden?

Normalerweise berührt uns das tagesaktuelle Geschehen gar nicht mehr, diese Nachricht schon. Vielleicht sollten wir lieber in der Karibik bleiben? Florida jedenfalls, das wir als mögliches Ziel noch auf unserer Liste hatten, wird auf jeden Fall gestrichen!

In zwei Stunden legen wir ab. Richtung Gran Canaria. 94 sm, ca. 18 Stunden Segeln. Der Wind kommt aus Nordost, 14 Knoten gibt der Wettersegelbericht an, Wellenhöhe 1,8 Meter. Geht ja noch. Hier in der Marina pfeift es allerdings ganz schön, hoffentlich irrt sich windytv nicht…

Das letzte mal für eine lange Zeit heute nochmal eine ordentliche Dusche, problemloser Ausstieg auf den Steg und Laufen in den Ort…die nächsten Wochen und Monate werden wir wohl keine Marina, keinen Hafen mehr sehen, sondern nur noch ankern. Was schön ist, aber einige Annehmlichkeiten vermissen lässt.

Und dann –Abschied auch von Nicole und Armin, die uns so sehr geholfen haben! Die Hilfsbereitschaft, Solidarität unter den Seglern ist fast das Schönste, das wir von unserer Reise schon jetzt mitnehmen.

Nicole und Armin gehen direkt von hier in die Karibik, die alten Hasen. Da sehen wir uns bestimmt wieder! Und ab und an gibt es ja doch auch Internet und VHF…

 

 

 

 

 

Lanzarote zum zweiten…

genaugenommen dritten Mal.

Pünktlich zur Öffnungszeit stehen wir bei der Autovermietung auf der Matte. Leider sind wir nicht die einzigen. Und in der Tat. Die freundliche, – wir haben eine andere Station gewählt – Dame erklärt mit Bedauern, sie habe leider kein Auto zur Verfügung. Aber gegen 11 sollten wir wiederkommen.

Wir freuen uns. Dann klappt es ja doch! Und sind auf die Minute zur Stelle. Um zu erfahren, nein, sie habe immer noch kein Auto, sie könne nur jetzt erfahren, ob es irgendwo eins gäbe….Ich gehe innerlich an die Decke, Peter schickt mich ins Eiscafe (mit schnellem Internet).

Eine halbe Stunde später kommt er, einen Schlüssel schwenkend. Wir haben einen Wagen! Zwar eine Klasse teurer, aber egal.

In den Norden wollen wir, zu den Lavahöhlen, von denen uns Nicole und Armin vorgeschwärmt haben. Und natürlich Halt machen bei dem ein oder anderen Segelladen…

Die Fahrt über die Insel ist wie in der Woche vorher beeindruckend. Wir halten diesmal in Teguise, der ehemaligen Hauptstadt – wunderschön restaurierte alte Häuschen. Ein Bauer mit Esel erholt sich in einer Kneipe, umgeben von Galerien, Bioläden und Yoga-Studios. Teguise ist anscheinend Hauptstadt der Aussteiger geworden. Wir essen den besten Kuchen seit Beginn unserer Reise, gebacken von einem Kneipenbesitzer aus Maastricht….

Dann weiter in den Nordosten, der ziemlich grün und fruchtbar aussieht. Folgerichtig heißt denn auch die Höhle, die wir ansteuern, Cueva de los verdes. Wir steigen hinab, bewegen uns in ca. fünfzig Meter langen und dreißig Meter hohen Luftblasen, die der Lavastrom erhalten hat, leicht beleuchtet, mit dezenter Musik untermalt, ein unterirdischer Naturraum, gestaltet von, nein, diesmal nicht Manrique, sondern einem anderen Künstler. Seit Jahrhunderten hält diese Konstruktion. Aber wie lange noch? Was, wenn die Erde nun bebt? Ein bisschen gruselig ist es auch.

Den krönenden Abschluss bildet der Weg an einen 25 Meter tiefen Canyon entlang, den wir uns kaum trauen zu gehen, weil eselpfadschmal…Wie wir das bewältigt haben? Nein, das verraten wir an dieser Stelle nicht. Das müsst Ihr mal selber erleben!

Der Tag wird beschlossen mit etwas ganz Besonderem.  Nicole und Armin nehmen uns mit ins Hotel Vulcano. Der Eingang – fast sakral, wie ein Kirchenschiff, Kerzen, Musik.  Um in einen Botanischen Garten zu gelangen, der Pflanzenkaskaden entlädt wie ein tropischere Regenwald.

Das Essen ist gut, aber am schönsten – das Ambiente. Wir sitzen und staunen…

Puerto Rubicon

…ist richtig nett, etwas trubeliger als Puerto Calero, es gibt einen kleinen Ort, den man nach einem halbstündigen Spaziergang erreichen kann, es gefällt uns. Und wir bleiben länger…

Dann wollen aber doch noch mal ein Auto mieten. Das fällt uns Sontags ein, und da haben die meisten Autovermietungen zu. Bis auf eine. In der aber sitzt eine arrogante Ziege, die mich nicht nur mit ihrem Gehabe auf die Palme bringt, sondern auch, weil der im Schaufenster ausgeschriebene Preis netto und mit Steuern und Versicherungen doppelt so hoch ist. Sowas ärgert mich. Phh, nicht mit mir. (Peter ist da duldsamer…)Ich gehe ins Internet. Abgesehen davon, dass das mal wieder schneckenlangsam ist, gibt es für den darauffolgenden Tag leider keine Angebote…

Ich krieche zu Kreuze und will dann doch bei der Zicke buchen. Die hat mittlerweile geschlossen. Selbst Schuld. Ich ärgere mich über mich selbst, und das nicht zu knapp.

Mittlerweile regnet es auch noch. Wir versuchen, unsere Hausaufgaben zu machen und endlich, bevor wir die größere Überfahrt Richtung Kapverden antreten, die entsprechenden Seekarten zu laden. Theoretisch geht das, es ist etwas günstiger, als sie fertig als Chipkarte für den Plotter zu kaufen. Praktisch ist das Internet so langsam, dass wir immer wieder rausfliegen und überhaupt nichts lädt. Selbst Peter reißt irgendwann der Geduldsfaden. Aber es hilft nichts – wir brauchen die Karten!!! Dringend!!

Hätten wir sie nur schon in Deutschland besorgt. Wir haben immer gedacht, auf den Kanaren gibt es alles für die Atlantiküberquerung! Das aber haben 300 andere Boote auch gedacht, und jetzt gibt es nichts mehr…

Irgendwann hat der Gott der Internette ein Erbarmen (kann man ihm eigentlich was opfern? Machen wir, sofort!) und es funktioniert. Jetzt muckt Nivionics, der Kartenvertreiber. Wir brauchen lediglich die Kapverden. Aber Navioncs verkauft nur ganz Afrika dazu. Das ist doppelt so teuer. Dafür könnten wir jetzt noch Gambia, den Senegal und Timbuktu ansegeln. Vielleicht kommen wir ja auf ganz andere Ideen….

Zum Abreagieren gehen wir noch ins Städtle und bummeln die lange Küstenpromenade entlang. Und das ist schön. Wir haben einen traumhaften Blick nach Fuerteventura und sind mit unserem Dasein dann doch wieder ausgesöhnt….