Wenn wir schon warten müssen, können wir die Zeit auch nutzen und das Land erkunden, dann eben nicht vom Boot aus, sondern auf vier Rädern. Ich ergattere einen Mietwagen im Internet, superbillig, 43 Euro für zwei Tage, und bin stolz wie Oskar.
Das Abenteuer beginnt an der Bushaltestelle – welcher Bus fährt von wo wann an den Flughafen? Wir warten relativ geduldig an einer Haltestelle, nur dem Wort der ebenfalls Wartenden vertrauend – einen Fahrplan gibt es nicht. Er kommt, der Alibus, und wir genießen eine ausgiebige Rundfahrt durch die Stadt. Die Haltestelle auf der anderen Strassenseite wäre der direktere Weg gewesen…
Egal. Frohgemut treten wir an die Mietwagenstation. Die freundliche Dame dort checkt ihre Reservierungsliste einmal, zweimal und runzelt dann die Stirn. Na, dachten wir uns doch, dass bei dem Preis ein Haken ist! Dann möchte sie den Voucher, also die Reservierungsbestätigung, sehen. Und die zeigt – den 18. als Reservierungstag an. Ich habe mich um eine Woche vertan! Ich könnte mich…na, ihr wisst schon.
Es gibt dann noch einen Wagen, eine alte, ausgeleierte Gurke mit 45 PS für den dreifachen Preis – dann nehmen wir eben den. Eine Woche wollen wir nicht warten, da sind wir hoffentlich wieder mit unserem Schiff unterwegs!
Wir fahren an den Ätna. Es ist kalt, es regnet und gewittert, also verzichten wir darauf, die Seilbahn zu nehmen und dem Gipfel noch näher zu kommen – der ist sowieso in den Wolken. Sehr beeindruckend ist es dennoch, durch die erstarrte Lava zu laufen, zu wissen, dass der Vulkan jederzeit wieder ausbrechen kann…
Hervorragende Weine soll die fruchtbare Region hervorbringen. Wir machen uns auf die Suche nach Bottegas, die Weinproben anbieten, Weine verkaufen und wo wir sicher lecker essen und herrlich schlafen können, so ähnlich wie in der Pfalz.
Wir finden – nichts. Keine Vinothek, keine Übernachtungsmöglichkeit. Die Landschaft auf dem Rückweg ist schön, bewaldet, zum Wandern geeignet – aber nicht auf den Tourismus abgestimmt.
Dann fahren wir eben weiter ans Meer. Und suchen uns da ein Zimmer, Bed-and-Breakfast, vielleicht an einer Uferpromenade, an der wir abends noch entlangbummeln können!
Wir finden – nichts. Kommen durch große, unübersichtliche, verwinkelte und wenig einladende Städte, sehen kein B&B-Zeichen, keine Hinweise auf ein Bett.
Wir fahren weiter und weiter die Küste entlang, langsam ziemlich frustriert, dunkel ist es auch schon. Doch im Auto übernachten? In unserer kleinen Kiste eher abschreckend.
Dann endlich – ein paar kleine Städtchen. In Castel di Tusa endlich kommen wir an einer Bar vorbei, die einladend wirkt. Man guckt Fussball, das und die Aussicht auf ein Bier zieht uns magisch an. Na klar können die uns weiterhelfen. Der Besitzer hat ein letztes Zimmer für uns! (Für einen Touristenpreis, wie sich dann herausstellt, aber immer noch relativ günstig. )Wir sind froh.
Eine junge Frau, höchstens Anfang 30, bringt uns hin. Ihr und dem Barbesitzer gehört das Haus, wie nett, dass so junge Leute so etwas auf die Beine stellen – jaja, klingt wie Methusalem, ich weiß. Es ist ein schönes Bed&Breakfast – fast ein Boutiquehotel. Die Mauern freigelegt, der Fussboden Terrazzo, das Zimmer geschmackvoll eingerichtet. Ein Glücksgriff. Die Lehre daraus für uns: Besser vorbereiten im Internet oder: an einer Bar fragen. Die wissen immer was!

