St. Vincent ist unser nächstes Ziel. Und das erfordert ausgiebige Überlegungen. St. Vincent ist leider berüchtigt für üble Überfälle auf Segler, vor allem die Buchten im Norden. Aber wir müssen hier ausklarieren, d.h. wir brauchen Zoll und Immigrationsbehörde. Dummerweise an einem Samstag, und da haben die meisten nur bis mittags geöffnet, das schaffen wir nicht. Die einzige Behörde, die in Frage käme, liegt in einer Bucht, von der dringend abgeraten wird, über Nacht zu bleiben. Also im Süden einklarieren und dort bleiben, weil es am sichersten ist? Dann ist der Weg auf die nächste Insel weit, 50 Meilen…Wir entscheiden uns dafür, im Süden auszuklarieren und dann weiter zu segeln und in einer relativ sicheren Bucht zu bleiben – Schotten und Luken zu, Deckslicht an.
Wir kommen mittags wie geplant in der Blue Lagoon im Süden St. Vincents an. Es ist der Tag der Pleiten, Pech und Pannen. Hans-Werner verliert die Großschot, die sich fast im Windgenerator verfängt und den geschrottet hätte, was unserem immer gelassenen Käpt’n eine Schrei entfahren lässt.
Die Einfahrt zur Blue Lagoon ist mehr als riskant, wir tasten uns langsam vorwärts – haben noch 40, 30, 10 Zentimeter unter’m Kiel…Setzen wir auf? Schaffen wir es? Endlich! 2,40 Tiefe. Wir ankern und atmen auf.
Auf dem Weg an Land sitzt Sebastian mit dem Dinghi auf, es ist verdammt flach hier. Das schrottet fast den Außenbordmotor. Zum Glück kann der gerettet werden….
Nach so viel Pech müssen wir erstmal durchatmen und ein „Carib“ in der Bar trinken, danach ist es zu spät, um in den Norden umzulegen – wir bleiben.
Haben einen sehr netten Abend in der Bar unter Mangroven und nachts mord-Schwell, schlimmer als alle Nächte vorher. Das Boot schaukelt fürchterlich. Und ich träume ganz heimlich davon, den nächsten Urlaub in einem 5-Sterne-Hotel zu verbringen, ach, egal, 3 Sterne täten es auch. Hauptsache wieder Boden unter den Füssen, ein Bett, das nicht schaukelt und ein Frühstücksbuffet – mit pancakes!!!
