Always look on the bright side of live

Die Nacht ist schrecklich. Sturmböen, Windstärke 8, die an allem zerren, vor allem an unseren Nerven, wir gehen ständig an Deck um zu schauen, ob unsere Leinen an der Boje noch nicht durchgescheuert sind und ob der Katamaran vor uns, der ankert, die entscheidenden paar Meter zulegt und uns endgültig rammt.

Einmal mehr fragen wir uns, warum wir uns das alles antun. Das Mittelmeer ist doch auch sehr schön! Hier? Schlechtes Wetter, starker Wind – von wegen Karibiksegeln mit blauem Himmel und leichter Brise! Voll ist es, teuer, und so richtig kennenlernen tun wir Land und Leute auch nicht.

Zudem funktioniert so vieles nicht. Wir haben zu wenig Strom, obwohl die Batterien eigentlich voll sein müssten. Dann haben sie uns noch die Handys gesperrt und wir können weder Banktransaktionen vornehmen noch nach daheim telefonieren. Zum Glück hat Peter eine Ersatztelefonkarte dabei.Und das Internet geht auch nicht! Als ich dann noch die Kaffeekanne vom Tisch fege, ist es ganz vorbei. ich will eigentlich nur noch nach Hause!

Wir gehen erstmal in die Stadt. Nett. Auch ohne Carnaval. Viele kleine Geschäfte, geschmackvoll. Keine Hektik.

Das hat auch Nachteile – wir wollen unsere SIMkarte für das Internet aufladen. Dazu muss man eine Servicenummer anrufen. Dazu braucht man Telefon. haben wir aber nicht….fast zwei Stunden warten wir in der SFR-Stelle, bis ein junger Mann uns weiterhilft, unendlich geduldig und freundlich, obwohl wir seine Mittagspause beanspruchen.

Dann haben auch wir Hunger, suchen und finden eine Saft-und Salatbar. An der Wand prangt ein peace-Zeichen für die Florida-Keys – hier sind wir richtig. Und es ist so lecker! Mit bestem Käse überbackene Brötchen auf ganz frischem Salat – wir genießen. Dass es so etwas auf Guadaloupe gibt! Aber die beiden Damen, die es betreiben, sind von der Insel. Und sogar Seglerinnen.

Erheblich besser Stimmung als vormittags fahren wir heim – wir nehmen den Bus. Und treffen an der Haltestelle Ellen, Mark, Jeremy und Diana aus den USA.

Schnell entwickelt sich ein Gespräch, auch sie sind Segler, schnell sind wir uns sehr sympathisch. Wir würden zurück nach Europa segeln? Ob wir ihren Präsidenten nicht mitnehmen könnten? Sie sind keine Trump-Anhänger, sonder echte „Liberale“, stolz auf das Amerika der Vielfalt. Wir gehen noch ein Bier zusammen trinken – und hoffen sehr, dass wir uns irgendwo wieder sehen.

Und uns, Peter und mir, ist am Ende des Tages doch wieder klar, warum wir uns das alles antun…

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