Fajardo

7.5.2017

Ein letzter Blick mit Tränen in den Augen auf das wunderbare Wasser, auf das Riff.
Kein Schwimmen mehr vor dem Frühstück, kein Schnorcheln, kein Kokosnussklauen mehr, keine Pelikane, Schildkröten! Es wird uns so fehlen!

Aber es hilft ja nichts, wir müssen weiter.

Erstmal nach Fajardo. Da soll es gute Supermärkte geben, um sich noch mal mit Schäkeln und allem für das Boot einzudecken, Supermärkte, um Lebensmittel zu bunkern.

Die Hochhäuser sieht man von Ferne. Naja, dann gehen wir dort halt Eis essen und an der Hafenpromenade bummeln. Ist ja auch ganz nett. Trösten wir uns.

Wir werfen den Anker vor der Isleta Marina, die ziemlich heruntergekommen aussieht, uns aber auch nichts kostet, nehmen eine kleine Fähre, um in die Stadt zu fahren, und stehen vor – Parkplätzen. Vielen Parkplätzen. Einem für die Motorboote, die die Isla Palominas bevölkert haben. Einem wie Fort Knox gesicherten Fähranleger. Ein paar desolate Häuser. Mehr gibt es hier nicht. Pure Einöde. So schlimm hat es noch nirgends auf unserer Reise ausgesehen.

Wir fragen eine Bewohnerin, wo es denn ins Zentrum der Stadt ginge. Stadt? Wundert sie sich. Ach so, wir meinten Dorf. Tja. Das ist weit weg. Wir könnten mit ihrer Nichte fahren. Aber zurück…Gibt es denn keine Busse?, frage ich. Sie lächelt mich mitleidig an. Am Sonntag? Aber da links entlang kann man eine Kleinigkeit essen und trinken, sehr nett sei es dort.

Wir folgen dem Ratschlag, es ist ein Schnellimbiss, nach alten Fett riechend, aber der Hunger bringt uns doch dazu, eine mit Käse und Guavenmarmelade gefüllte frittierte Blätterteigtasche zu essen. Gar nicht sooo schlecht. Und das Medallah, das puertoricanische Bier, schmeckt sowieso überall. Trotzdem – wir sind frustriert. Wo sind wir hier gelandet? In absehbarer Entfernung gibt es keine brauchbaren Buchten bis San Juan mehr.

Wir nehmen die Fähre zurück zur Marina und sehen anscheinend so traurig aus, dass ein älteres puertoricanisches Paar uns Bonbons anbietet.

Der Ort ist vielleicht scheußlich. Die Menschen aber, die sind eindeutig sehr freundlich.

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