empfängt uns mit einem Regenbogen, es hat wieder ordentlich geregnet.
Wir wollen den letzten Tag mit den „Jungs“ noch einmal in einer Bucht verbringen. Der Revierführer empfiehlt Sainte-Anne, ein „karibisches verschlafenes Fischerdörfchen, vor dem man in glasklarem Wasser ankern kann.“
Das haben wohl mehr als 200 Bootscrews ebenfalls gelesen. Wir sind geschockt von dem großen Ankerfeld. Vorbei mit der Beschaulichkeit. Wir finden trotzdem ein schönes Plätzchen, schwimmen nochmal, liegen endlich mal ruhig! Und genießen den letzten Buchtentag. Denn tagsdrauf gehen wir in die Marina Le Marin, die größte auf der Insel. Wir müssen am Boot einiges nachrüsten, außerdem gehen die Jungs leider von Bord und fliegen heim, das ist von einer Marina aus besser zu organisieren als vom Ankerplatz.
Ein bisschen traurig sind wir. Es ist das Ende unserer ersten Etappe in der Karibik, dem Besegeln der Grenadinen.
Aber ich freue mich auf die Marina. Endlich wieder duschen! Haare-, Wäschewaschen, in den Ort laufen, bummeln gehen…
Und bin enttäuscht. Die Marina ist riesig, mir viel zu groß, unübersichtlich, ohne Atmosphäre, der Ort halb zerfallen, ohne den Charme der bisherigen Karibikstädtchen. Marode Holzhütten zwischen Betonhäusern, die höher als Palmen sind! Ich finde mich nicht zurecht und fühle mich nicht recht wohl, dem Käpt’n geht es ähnlich.
Abends zieht es uns zu einer Kneipe, aus der gute Musik kommt. Jamsession! Mehr als 30 Hobbymusiker werden im Laufe des Abends zusammen musizieren, quer durch alle Hautfarben und Jahrgänge. Betanzt von überwiegend jungen Menschen, viele Männer mit langen Haaren, zum Dutt gebunden, und sanften Gesichtern. Das versöhnt mich wieder. Es hat etwas von, man verzeihe mir das Pathos, Weltfrieden.
