Las Palmas/Gran Canaria

Ihh! Hochhäuser!! Cesar Manrique scheint seinen Einfluss nicht bis auf die übernächste Insel ausgedehnt zu haben, hier sprießt Beton, so weit das Auge reicht. Aber diesmal sind wir ja auch nicht wegen der landschaftlichen Schönheit da, sondern um eine Blick auf die ARC zu erhaschen, die legendäre Atlantic Rally der Cruisers, gegründet von Jimmy Cornell, einem der Päpste der Atlantiküberfahrt. Über 200 Boote, die sehr viel Geld bezahlen, um an einem festgelegten Tag innerhalb einer Stunde nach einem festen Reglement (das Großsegel muss gesetzt werden!!!) die Marina verlassen, um möglichst schnell, sonst wär die Rallye ja keine, das karibische Bequia zu erreichen, und zwar die Rodney Bay, wo dann ebenso viele Boote (hoffentlich, wenn sie alle durchgekommen sind) jeden Ankömmling johlend begrüßen.

Ich lästere. Tatsächlich sind in dem „Starterpaket“ für die ARC viele Schulungen enthalten, der Sicherheitsstandart ist sehr hoch, und alle, die wir kennen und die jemals mitgesegelt sind, waren begeistert.

Die ARC dominiert vier bis sechs Wochen Las Palmas, viele Wirtschaftszweige hängen daran (Segelausrüster, Kneipiers, Lebensmittelläden), ein Hoffnungsschimmer für die Insel, auf der die Jugendarbeitslosigkeit 50% beträgt.

Die über 200 Boote liegen natürlich in der Marina, die schon zu normalen Zeiten mehr als gut ausgelastet ist, weil die Liegepreise günstig sind. Langlieger müssen deshalb zu ARC –Zeiten weichen. Und Neuankömmlinge haben Null Chancen, einen Platz am Steg zu ergattern. Wie wir. Wir ankern. Draußen. Zwischen Containerschiffen, Fähren, Passagierdampfern, Pötten, denen wir nachts auf dem Atlantik begegnet sind. Hier haben wir sie face-to-face.

Fazinierend. Vor allem nachts, wenn die Verladestationen, die riesigen Türme, hell beleuchtet sind. Dann können wir uns kaum losreißen, sitzen geschützt in unserem Cockpit und staunen.

Der Nachteil: Diese Riesen bewegen sich. Und dann verursachen sie Schwell, der nicht von schlechten Eltern ist. Normalerweise können wir damit leben. Aber wenn Peter in der Backskiste hängt, (weil der watermaker nicht so „makt“, wie er soll), oder mir, die ich kochen will, alle Gewürze entgegenrutschen, dann fluchen wir schon. Und wünschen uns ein ruhiges Liegen am Steg.

Immerhin, wir haben es bis zum Dunstkreis der ARC geschafft. Und das hat schon was. Kanadier, Letten, Finnen, Schweden, Holländer und Franzosen sowieso, Amis, treffen sich hier. Die Flaggen sind kunterbunt. Vielleicht sehen wir sie ja wieder, auf dem Weg in die Karibik Die Buchten allerdings, in denen die ARC ankert, werden wir meiden….

 

 

 

 

 

 

 

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