Low Bay, Barbuda

(eigentlich zu lesen vor den Zugvögeln,sorry…)

20.3.2017

Wir motoren zwei Stunden um die Ecke, dann sind wir in der Low bay. Und hier ist es, wenn möglich, noch schöner als in der Cocoa Bay….

Wir machen einen Strandspaziergang. Nehmen ein Bier in der einzigen kleinen Bar, die es am Strand gibt. Die betreibt Jahla. Daneben fährt er das Wassertaxi. Zwischen der Haupt“stadt“ Codrington mit seinen 1500 Einwohnern und dem Meer liegt eine große Lagune, über die man nur auf dem Wasserweg kommt.
Jahla muss also zwischendurch mal weg, Gäste mit seinem Wassertaxi holen, wir können uns, falls wir noch ein Bier wollen, gern aus dem Kühlschrank selbst bedienen. Das ist Barbuda!

Jahla kommt zurück mit Martin! Martin von der Anima, den wir auf den Kapverden kennengelernt und auf Martinique wiedergetroffen haben. Große Freude. So langsam treffen sich alle wieder, die zurück nach Europa gehen.

Martin lädt uns zum Sundowner auf sein Schiff ein, eine knuddelige kleine Yacht. Auf der über den Atlantik? Oh mein Gott. Schon bin ich etwas beruhigter. Dann schaffen wir es ja hoffentlich auch…

Die Sundowner sind phantastisch, Martin mixt zusammen, was die Bar an Rum, Sirup und Saft hergibt, wir erzählen und erzählen, ziemlich beschwipst kommen wir irgendwie wieder an Bord unserer Hugin.

Bleiben dann noch auf einen letzten Absacker auf Deck. Kein Wind! Zum ersten mal seit langer Zeit brauche ich mich nicht mehr in Peters Jogginghosen einzumummeln (nein, davon gibt es kein Foto, niemals!). Wir sitzen kurzärmelig und -hosig da und schauen in den Himmel. Kein Mond, keine Lichtverschmutzung irgendeiner Stadt – über uns nur ein Meer von Sternen. Wer braucht da noch Fernsehen?

Kleine Haie

20.3.2017 Cocoa Bay, Barbuda

Heute wollen wir die Cocoa Bay verlassen und uns um die Ecke verlegen, um in Codrington auszuklarieren.

Aber das hat Zeit – wir sind nach langem Schlaf tiefenentspannt und gehen vor dem Frühstück erstmal eine Runde ums Boot schnorcheln. Da sind große Fische schon fleißig und knabbern unseren Belag ab, bravo, weiter so. Daher ihr Name: Putzerfische. Putzerfische? Ich schaue genauer hin und schwimme dann erstaunlich gelassen zur Badeleiter. Peter schrabbelt am Rumpf Bewuchs ab. Peter, sage ich sehr ruhig, ich glaube, da unten sind kleine Haie. Peter schaut mich ungläubig an und schüttelt den Kopf. Das sind Putzerfische. Ich glaube nicht…Peter schaut sie sich genauer an und kommt. Könnte sein – Haie!

Wir klettern wieder ins Boot. Die Unterwasserwelt Barbudas soll eine der intaktesten der Karibik sein – aber soo genau wollte das dann doch nicht wissen. Ums Boot herum schaukeln Schildkröten vor sich hin, mindestens fünf, auch die sehe ich lieber von oben, seitdem Ben uns erklärt hat, dass diese possierlichen, tolpatschig wirkenden Tierchen ganz schön schnell und bissig werden können. Aus sicherer Entfernung aber – zauberhaft.

Ben, Steffi, Javik und der kleine Junus im Schwimmring kommen rübergeschnorchelt, um uns zu verabschieden. Heul. Immer diese Abschiede! Wir hören voneinander, bleiben in Kontakt, besuchen uns! Versprechen wir uns. Wir sind gespannt, was aus ihnen wird, wo sie wohnen, wie ihr Leben aussieht, wenn sie nach Deutschland zurückkehren. Das ist eine der eindeutig unschönen Seiten des Umherzigeunerns – die Abschiede. Menschen nett zu finden, sich mit ihnen zu verstehen, zu lachen, Pläne zu schmieden – und dann gehen zu müssen. Bleibt die Hoffnung auf ein Wiedertreffen.

(Dieser Beitrag ist leider nicht ganz chronologisch richtig, aber das Foto wollte sich nicht laden lassen…zu lesen also vor den Zugvögeln…)

Jahla

Jahla ist nicht nur Barbesitzer und Tourguide, er fährt auch das Wassertaxi, das die Lagune überquert. Nach dem Einklarieren also lassen wir bei Jahla anrufen, der uns zurückbringt. Wir würden gern ein Abschiedsbier bei ihm trinken, aber Jahla muss passen. Er gibt Schulkindern Nachhilfe und coacht sie beim Basketball und Cricket. Ehrenamtlich, versteht sich. Dann fahren sie rüber nach Antigua „and beat them up, man!“. Yeah. Dafür verzichtet er dann gern auf ein paar ECs – Caribische Dollar, die er mit unserem Bier verdient hätte. Und deshalb bekommt er hier ein kleines Denkmal!

Zugvögel

Low Bay, Barbuda, 21.3.2017

Um 9 sind wir pünktlich an Jahlas Bar. Wir wollen mit ihm auf Vogeltour!

Barbuda beherbergt das größte Reservat von Fregattvögeln. Hier balzen sie, bauen sie ihre Nester, brüten sie, ziehen sie ihre Jungen groß, bevor sie auf die Galapagos oder nach Mexiko weiterziehen und im nächsten Jahr zurückkehren.

Die Männchen haben rote Kehlsäcke, die sie aufblasen und mit denen sie Geräusche machen können, um die Weibchen zu bezirzen. Scheint zu funktionieren. Obwohl wir spät dran sind in der Saison, sitzen noch Küken im Nest. Gehen die Weibchen auf Einkaufstour, bewachen die Männchen die jungen.

Wir können uns nicht sattsehen, entdecken immer wieder putzige Junge, betörende Männchen, noch nestbauende Weibchen, stundenlang könnten wir hier bleiben. Aber wir müssen zurück. Ausklarieren.

Das Ausklarieren von Barbuda wird in Segelführern als ungeheuer kompliziert beschrieben. Haben wir nicht so erlebt.

Wohl sind Hafenamt, Zoll und Einwanderungsbehörde über den ganzen Ort verteilt, aber der ist ja nicht groß, und so sehen wir was vom Leben.

Die Dame des Hafenamtes sitzt gemütlich mit Damen des Tourismusbüros zusammen und quatscht, erhebt sich aber bereitwillig und stellt uns das nötige Papier aus. Kosten tut das, im Gegensatz zu anderen Hafenämtern, nix. Freundlich gibt sie und noch eine Broschüre über Barbuda mit (mit Diamanten drauf – häh??? Barbuda ist so weit weg von Diamanten wie nur was, zum Glück!), zeigt uns den nächsten Supermarkt, der habe auch „Touriststuff“ – Tourikram. Touriststuff? frage ich nach. Naja, sagt sie etwas verlegen, Joghurt, Milch, Käse, sowas, was eben Touristen essen. Ihr nicht? frage ich. Nee. Das erklärt zum einen die Preise für Milchprodukte. Und die leeren Regale…

Wir werfen einen Blick in den Supermarkt, der uns nicht sonderlich gefällt. Im nächsten aber bedient eine sehr freundliche, sehr junge Frau. Eier haben sie, wir sollten sie aber gleich mitnehmen die seien schnell ausverkauft. (Es lagern noch mindestens 10 Schachteln im Regal). Na gut, aber erst auf dem Rückweg. Kein Problem. Gerne hebt sie uns eine Schachtel auf, wir stellen noch Wein und Bier dazu (nicht so einen „Tourikram“…).

Wir durchqueren die „Stadt“, vorbei an Schuie – kleine Holzhäuschen für jede Klasse -, alten, aber gepflegten Häusern, liebevoll bepflanzten Gärten, zum Zoll. Der ist in Nähe des Flughafens (!).

Auch da werden wir freundlichst und schnell abgefertigt. Ob wir schon Lunch hatten? Fragt die Dame beim Zoll. Nee. Auf dem Weg zur Einwanderungsbehörde gäbe es gutes Essen, empfiehlt sie. Unter dem roten Zeltdach. Wir danken.

Vom roten Zeltdach her riecht es betörend. Washintgon, wie der Grillmeister heißt, zeigt uns, was er zu bieten hat. Eingelegte Hühnchenteile auf dem Grill, Fischtopf, Kartoffelsalat, Reis und Bohnen, Salat, Nudelsalat, dies alles sauber in Tupperschüsseln verpackt, Uns läuft das Wasser im Munde zusammen. Aber erst wollen wir die „Immigration“ abhaken, dann kommen wir wieder, versprechen wir.

Das leider dauert. Denn – wir wollten schon frohlocken, wie prima das entgegen aller Vorhersagen funktioniert -, das Büro ist geschlossen und unter den angegeben Telefonnummern, unter denen man „uns gerne weiterhelfen “ würde, sind nur Anrufbeantworter zu erreichen. Seufzend machen wir uns auf den Weg zurück zum Zoll, quer durch die Stadt.

Die Dame vom Zoll greift zum Telefon und hat Erfolg. Wenige Minuten später machen wir uns erneuet auf den Weg und, siehe da, wir werden empfangen. Nicht sonderlich freundlich, die Dame ist anscheinend ziemlich erkältet und wahrscheinlich haben wir sie aus dem Bett geholt. Aber wir bekommen unsere Ausreisestempel. Als wir „gute Besserung“ wünschen, bekommen wir sogar ein kleines Lächeln…

Endlich – Washington. So lecker! Sogar ein Bier zaubert Washington herbei, wir mampfen glücklich. Der Grillkarren scheint wirklich die erste Adresse in der Stadt zu sein, viele halten hier an und holen sich ihr Mittagessen.

Unsere Supermarktbestellung holen wir auch noch ab, dann sind wir durch. Ausklarieren in Barbuda? Suba! (Jaja, es hinkt…)

Grillfreuden

Barbuda, Cocoa Bay, 17.3.2017

Ist das herrlich, noch vor dem Frühstück eine Runde ums Boot zu schwimmen. In Jolly Harbour war das angesichts der vielen Boote um uns herum und dessen was sie ablassen, nicht so verlockend. Auch Ben ist schon im Wasser und sieht – einen Barracuda. Na, großartig. Barracudas gelten als angriffslustiger als Haie…Ich schnappe mir meine Schnorchelbrille, um wenigstens rechtzeitig zu sehen, was auf mich zu kommt…Nichts. Putzerfische, die an unserem Boot nagen. Darunter ziemlich riesige, die mir nicht so ganz geheuer sind. Lieber zurück an Deck und Kaffeetrinken.

Neben uns tauchen Schildkröten auf, immer mehr, die uns immer wieder erfreuen. Und plötzlich – ein Rochen, der aus dem Wasser schnellt. Och nee. Das Paradies wird gut geschützt…

Trotzdem gehen wir nachmittags Schnorcheln, fahren mit dem Dinghi an den Strand, hieven das Beiboot auf den Sand und schwimmen los. Nicht so einfach, es ist flach, und außer viel Seegras ist nicht viel zu sehen. Was ja auch seine guten Seiten hat – keine Rochen, Barracudas, Haie weit und breit. Weit traue ich mich allerdings trotzdem nicht raus.

Gegend abend grillen wir mit der Lady Sunshine am Stand. Peter hat seine neue Passion entdeckt: Kokosnüsse (dem wird noch ein eigenes Kapitel gewidmet…), klettert auf Palmen, klaut , pardon: leiht sich ein langes Blech von einem verfallenes Haus und schlägt damit die Kokosnüsse, die nicht freiwillig fallen wollen, vom Baum. Und kommt strahlend mit seiner Ausbeute zurück (Foto folgt).

Unterdessen hat Ben den Grill angeheizt. Kurz darauf schlemmen wir. Lady Sunshine teilt generös ihr Fleisch, Hähnchenbrust noch aus Jolly Harbour, (sie haben eine kleine Gefriertruhe an Bord, hat schon was). Wir , da ohne Tiefkühlmöglichkeit, können nur Kartoffeln, Sourcreme, Salat und Chutney beisteuern. Fischer hatten versprochen, mit Lobster und Fischen an ihren Steg zurückzukehren. Wir warten, leider vergeblich. Keine Fischer, kein Lobster. Darum sind wir nicht sonderlich traurig, das arme Tier muss schließlich auch noch getötet werden…und mit dem Fisch ist das auch so eine Vertrauenssache. Seit Guadaloupe sollte man eigentlich keine Rifffische mehr essen, um nicht Gefahr zu laufen, sich mit Ciguatera zu vergiften, einem Nervengift, das bestimmte Fische in sich tragen.

Das schränkt den Speisezettel ziemlich ein.

Rum aber, Rum geht immer. Perfekt. Es könnte nicht schöner sein.

Barbuda

16.3.2017

Steffi von der Lady Sunshine hat geschrieben, sie seien jetzt in Barbuda – traumschön. Ob wir nicht auch kommen wollen? Das erleichtert uns die Entscheidung. Wir hatten hin- und herüberlegt, nach Nevis und St. Kitts zu segeln, weil es von da aus nicht so weit nach St. Barths, unserem nächsten Ziel, ist. Nur 30 Meilen, von Barbuda sind es über 70 und das Ausklarieren soll ein ziemlicher Terz sein. Aber zum einen wollen wir Steffi und Ben und die Kinder endlich wieder sehen. Und zum anderen hatte auch Sergio von Barbuda geschwärmt. Also morgens um 10 Uhr – Anker auf. 35 Meilen. Kurs 003 Grad.

Ein richtiger Spaß ist es nicht, wir schaukeln bei Halbwindkurs und um die 6 Knoten voran. Und sind dann doch irgendwann endlich da.

Uns erwartet das, was wir uns in unserer Bilderbuchphantasie immer unter der Karibik vorgestellt hatten: türkisfarbenes, klares Wasser und ein endlos langer weißer, fast rosafarbener Strand, begrenzt von Palmen und Mangroven. Nur wenige Segler ankern in der Cocoa Bay, wir werfen Anker neben der Lady Sunshine.

Deren Bewohner kommen gerade begeistert und erholt vom Schnorcheln. Etwas weiter draußen gibt es ein Riff, mit dem Dinghi gut zu erreichen. Allerdings räumt Ben ein, dass er immer ein Messer dabei hat. Es gibt dort Haie…

Abends kommen Ben und Steffi noch mit Babyphon auf ein Glas vorbei. Wir schön, sie wieder zu sehen. Wir bringen uns auf den neuesten Stand. Sie bleiben doch länger in der Karibik und verbringen die Hurrikansaison im Süden. Wie schade. Dann müssen wir die nächsten Tage noch ausnutzen und genießen. Denn wir ziehen ja stetig gen Norden und Osten… heim…

In eigener Sache

Ihr Lieben, Ihr habt Euch Sorgen gemacht, weil so lange nix auf der homepage kam…wir hatten kein Internet1 Der blöde badboy, der angeblich über 5 Meilen jede Internetveruindung herstellen kann und schweineteuer war, funktioniert nicht so, wie er soll. Ich werde nach und nach Beiträge einstellen, habt Geduld. Uns gehts gut!
Liebe Grüße!