12 Grad 40′ N, 60 Grad 18’W, KÜG 267
In der Nacht sehen wir von Ferne Barbados. Schiffe erscheinen wieder auf dem AIS, Funksprüche auf Kanal 16. Wir sind wieder unter Menschen.
Es wird auch Zeit, dass wir ankommen. Wir hören Stimmen auf dem Boot. Einen Chor. Einen Hund gar!
Den letzten Sonntag auf See wollen wir mit einem besonderen Frühstück feiern – Rührei. Eine blödsinnige Idee, wie mir schon nach der Nacht hätte klar sein müssen, in der ich bei jeder zweiten Welle von der Bank an Deck gekullert bin. Windstärke 6, Wellen ca. 4 Meter hoch. Richtige Segler kochen nach Seegang und nicht nach Gusto der Küchenchefin…
Dann hätte es Joghurt mit Trinkhalm gegeben. Bei uns gibt es mal wieder Akrobatik. Zu würzen, das Gewürzglas aufzuschrauben, ohne die Eier im Becher zu verlieren, der noch in der Spüle geparkt ist. Milch dazuzugeben, Butter in die Pfanne, die gefährlich schaukelt, erfordert permanente Konzentration und Balance. Soweit geht alles gut. Nach 17 Tagen geübt genug. Ich will schon frohlocken. Dann kommt eine besonders kräftige Welle und schleudert die Hälfte der Masse aus der Pfanne…Nein, ich fluche nicht mehr. Ich seufze nur noch…
Aber das Frühstück bekommen wir mittlerweile unfallfrei über die Bühne – Kaffee, Marmeladen und Milch sind auf dem Boden entlang der Bank geparkt und werden von Peters zarten Füßchen am Umfallen gehindert. Kaffeebecher finden Halt in Fernglas und Sicherheitsgurt. Das Brot wird, falls A grade mit Kaffeetrinken beschäftigt ist, von B am Herunterrutschen vom Teller gehindert. Etwas langatmig, das Ganze. Aber irgendwie hat es auch was, so hoch auf den Atlantikwellen…
100 Meilen noch. An Basteleien an Bord ist nicht zu denken. Peter trägt mittlerweile Stirnband. Wir hören Hörbücher, die uns eine liebe Kollegin noch mit auf den Weg gegeben hat. Und das ist auch toll…
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