…ist sicher möglich, aber für uns nicht mehr denkbar. Wir beziehen unser Wetter über Internet, hören von unseren Leben daheim über Email – also auch Internet -, recherchieren Buchten und Häfen, pflegen unsere Hugin-Homepage…Wir sind abhängig vom Internet!
Seit wir mit dem Boot unterwegs sind, führt uns der zweite Gang morgens in ein Cafe’ oder eine Bar (zum Kaffeetrinken…), die WiFi anbietet. Zusammen mit der Bestellung eines Getränks kommt sofort die Frage nach dem Codewort des Internets, dann hängen wir über dem Bildschirm wie gestört. Die Zeit im Cafe ist kurz und wir müssen so viel online erledigen…!
Helene, unsere französische Botsnachbarin in Castellamare, gibt uns einen heißen Tip. Eine SIM-Karte im jeweiligen Land kaufen, ins Handy einlegen und dann hat man Internet an Bord – ganz einfach, voila! Dass wir darauf nicht selbst gekommen sind…
In Castellamare noch suchen wir einen Laden, der Telefonkarten anbietet und uns durch den Tarifdschungel führt. Tim oder Tom heißt der Anbieter – und es funktioniert. Ganz einfach. Voila! Wir sind glücklich. Endlich in Ruhe surfen, schreiben, Mails beantworten, recherchieren!
Als wir Italien verlassen, hat das Glück ein Ende. Wir brauchen für Spanien eine neue Karte! Und die ist nicht so einfach zu finden.
Auf Menorca zuckt man nur freundlich die Achseln …. hier in Fortnells? Eher nicht. In der Hauptstadt! Da wollen wir aber nicht hin, auch nicht für eine SIM-Karte.
Auf Mallorca, da bestimmt. In Cala Ratjada, dieser Touristenhochburg! In der Tat werden wir in einem „locutorio“, das ist ein Internetladen, von wo aus man an Computern arbeiten und mailen kann, fündig. Er verkauft Karten diverser Anbieter. Eine bietet er uns an, Installation inklusive. Eine andere aber ist deutlich günstiger, die müssen wir selber einrichten. Kein Problem, meint mein Mann.
Tags drauf motoren wir die wunderschönen Küste Mallorcas entlang. Peter sitzt unter Deck und flucht. Alle Versuche, sich beim Anbieter anzumelden und einen Internetzugang einzurichten, scheitern. Ich bin da sowieso keine Hilfe, weil in der Hinsicht absolute Legasthenikerin. „Die Jungs“ – Peters Söhne Sebastian und Hans-Werner – könnten das! Aber wir haben kein Netz, um sie zu erreichen…
PS: Wir versuchen es erneut in Palma. Die SIM-Karte, verspricht der Verkäufer, Inhaber eines winzigen Supermarkts, funktioniert! Wenn nicht, sollen wir wieder kommen. Er wird sein Versprechen bereuen…
Es funktioniert natürlich nicht. Wir hängen morgens eine Stunde in der Warteschleife des SIM-Card-Anbieters („Ihr Anliegen ist uns wichtig, bitte bleiben Sie in der Leitung!“) bevor eine genervte Stimme fragt, was für ein handy wir denn haben? Sebstians altes, HTC,,,
Ja und, welches? Fragt die Stimme ungeduldig.
Ähm, keine Ahnung
Diese Konversation wird in gebrochenem Englisch geführt. Die Dame legt einfach auf. Wir gehen zu unserem Supermarkthändler. Sein Lächeln wird spürbar schmäler, als er sich durch das Handy fuchst. Eine Stunde später, nachdem er sich selbst Rat auf der Homepage gesucht hat, haben wir ihn – unseren Hotspot!
Und ich sitze gerade in einem wunderhübschen Cafe, bestelle mir einen frischgepressten Saft, und schreibe…
