schimpft Peter, 28.2.2017, als er vom Frühstückseinkauf ohne Brot wiederkommt.
So ganz stimmt das nicht. Zum einen hat er sehr leckere Croissants bei einer bildhübschen Bedienung ergattert, zum anderen gibt es nahe der Marina, die wir mit dem Dinghi anfahren, einen sehr gut sortierten Gemüseladen und einen kleinen Supermarkt, der sogar Frischkäse hat. Aber Brot gibt es in eben diesem Supermarkt erst ab 9! Und da sind wir mit dem Frühstücken fertig!
Aber mit dem Regen – da hat er leider recht. Ein Schauer jagt den anderen, und das verhagelt uns den Besuch der ganz, ganz großen Carnavalsparade in Basse-Terre, der Hauptstadt Guadeloupes.
Denn bei den Schauern wollen wir wirklich nicht vom Boot. Zumal es hier, anders als von Gosier aus, keinen kostenlosen Bus gibt, auch kein Taxi, wie uns jeder versichert. Der Carnaval legt alles lahm.
Um 17 Uhr sieht es so aus, als wenn der Regen eine Pause einlegt, und wir machen uns auf den Weg. Der ist schön – eine Uferpromenade, beleuchtet von schmiedeeisernen Laternen, von denen die meisten sogar funktionieren. Darunter Bänkchen, von denen viele sogar noch existieren…
Und auch die Stadt gefällt uns. Eine harmonische Architektur, keine Plattenbauten, etwas verfallen, nicht gerade reich, aber begrünte Plätze – hier bemühen sich die Bewohner, etwas aus ihrem Ort zu machen. Eine angenehme Atmosphäre. Wie anders als auf Martinique!
Auch Guadaloupe ist ja französisch, aber fast ausschließlich schwarz. Weiße sind hier selten. Aber, oder vielleicht gerade deshalb – es scheint ein weitaus weniger großes soziales Gefälle zu geben. Wir sind angenehm überrascht.
Auch die Parade, „die“ Parade!, ist schöner. die Stimmung ist gut, trotz des Regens.
Wir aber, wir verziehen uns, als es dunkel wird, wieder aufs Boot. Die Kneipen haben alle zu! Der Carnaval hier ist doch etwas anders als der bei uns!
Heute, Aschermittwoch, hatten wir uns darauf gefreut, die Stadt ohne Carnaval zu entdecken. Keine Chance. Alles geschlossen. Basse-Terre schläft den Narrenschlaf. Heute Abend wird der „Valval“ verbrannt und der Carnaval beerdigt. Es regnet wieder…
