Low Bay, Barbuda, 21.3.2017
Um 9 sind wir pünktlich an Jahlas Bar. Wir wollen mit ihm auf Vogeltour!
Barbuda beherbergt das größte Reservat von Fregattvögeln. Hier balzen sie, bauen sie ihre Nester, brüten sie, ziehen sie ihre Jungen groß, bevor sie auf die Galapagos oder nach Mexiko weiterziehen und im nächsten Jahr zurückkehren.
Die Männchen haben rote Kehlsäcke, die sie aufblasen und mit denen sie Geräusche machen können, um die Weibchen zu bezirzen. Scheint zu funktionieren. Obwohl wir spät dran sind in der Saison, sitzen noch Küken im Nest. Gehen die Weibchen auf Einkaufstour, bewachen die Männchen die jungen.
Wir können uns nicht sattsehen, entdecken immer wieder putzige Junge, betörende Männchen, noch nestbauende Weibchen, stundenlang könnten wir hier bleiben. Aber wir müssen zurück. Ausklarieren.
Das Ausklarieren von Barbuda wird in Segelführern als ungeheuer kompliziert beschrieben. Haben wir nicht so erlebt.
Wohl sind Hafenamt, Zoll und Einwanderungsbehörde über den ganzen Ort verteilt, aber der ist ja nicht groß, und so sehen wir was vom Leben.
Die Dame des Hafenamtes sitzt gemütlich mit Damen des Tourismusbüros zusammen und quatscht, erhebt sich aber bereitwillig und stellt uns das nötige Papier aus. Kosten tut das, im Gegensatz zu anderen Hafenämtern, nix. Freundlich gibt sie und noch eine Broschüre über Barbuda mit (mit Diamanten drauf – häh??? Barbuda ist so weit weg von Diamanten wie nur was, zum Glück!), zeigt uns den nächsten Supermarkt, der habe auch „Touriststuff“ – Tourikram. Touriststuff? frage ich nach. Naja, sagt sie etwas verlegen, Joghurt, Milch, Käse, sowas, was eben Touristen essen. Ihr nicht? frage ich. Nee. Das erklärt zum einen die Preise für Milchprodukte. Und die leeren Regale…
Wir werfen einen Blick in den Supermarkt, der uns nicht sonderlich gefällt. Im nächsten aber bedient eine sehr freundliche, sehr junge Frau. Eier haben sie, wir sollten sie aber gleich mitnehmen die seien schnell ausverkauft. (Es lagern noch mindestens 10 Schachteln im Regal). Na gut, aber erst auf dem Rückweg. Kein Problem. Gerne hebt sie uns eine Schachtel auf, wir stellen noch Wein und Bier dazu (nicht so einen „Tourikram“…).
Wir durchqueren die „Stadt“, vorbei an Schuie – kleine Holzhäuschen für jede Klasse -, alten, aber gepflegten Häusern, liebevoll bepflanzten Gärten, zum Zoll. Der ist in Nähe des Flughafens (!).
Auch da werden wir freundlichst und schnell abgefertigt. Ob wir schon Lunch hatten? Fragt die Dame beim Zoll. Nee. Auf dem Weg zur Einwanderungsbehörde gäbe es gutes Essen, empfiehlt sie. Unter dem roten Zeltdach. Wir danken.
Vom roten Zeltdach her riecht es betörend. Washintgon, wie der Grillmeister heißt, zeigt uns, was er zu bieten hat. Eingelegte Hühnchenteile auf dem Grill, Fischtopf, Kartoffelsalat, Reis und Bohnen, Salat, Nudelsalat, dies alles sauber in Tupperschüsseln verpackt, Uns läuft das Wasser im Munde zusammen. Aber erst wollen wir die „Immigration“ abhaken, dann kommen wir wieder, versprechen wir.
Das leider dauert. Denn – wir wollten schon frohlocken, wie prima das entgegen aller Vorhersagen funktioniert -, das Büro ist geschlossen und unter den angegeben Telefonnummern, unter denen man „uns gerne weiterhelfen “ würde, sind nur Anrufbeantworter zu erreichen. Seufzend machen wir uns auf den Weg zurück zum Zoll, quer durch die Stadt.
Die Dame vom Zoll greift zum Telefon und hat Erfolg. Wenige Minuten später machen wir uns erneuet auf den Weg und, siehe da, wir werden empfangen. Nicht sonderlich freundlich, die Dame ist anscheinend ziemlich erkältet und wahrscheinlich haben wir sie aus dem Bett geholt. Aber wir bekommen unsere Ausreisestempel. Als wir „gute Besserung“ wünschen, bekommen wir sogar ein kleines Lächeln…
Endlich – Washington. So lecker! Sogar ein Bier zaubert Washington herbei, wir mampfen glücklich. Der Grillkarren scheint wirklich die erste Adresse in der Stadt zu sein, viele halten hier an und holen sich ihr Mittagessen.
Unsere Supermarktbestellung holen wir auch noch ab, dann sind wir durch. Ausklarieren in Barbuda? Suba! (Jaja, es hinkt…)

