12.12.16, 10.Tag
14 Grad 32’5N, 49 Grad13’06 W KÜG 267
Es ist die Nacht des ganz wenigen Schlafes. 32 Knoten Wind droht der Wetterbericht an, abends um 9 ist davon noch nichts zu spüren. Vorsichtshalber holen wir die Fock ein und segeln mit gerefftem Großsegel, aber das ist sozusagen nur vorauseilender Gehorsam. Bis wir die Wolkenbilder sehen. Unheilvolle Gebilde türmen sich auf. Wir nutzen eine Windpause, holen das Groß ein und setzen die Fock wieder, die ist leichter zu reffen. Zum Glück. Auf 29 Knoten scheinbaren Wind klettert die Windanzeige, wir machen 7 Knoten Fahrt. 36 Knopten!!! Das ist Windstärke 8. Peter refft die Fock, und schon kommt der Regen. Ein Squall! Typische tropische Wettererscheinung – ein lokales Tiefdruckgebiet mit bis zu 40 Knoten und einer Menge Regen, das sehr schnell kommt – und genauso schnell wieder geht. Glücklich, wer ein Radar besitzt, da sind sie gut und rechtzeitig zu erkennen. Leider hat unserer sich gerade verabschiedet…
Geschafft, denken wir, als der Squall durch ist, und Peter legt sich schlafen, ich beobachte. Kurz darauf klettert die Windanzeige wieder auf über 30 Knoten scheinbarer Wind. Sturm. Das ist Chefsache . Ich hole den Käpt’n also wieder aus dem Bett. Wir reffen, was das Zeug hält, bis die Fock nur noch handtuchgroß ist. Und unsere Hugin surft mit 9,2 Knoten die Welle hinunter! Unser armes Bötchen, das ist sie nicht gewohnt. Aber vielleicht liebt sie ja das Abenteuer? Denn es ist herrlich an Deck. Der Wind ist warm. Das Schiff liegt ruhig und läuft wie auf Schienen. Wir halten den Kurs ohne Probleme. Bei achterlichem Wind macht Sturmstärke nichts. Und wir lernen – wir beherrschen das Schiff auch bei Squalls und starkem Wind.
Noch ein paar Mal kommen wir in den Genuss von Squalls, mal mit, mal ohne starken Wind. Toll ist es jedes Mal, wie die See vom Regen aufgepeitscht wird. Und dann – kommt die Sonne Und wir trocknen ja wieder…
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