Horta, 30.6.2017
„The azores are paradise“, strahlt uns ein Einheimischer an, als wir selig von der Kneipe in Porto Pim kommen. Wir können nur nicken. Aber uns begeistert nicht nur die Landschaft. Sondern auch die Kultur.
Wir besuchen das Museum von Horta. Sehr spannend. Unheimlich schön gemacht, in einem alten Herrenhaus untergebracht. Sonntags ist der Besuch frei, sonst kostet er nur 2 Euro, hier wird Wert auf Bildung gelegt, die alle erreichen kann.
Wir hatten uns schon oft gewundert, dass fast jeder in Horta fließend englisch spricht. Und sooo viele Touristen gibt es hier nicht…
Und lernen: Horta war schon fast immer international.
Martin Behalm, ein Seefahrer aus Nürnberg, entwarf hier den ersten Globus.
Captain Cook landete in Horta an.
Walfänger aus Amerika nutzten den im 18. Jahrhundert ausgebauten Hafen. Von dort aus wurde auch der Wein aus Pico verschifft – sogar bis zum russischen Zaren.
Ende des vorletzten Jahrhunderts, um 1890, kamen die ersten Telegrafengesellschaften und begannen, Unterwasserkabel zu legen, um Afrika, die Kapverden, Nordamerika und Europa zu verbinden. Darunter war auch die Deutsch-atlantische-Telegrafengesellschaft. Büros entstanden, Mitarbeiter aus aller Herren Länder ließen sich nieder. Ganze Wohnviertel wurden gebaut, architektonisch verschieden, je nach kulturellem Hintergrund.
Horta war ein Knotenpunkt. Hier tankten die großen Schiffe auf der Transatlantikroute von Amerika nach Europa. In den 30er Jahren kamen die Flugzeuge von PanAm, Lufthansa, sie alle landeten auf dem Wasser vor Horta, um Sprit, Wasser, Lebensmittel aufzunehmen.
Jetzt sind es die Segler, die ausruhen, auftanken in jeder Hinsicht und auf sehr freundliche, hilfsbereite und aufgeschlossene Menschen treffen. Und alle, denen wir begegnet sind, finden:
Ja. Die Azoren sind wirklich ein Paradies. Und Horta gehört dazu.

