Reggio/Kalabrien

Es ist Feiertag in Italien – langes Wochenende, alles hat geschlossen, auf dem Boot arbeiten können wir auch nicht. Also wollen wir uns ein Auto mieten und die Gegend erkunden.

Carla, die freundliche Dame in der Touristinformation, ist untröstlich. Drei Autos haben sie , das letzte hat sie gestern vergeben – auch privat ist an dem langen Feiertagswochenende, wo Hintz und Kuntz unterwegs sind, nichts zu machen.

Peter, Peter(der nie freiwillig auf die Schienen geht!!!), schlägt vor, den Zug zu nehmen. Carla, erleichtert, uns helfen zu können, findet das eine gute, nahezu geniale Idee. Wir nehmen den Zug nach Reggio! Zumal in Reggio gerade eine Eisdiele zur besten Italiens gekürt wurde! Cesare, ganz leicht zu finden, Reggio ist klein…

Also, auf nach Reggio. Der Zug fährt durch trostlose Gegenden. Karg, wasserlos. Wunderschön hingegen die andere Seite – kilometerlange Strände mit klarem blauem Wasser. Wer Badeurlaub liebt, ist hier richtig.

Reggio enttäuscht uns anfangs. Auch hier ist alles geschlossen, sieht etwas trist aus. Wir tasten uns vor, laufen der Nase nach – und finden irgendwann die Strandpromenade. Klassizistische Bauten entlang der Hauptstraße, Palmen. Einen botanischen Garten! Schöne Restaurants. Reggio, finden wir nun doch, hat was. Auch wenn wir Cesare leider nicht gefunden haben…unsere Eisdiele war auch grandios.

Wir lassen uns in einer Kneipe nieder mit Blick auf die Strasse von Messina. Da wollen wir auch in – sobald unser Bötchen wieder fährt.

Erstmal müssen wir zurück. Der letzte Zug fährt um 20:15!

Die selbe Idee haben außer uns hunderte anderer Reisender. Der Zug besteht aus zwei kleinen Waggons – unmöglich, dass alle da unterkommen, auch wenn wir wie die Sardinen stehen. Die Stimmung droht zu kochen, der Zugschaffner holt die Carabinieri, Polizei also, zu Hilfe. Dann warten wir. Warten. Warten. Keine Informationen, wann es weitergehen soll – und ob überhaupt…

Eine Stunde später kommt auf dem anderen Bahngleis ein neuer Zug, größer. Und dann geht es endlich los. Es ist Mitternacht, bis wir zurückkommen. Zwei Stunden Fahrt hin, fast vier zurück, vier Stunden in Reggio. Trotzdem – es hat sich gelohnt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert