14.12.16 12.Tag auf dem Atlantik

14.12.16, 12. Tag auf dem Atlantik
14 Grad 21,5 N, 051 Grad 2,18 W , KÜG 245
Wenn nur die verdammten Wellen nicht wären! Nicht nur, dass sie, wie beschrieben, den aufrechten Gang schier unmöglich machen. Nein, sie zerstören auch. Kommt doch glatt eine durch die Hintertür bzw. den Niedergang. Das hat sich bislang noch keine getraut, noch nichtmal bei Sturm. Diesmal scheint die See relativ ruhig zu sein, da kommt der Brecher, zong, von schräg hinten über das Heck bis auf den Kartentisch. Laptop, handys, Seekarten, Polster, alles, alles wird gebadet. Wir sind sprachlos.
Dann muss unsere Teekanne dran glauben. Ich hatte sie, zugegebenermaßen optimistisch, auf einer Ablage mit 5 Zentimeter hohem Rand geparkt. Das kann doch eine Welle nicht erschüttern! Zong, katapultiert sie die Kanne ins Spülbecken. Zum Glück gibt es auf dem Boden keine Scherben. Aber wir halten wir nun unsere teatime ab???
Die See will uns nicht, glaube ich. Wir würden ja auch gern endlich ankommen, aber da lässt uns der Wind auf einmal im Stich. Flaute. Dümpeln. Die ganze Nacht, keine 5 Knoten Fahrt. Ich höre Pink Floyd und suche die dark side oft the moon. Nicht zu finden. Er strahlt pfannkuchengleich, voller Unschuld. Die Wellen plätschern leise.
Dafür hat der Tag drauf es in sich. Keinen Wind, oh nein: Regen. Immer wieder – Regen. Grau in grau. Hat eher was von Nordsee als von „kurz vor Barbados/Grenada“….
Auch dieser Tag wird rumgehen. Und dann sind es hoffentlich nur noch fünf – bis in eine ruhige, friedliche Bucht – ohne Wellen…
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