4.1.2017, Canouan

Es wird wieder sehr windig. Da jhat es keinen Sinn, zu schnorcheln und am Riff zu liegen. Und so bleiben wir nicht, sondern ziehen weiter, nach Canouan, die nächste Insel. Unter Segel! Ach, endlich mal wieder die Segel zu setzen und mit fast „Vollzeug“, dem Großsegel im zweiten Reff, fahren zu können!

Die Bucht in Canouan wirkt unglaublich friedlich. Wir hoffen auf eine ruhige Nacht. Gehen an Land in der Hoffnung, einen Supermarkt für Gemüse zu finden. Der winzige Raum, der diesen Namen trägt, hat fast nichts außer grünen Kochbananen. Und leeren Rumflaschen, 85%igen, die auf der Theke herumliegen und offensichtlich den Verkäufern geschmeckt haben. Es ist ein trauriges Bild. Wir kaufen wenigstens noch Eier und O-Saft, damit wir etwas Geld hier lassen. Und gehen wir an Bord, ohne eine nette Kneipe für den letzten Absacker gefunden zu haben.

Das Bild der hoffnungslosen Supermarktbesitzer verfolgt mich in der Nacht. Kriminalität ist ab diesem Teil der Karibik ein Thema, schon mehrere Yachten wurden ausgeraubt, mir kommen die Menschen hier so verzweifelt vor, dass ich ihnen alles zutraue und am liebsten das Boot von innen abschließen würde. Die Männer sind dagegen. Und so lausche ich auf jedes Geräusch von außen. Das lässt nicht lange auf sich warten – der Wind frischt auf und wird sehr heftig. Alles schlägt, es ist unruhig und laut. Und so legen wir am nächsten Morgen schleunigst wieder ab.

PS: Passiert ist uns natürlich nichts. Und ich habe diesen Menschen wahrscheinlich großes Unrecht getan…

 

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