Atlantik, 3.Tag, 5.12.
Wir haben den Parasailor gesetzt und weniger als eine Stunde dafür gebraucht, ha! Geht doch! Und schon sind wir schneller – fast 7 Knoten! Für kurze Zeit, dann mag er Wind nicht mehr, leider.
Das Leben an Bord aber ist angenehm. Wenn auch etwas anstrengend, körperlich. Sich überall abzustützen, fordert alle Muskeln. 24 Stunden BauchBeinePo, Ladies, ihr wisst, was das heißt. Und es sind 24 Stunden, denn auch nachts muss man sich abstützen, um nicht im Bett herumzukugeln respektive an Deck von der Bank zu fallen.
Vor allem das Kochen ist eine Herausforderung: mit dem vorderen Bein und der Hüfte abstützen an der Arbeitsplatte, das hintere Bein ausgestreckt gegen die Leiter gepresst, je nach Wellen, die da kommen, Gewicht verlagern! Einen Schritt nach rechts, zum Herd. Und wieder zurück. Und dann auf die Zutaten aufpassen! Alles, was auf glatter Fläche steht, wandert und reißt unweigerlich mit sich, was im Wege ist. Das im letzten Moment stoppen, während man grade Zwiebeln schneidet, die sofort ins Rutschen kommen, wenn man ihnen nicht volle Aufmerksamkeit angedeihen lässt! 100 Sinne und fünfzig Arme braucht man da, mindestens.
Auch das Essen selbst ist nicht gerade lustvoll. Wir essen aus hässlichen Plastiknäpfen, die wir uns im letzten Moment noch zugelegt haben – zum Glück. Und schaufeln in uns hinein. Anders geht es nicht. Abstützen, schaufeln, Mund treffen, Gleichgewicht behalten…Und das Glas im Auge beziehungsweise noch besser zwischen den Beinen.
Wasserglas, versteht sich. Zu meiner großen Freude sind wir eigentlich wieder beim Cocktailsegeln angekommen, es ist entspannt. Bloß die Cocktails fehlen. Auf den Überfahrten trinken wir keinen Alkohol, haben wir uns verordnet. Und so genießen wir den Mond, der durch den Parasailor scheint, andächtig – mit einem Becher Pfefferminztee…
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Hallo Ihr Lieben, ich schreibe aus dem Schneideraum – Nachtschicht. Gerade musst die liebe Karin Kirchberger den Kasten runterfahren, hatte sich aufgehängt…. Das gibt mir die Zeit, Euch endlich mal ein paar Zeilen zu schreiben.
Ich verfolge Eure aufregende Reise und lese die unterhaltsamen Berichte, die von Euren Erlebnissen – den schönen und den weniger schönen – erzählen. Dass Ihr doch noch den großen Sprung über den Atlantik zeitlich schaffen würdet, das hätte ich noch im Oktober nicht vermutet. Es sah nach allem so aus, als sollte es nicht sein. Und nun seit ihr unterwegs! Verrückt!
Lasst es Euch gut gehen und passt auf Euch auf! …..Grüße aus dem winterlich-kalten Baden-Baden von der Cordula
Hallo Ihr lieben, tapferen Weltenbummler, ich trinke auch Tee, prost einen auf Euch Beide, denke an euch ganz viel und jeden Tag…gerade beim Plätchen backen..mmhhmm, Ihr seid auf dem großen Wasser…und hoffentlich bald überm Teich..noch viel Wind und gute Balnce…ich drücke Euch und lese mit Spannung eure Berichte, herzliche Grüße Brigitta