„Vaffanculo“ wecken mich deutliche Worte von einem Boot draußen, wir sind eindeutig in Italien: „Verpiß dich…“! Ein Blick aus dem Fenster lässt mich daran zweifeln: So habe ich mir Kalabrien nicht vorgestellt. Irgendwie…italienischer! Sieht eher aus wie in der Schweiz – im nicht so noblen Teil….
Peter versucht, den Motor zu entlüften und ihn damit wieder zum Leben zu erwecken. Wahrscheinlich war der eine Tank leer, obwohl die Tankuhr noch 20 Liter angezeigt hat. Damit hat er Luft gezogen, und damit haben wir den Salat. Auch 50 Startversuche bringen nichts, wir müssen in der Marina Hilfe suchen und fahren mit dem Dinghi rüber.
Da ist erstmal keiner. Es ist kurz vor 3 – Mittagspause! Orietta und Franco, Segler aus Genua, versuchen, uns weiterzuhelfen. Rufen hier an, rufen dort an….Tomaso ist nicht da, aber Francesco! Francesco kommt in einer Viertelstunde – einer kalabrischen Viertelstunde, will heißen, es kann eine halbe werden. Ob wir so lange einen Kaffee trinken wollen? Gute Idee. Im Marina-Ristorante bestellen wir Cappuccino, den ersten „echten“ italienischen! Und wollen unser Helfer gern einladen, da haben sie schon bezahlt, für uns natürlich mit – kein Problem, also bitte!
Das sind Situationen, die uns immer wieder mit Problemen versöhnen – Menschen, die so selbstverständlich hilfsbereit und großzügig sind. Orietta erzählt – wir radebrechen italenglisch -, dass sie immer nach Kalabrien in den Urlaub fahren, weil die Menschen hier so entspannt, hilfsbereit sind….Und Roccella sei so eine hübsche Stadt (ach ja?), heute Abend gibt es ein Thunfischfest auf den Straßen, man kann mit Fahrrädern der Marina dahinfahren. Gute Idee!
Zunächst aber trudelt dann doch Franceso, der Mechaniker, ein, der verspricht, sich an Bord bringen zu lassen, sobald sich das Wetter draußen beruhigt hat.
Wir fahren trotz Wind und Wellen mit dem Dinghi zurück und werden nicht mal nass. Und warten. Und warten. Und rufen zwischendurch immer wieder die Marina an: Davide, der Francesco fahren soll, hat grad keine Zeit, leider, leider…Wir warten, warten, rufen an und schlagen vor, ihn selbst mit dem Dinghi zu holen. Da ist Francesco leider gerade an einem anderen Ort an einem anderen Projekt und nicht mehr da…Grrrrr.
Und dann kommt er doch. Versucht alles, was Peter bereits versucht hat, und kommt zu dem Ergebnis: Die Einspritzpumpe ist verstopft. Da kann er an Bord nichts machen – morgen.
Die Marina besorgt uns ein Fischerboot, das uns schleppt. 150 Euro will der Fischer dafür – va bene, wir sind froh, an Land und in Sicherheit zu sein. Als er das Geld einsteckt, fragt er, wo wir getankt hätten? Griechenland? Alles klar. Fast alle Boote, die aus Griechenland kommen, haben Probleme mit dem Tank. Die Griechen verkaufen dreckiges Petrol! Davor hatte uns Emre von der Yatmarina auch schon gewarnt…


Lasst Euch bloß nicht unterkriegen. Habt Geduld – auch unendliche Geduld. Die braucht man da unten.