Atlantik, Tag 1, 2.12.16
An das Schaukeln müssen wir uns erst wieder gewöhnen. Und es schaukelt sehr zwischen den Inseln Sao Nicolau zur rechten, Sao Vincente zur linken. Dafür machen wir 7 Knoten Fahrt! Wir setzen Segel. Der Wind kommt vom genau von hinten und ist zu stark für unser Wunderkind Parasailor, also klassisch: Großsegel setzen und weit auffieren, Fock mit Spibaum zur anderen Seite. Wir befestigen den Spibaum (wir erinnern uns- der letzte hielt eine halbe Stunde, bevor er einknickte) hinten, vorn und oben – und sind vom Ergebnis nicht überzeugt. Er wackelt wie ein Lämmerschwanz. Was also dann?
Es wird schon dämmrig, wir müssen uns schnell entscheiden. Vor lauter Überlegungen merken wir gar nicht, dass der Wind gedreht hat. Er kommt von vorn! Das gibt es eigentlich gar nicht in dieser Gegend zu dieser Jahreszeit!
Also Segel neu setzen. Ich will auch mal was tun und den Bullenstander, der das gewaltige Großsegel fixiert und vor dem gefährlichen Umschlagen schützt, lösen. Peter warnt mich noch – da rauscht mir das Tau schon aus der Hand und der Baum schlägt. Zum Glück ist Peter nichts passiert – und dem Mast auch nicht. Ich würde mich am liebsten im Mauseloch verkriechen – ich habe den Baum nicht halten können! Segeln ist doch nichts für mich…
Mittlerweile hat der Wind sich besonnen und den Kurs eingenommen, den er zu nehmen hat – er kommt achterlich. Und stark. Wir müssen das Großsegel reffen. Das heißt, in der Dämmerung in den Wind gehen – ein Kurs, der ziemlich stürmisch ist. Nach großer Anspannung – geschafft. Peter ist wieder heile im Cockpit, wir nehmen Kurs. Setzen Groß und Fock auf eine Seite, es ist stabil – und wir machen über 6 Knoten.
Peter schickt mich Schlafen – was schwer ist, die Wellen schlagen gegen den Rumpf, der Wind sirrt in den Wanten. Immer wieder gehe ich besorgt an Deck, doch da ist es friedlich und der Käpt’n hat alles unter Kontrolle. Die erste von vielleicht 20 weiteren, langen Nächten….
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