Der mecanico kommt wieder, testet und testet und testet – keine guten Nachrichten. Die Einspritzpumpe, möglicherweise. Dann haben wir ein echtes Problem, denn unser Motor ist so alt, dass es die dazugehörigen Ersatzteile meistens nicht mehr gibt. Ich will nicht verhehlen, dass ich mir ein klitzekleines Problemchen durchaus gewünscht hatte, um mal ein paar Tage am Stück an einem Ort bleiben zu können. Ich fühle mich manchmal ganz schön gehetzt und finde es völlig idiotisch, mein einziges Sabbatical wie auf der Flucht zu verbringen. Aber den Motor wollte ich dafür nicht opfern! Und darauf wird es hinauslaufen – bekommen wir keine Ersatzteile mehr, brauchen wir einen neuen Motor…und dann…
…hat unser Abenteuer bereits im dritten Land, das wir besegeln, ein jähes Ende gefunden…!
Noch aber geben wir die Hoffnung nicht auf. Tomaso kommt, ein weiterer Mechaniker. Er will die Pumpe ausbauen und einschicken, um sie reparieren zu lassen. Dummerweise ist in ganz Italien ist ferragosto –alle Betriebe haben Ferien! (Wer Camilleri und seine Romane um den Comissario Montalbano gelesen hat, wird das kennen….)
Auch Tomaso macht erstmal Urlaub, Dienstag kommt er, hofft auf den Bosch-Notdienst und dann – mal sehen…Klappt das nicht, versuchen wir es in Deutschland, parallel kontaktieren wir alle möglichen Techniker, die sich auskennen und wirklich per mail oder telefonisch zur Seite stehen.
Erstmal sitzen wir also fest. Und machen alles mögliche am Boot, was sowieso fällig ist. Es wird mal wieder – Baustelle…
Abends wollen wir uns belohnen und in der Marina essen gehen. Das muss sehr gut sein, man muss reservieren, sonst bekommt man keinen Platz. Tagsüber ist das Ristorante miniklein, abends werden Tische über Tische rausgestellt und die Menschen kommen von nah und fern, in schicken Abendklamotten und ausgehfein. Das haben wir uns verdient!
Es ist wie Oktoberfest und Düsseldorfer Altstadt zusammen. Es gibt die Pizza nicht rund, sondern am Meter. Der Hit ist ein Gestell, das an Kaugummiautomaten erinnert, aber mit Warsteiner Bier gefüllt ist, auf den Tisch gestellt wird und dort Plastikbecher über Plastikbecher füllt. Dazu kann man Pizza mit Wurstel und Kartoffel bestellen…Und die Leute sind begeistert! Über 300 Gäste werden da pro Abend bedient, von der gerühmten Entspanntheit der Kalabresen hat das aber rein gar nichts. Die Bedienungen joggen regelrecht die Tische entlang, brüllen sich an, treiben sich an – wir fühlen uns wie Besucher auf einer Galeere. Und das Essen ist –lausig. Peters Spaghetti sind sehr al dente, die Soße ist lieblos drüber geknallt, der Pizzabelag versinkt in Teig und fettigem Käse und der Wein ist auch nicht besonders. Das war wohl nichts…
Wir wollen uns mit Cafe und Grappa im Städtle entschädigen – aber unsere Räder sind weg! Na gut, es sind nicht „unsere“, sie sind Allgemeingut, aber wir haben sie geliehen und sie stehen vor unserem Boot und Ersatz ist nicht in Sicht. Wir sitzen also fest und finden das nun wirklich eine absolute Sauerei.
Dann nehmen wir den Espresso eben in dem kleinen Cafe’ hier – und einen weißen Grappa, der sehr gut ist. Und uns dann doch etwas entschädigt…
PS: Als wir zurück aufs Boot kommen, sind die Fahrräder wieder da. Wir schließen sie ab! Am Morgen ist ein Vorderrad abmontiert und steht daneben. Wir haben einen Fahrradkampf!!!

Schön, dass Ihr es nach Kalabrien geschafft habt. Trotz der Widrichkeiten. Drück Euch die Daumen, das das mit der Pumpe irgendwie bald klappt.
Aus dem Negativem das Positive schöpfen. Zeitplan über Bord und genießen
Wo genau seid Ihr zwei gerade? Kann ich für Euch etwas organisieren?