17.12.16 15.Tag auf dem Atlantik

13 Grad 01 N, 58 Grad 00 W, KÜG 261
Zwei Tage noch, wenn alles gut geht, zwei Tage noch bis Grenada. Morgen müssten wir schon Barbados sehen.
Wir sind schnell! Hatten vorgestern einen Bilderbuchsegeltag mit 3 – 4 Bft , also Parasailor, dazu Sonne, nur niedrige, wenig kabbelige Wellen, ein Dahingleiten – so schön kann Segeln sein! Manchmal….Es ist uns folglich schwer gefallen, das Zaubersegel in der Abenddämmerung zu bergen, aber so war ja mal die Verabredung – nachts wird sicher gefahren. Squalls! Die kamen in der Nacht nun überhaupt nicht, stattdessen dümpelten wir mit 4 – 5 Knoten dahin. So etwas frustriert….
Weshalb wir gestern wieder den Parasailor setzten. Es hat uns genau 1 Stunde 48 Minuten gekostet…weil wir ihn mit zwei Spibäumen gefahren haben, und die einzufädeln, das dauert.
So etwas baut man dann auch nicht so gerne wieder ab, zumal wir ordentlich Geschwindigkeit gemacht haben. Ab Samstag soll uns ein Starkwindgebiet mit 34 Knoten im Nacken sitzen, also, nichts wie weg. Wir haben unser Lieblingssegel denn auch nachts stehen lassen – und wieder wenig geschlafen. Beide an Deck, Wache im Stundenturnus, um schnell handeln zu können, falls Squalls, diese fiesen Tiefdruckstarkwindwolken, kommen. Sie kamen. Einmal. Zweimal. Also das Riesensegel mitten in der Nacht in den Bergeschlauch ziehen, über die Ankerwinsch, anders ging es nicht mehr. Und dann wieder entgleiten lassen, sobald die Wolken vorbei waren. Und beobachten – wie hoch klettert die Geschwindigkeitsanzeige? 15 Knoten? Geht noch. 20! Aber nur in Böen. Wieder 20! Die Hugin macht 9 Knoten! Das ist zu viel!!!
Im Morgengrauen bergen wir unsere Rennmaschine wieder, schweren Herzens. Ein Etmal (also die Tagesentfernung) von 159 Meilen! Kriegen wir nie wieder.
Es stellt sich aber heraus, dass das Bergen mehr als überfällig war. Die Umlenkrolle an der Mastspitze, über die das Spifall führt, das den Parasailor hält, ist durchgescheuert. Ein 8mm starker Metallring…Grade nochmal gutgegangen! Etwas länger, und das Fall wäre gerissen und das Riesensegel im Wasser gelandet – mit unabsehbaren Konsequenzen…
Außerdem steigt der scheinbare Wind schnell. Auf 22 Knoten, plus 6 Knoten Geschwindigkeit – das ist ein satter Starkwind. Mit ca 4 Meter hohen Wellen…
Wir fahren nur mit der Fock. Es schaukelt wie schon lange nicht mehr, uns ist das heute grade recht. Wir holen den Schlaf der letzten Nacht nach. Und hoffen auf ruhigeres Wetter…
—- This e-mail was delivered via satellite phone using IRIDIUM’s AxcessPoint Mail & Web software. Please be kind and keep your replies short.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert