30.12.2016
Da ist sie nun wirklich, die Bilderbuchkaribik! Wir haben einen Sprung nach „PiEsWai“ = Petite Saint Vincent gemacht- eine Trauminsel. Winzig. Nur ein Luxushotel gibt es darauf, dennoch dürfen Yachten ankern und die Crew in Wasser und Schnorcheln gehen. Glasklar, türkisfarben – Fische! Korallen! Wir sind glücklich.
Leider ist es kein Ankerplatz zum Übernachten, wir müssen weiter. Nach Clifton, Union Island. Auch nett, eine winzige Bucht, allerdings voller Untiefen. Nicht ungefährlich anzusteuern, noch dazu liegen viele Boote da, schon kommt uns ein „Boatboy“ als Pilotboot zu Hilfe und geleitet uns zu einer Boje. Na gut, sie sind von der Regierung ausgelegt, versichert er uns, dann werden sie wohl halten. Bevor er wieder abzischt, schnorrt er noch ein paar Zigaretten von Hans-Werner und bietet im Gegenzug Grass an – nein danke, aus dem Alter sind wir (leider?) raus.
Hier gefällt es uns. Der Blick ist sagenhaft, auf die Riffe, die die Bucht umschließen. Der Ort hat sich ganz dem Tourismus verschrieben, es gibt viele kleine Bars, Restaurants Souvenirshops, bunt angemalt, kein Haus höher als eine Palme – so will es die Vorschrift in der ganzen Karibik wegen der Hurrikangefahr.
Viele Rastas – das Easygoing scheint aber doch nicht ganz so easy zu sein, viele haben sich anscheinend ziemlich die Birne weggedröhnt, haben glasige Augen, bieten Grass, sogar Koks an, und sie nerven, weil sie ein „Nein“ nicht akzeptieren und aufdringlich werden.
Wir wollen auf Wunsch einer einzelnen Dame Pizza essen. Nur ein kleines Stück als Lunch. Angeboten in einem Restaurant mit Meeresblick. Wir bestellen und warten und warten. Fast zwei Stunden lang. Dann kommt sie – eine sehr eigenwillige Kreation, die vegetarische ist mit tiefgefrorenem Leipziger Allerlei belegt – und noch dazu ziemlich teuer.
Uns wird nach einem Besuch in den „Supermärkten“ allerdings auch klar, warum. Fast alles wird importiert, aus den USA, aus Kanada. Eine Milchwirtschaft gibt es auf den Inseln nicht. Familien halten für den Eigenbedarf eine Ziege mit Zicklein, Hühner – große Weiden für Kühe haben wir nicht gesehen. Folglich sind Milch, Käse teuer. Ebensowenig gibt es (zum Glück) Treibhäuser. Also wird auf den winzigen Märkten – so es sie überhaupt gibt – das wenige verkauft, was die Gärten produzieren. Daran werden wir uns halten müssen und probieren. Oder für teuer Geld Dosentomaten etc. zusammensuchen müssen – denn was die Supermärkte im Angebot haben, ist sehr überschaubar. Einen Gourmetshop gibt es, der hat Frischkäse mit Lachs! Schon leuchten meine Augen, bis ich den Preis sehe: umgerechnet 7 Euro…Dann lieber doch Spiegelei.
Also, wir müssen uns noch auf das karibische Leben einstellen. Nicht nur, was das Kulinarische angeht. Wir fallen immer früher ins Bett – gestern um 8! So wird das nichts mit Rumpunsch und Reggae…!
Ich sitze, während ich das schreibe, in besagtem Gourmetshop, weil der Internet hat. Und eine sehr nette Atmosphäre. Tibetische Gebetsfahnen, Love und Peace überall, ein Poster von Jimi Hendrix – auch wenn sich der „Spirit“ nicht unbedingt mit den Preisen deckt – nett ist es hier.
Heute abend (wir haben fünf Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland) werden wir im ganzen Ost Silvester feiern. Die Steeldrums sind schon an verschiedenen Locations aufgebaut – da wir gestern vorgeschlafen haben, werden wir es ja wohl hoffentlich heute schaffen, mal bis Mitternacht wachzubleiben – und zu feiern!


Hallo liebe Ute und lieber Peter,
wir grüßen Euch aus dem kühlen, heute wolkenfreien und sonnigen Köln ( mit einem herzlichen Feuerwerk ) und wünschen Euch nach dem spannenden und erfolgreichen Jahr 2016 ein tolles Jahr 2017 mit vielen tollen Begegnungen und Erfahrungen und (später) eine gute Rückkehr nach Europa.
Wir gratulieren Euch zu Eurer tollen Atlantiküberquerung. Lesend durften und dürfen wir Euch begleiten und es ist faszinierend.
Für Ruth ist die Vorstellung zwar eher beängstigend ….. so viel Wasser und Wind , auf einem so kleinen Boot… mich dagegen kribbelt es schon sehr, dieses Abenteuer vielleicht auch einmal erleben zu dürfen.
Mal sehen, was das Leben noch so ermöglicht.
Ihr habt Euch Euren Lebenstraum jedenfalls toll erfüllt. Davor kann ich jedenfalls nur meinen Hut ziehen. Ich glaube Euch kann so schnell nichts mehr erschüttern.
Alles, alles Gute und noch eine richtig gute Zeit in der Karibik …… mit klarem Wasser zum Schnorcheln und traumhaften Buchten ….. und reichlich Zeit zum Genießen.
Wir freuen uns von Euch zu lesen und später mal einen Live Bericht zu erhalten.
Alles Gute und Liebe
Von Ruth und Michael
(aus Köln)