Benalmadena, 10.8.2017
…ist gar nicht so schlimm, wie wir immer dachten. Zugebaut, schon, aber es gibt immer auch mal Wald zwischendrin.
Bis Marbella. Wer dieses Verbrechen an Natur und Geschmack verübt hat, gehört in die selbst erschaffene Betonwüste eingesperrt bis an sein Lebensende. Aber offensichtlich stört das die Millionen von Besuchern, die hierher kommen, wenig. Hauptsache Sonne. Und die gibt es reichlich. Wir haben 40 Grad.
Unser Ziel heißt Benalmadena. zwei Meilen südlich von Torremolinos, 10 von Malaga. Hochhäuser über Hochhäuser, ein Ferienhotspot auch dies offensichtlich. Nie gehört vorher. Eine riesige Marina, 1000 Boote.
Ich hatte die Telefonnummer nicht gefunden und auf Internetanfrage keine Antwort bekommen, aber bei so viel Platz wird es wohl kein Problem sein, unterzukommen. Hoffen wir. Auf Funkkanal 16 meldet sich bei der Anfahrt auch niemand, das kennen wir ja mittlerweile und sind noch frohen Mutes. Bis wir die Rezeption betreten.
Magdalena ist die einzige Mitarbeiterin, gleichzeitig an zwei Telefonen, Reservierungen über Reservierungen. Wir warten fast eine halbe Stunde. Platz für zwei Nächte? Sie blättert und blättert. Oh-oh. Endlich findet sie etwas. Glück gehabt. Denn der Wind soll stärker werden und aus Osten kommen – uns genau auf die Nase.
Wir legen also erleichtert an. Gehen in die Stadt.
Zu unserer Überraschung gibt es nicht nur Hochhäuser, sondern auch Architektur. Wir laufen durch ein Villenviertel, wunderschöne Häuser ahnt man hinter hohen Mauern, Bougainvileen ranken darüber, es riecht endlich nicht mehr nach Müll und P…(ardon) wie in Gibraltar, sondern nach Grün und frisch.
Dass wir mittlerweile im Ferienmodus sind, erkennt man daran, dass wir uns nicht nach einem Eisenwaren-, sondern einem Eisladen durchfragen. Es ist zugegebenermaßen ziemlich idiotisch, bei den Temperaturen mehr als zwei Kilometer bergauf zu stiefeln, nur um Eis zu bekommen! Aber das, was wir finden, ist jede Anstrengung wert. Schokolade mit Orange! Ein Genuss.
Und dann gehen wir auch noch auf dem Rückweg wie hunderttausend andere Touristen im Meer am Strand baden! Die Wellen sind immer noch hoch und ruppig, wir tauchen drunter durch oder springen juchzend darüber – ist das schön! Endlich wieder Meerwasser!
Leider setzen sich die Wellen auch in der Marina durch. Wir haben wahnsinnig starken Schwell. Nachbarboote schlagen mit ihren Masten aneinander, Peter legt Bretter als Steg vom Boot an Land, die so wackeln, dass ich mich schon die nächsten drei Tage an Bord sehe. Über die gehe ich nämlich nicht! Keine Lust, auch noch ein Krankenhaus in Spanien kennenzulernen.
Nachts wird es zum Glück ruhiger. Die Chancen, dass wir zu zweit unterwegs sind, steigen. Ich werde den Schritt über den Steg wagen!
(Foto folgt)
