Fajardo, 8.5.2017
Große Wäsche ist mal wieder fällig, und die Marina, vor der wir ankern, hat eine Wäscherei. Genauer gesagt, kann man Waschmaschinen und Trockner des Wohnkomplexes, der auf die Insel gebaut ist, mitbenutzen.
Wir packen also Wäsche in Taschen, die und uns ins Dinghi und kutschieren zum Kai.
Es ist Tiefwasser, oh je, die Kaimauer geht mir fast bis an die Schultern, aber irgendwie schaffe ich es doch, heile an Land zu kommen (Leitern und Aussteighilfen sind sehr, sehr selten).
Die nächste Hürde ist der Wachmann. Der Wohnkomplex ist nur mit einer Karte zu betreten, die wir natürlich nicht haben. Wir brauchen den Wachmann, der uns einlässt. Ist er nicht am Platz, warten wir. Unter Umständen länger.
Heute haben wir Glück, er sitzt an seinem Platz und drückt auf den Summer. Na, also.
Leider stellt sich heraus, dass Waschmaschinen und Trockner mit Quaters, 25cent-Stücken, gefüttert werden müssen. Wir waren davon ausgegangen, dass wir Münzen kaufen können.
Jeweils zwei Wäsche-Ladungen brauchen wir zu je 2 Dollar, macht also nicht weniger als 16 Quaters. Die haben wir natürlich auch nicht.
Wir wenden uns wieder an den Wachmann. Nein, so viel Kleingeld hat er leider nicht. Einen Laden, eine Kneipe, in der wir tauschen könnten, gibt es nicht. Der Wachmann bietet uns an, Münzen zu besorgen, wir sollen in eineinhalb Stunden wieder kommen.
Na gut.
Wir nutzen die Zeit, um mit der kleinen Fähre auf die größere Insel zu fahren und ein Auto für morgen zu mieten. Fahren wieder mit der Fähre zurück.
In der Tat, der Wachmann hat die Quaters besorgen können. Sehr nett.
Wir stopfen die Wäsche in die Maschinen. Und warten. Leider zeigen die Maschinen nicht an, wie lange sie brauchen, wir können die Zeit also nicht recht nutzen. Und warten.
Um 16 Uhr sind wir wieder auf dem Boot. Fast einen Tag haben wir gebraucht, nur um Wäsche waschen zu können…
Und dann können wir uns noch nicht einmal mit gutem Essen belohnen. Wir haben nichts Frisches mehr an Bord. Die Marina wirbt damit, einen kleinen Supermarkt zu haben – geprahlt. Dort gibt es eine kleine Ecke mit Dosen, kein Brot, kein noch so kleines frisches Stängelchen Gemüse. Nichts. Ohne Auto ist man hier aufgeschmissen. Also mal wieder – Spaghetti mit Tomatensoße…
