Les Saints

19.2.2017

Was wir an Segelstrategie gelernt haben, funktioniert beim Anlaufen von Les Saints leider nicht. Les Saints ist ein sehr begehrtes Ziel, unsere Strategie war, erst nachmittags anzukommen, da alle Franzosen, die von Guadaloupe fürs Wochenende kommen, dann wieder abgelegt haben.

Das erweist sich leider als Irrtum, alle Bojen sind besetzt. Und auch das Ankerfeld ist gut besucht. Es sind Faschingsferien…Wir finden noch ein Plätzchen weit hinten und außen – naja. Müssen wir eben weiter mit dem Dingi fahren.

Als wir den Ort durchbummeln, verstehen wir, warum es hier so voll ist.

Nur 17 Meilen, 34 Kilometer von Dominica, und eine ganz andere Welt.Nur etwa 40 Meilen, 80 Kilometer, vom ebenfalls französischen Martinique entfernt – und doch ganz anders.

Charmant. Etwas angegammelt, aber nicht so, dass es heruntergekommen wirkt. Eher Laissez-faire. Entspannt. Kaum Autos, vor denen man schnell zur Seite springen muss, stattdessen gemütliche Elektrocars. Etwas französisch, etwas karibisch. Und das Beste aus beiden Welten, so scheint es. Hier bleiben wir gern noch etwas länger!

 

 

 

 

Neue Liebe

Portsmouth, 19.2.2017

Wir legen ab Richtung Les Saints. Endlich wieder gutes Brot! Käse! Die kleinen Inseln Les Saints wurden mal von Kolumbus entdeckt, gehören mittlerweile aber zu Guadaloupe und damit zu Frankreich und da kann man bekanntlich sehr gut einkaufen!

Diese kurze Passage vermittelt uns völlig neue Segel-Erkenntnisse. Wir haben Halbwind und setzten zur Abwechslung mal das Großsegel (es wird jetzt etwas segeltechnisch, aber da es auch Segler unter unseren LeserInnen gibt, interessiert und amüsiert es diese vielleicht…)

Ich – Angsthase – bin immer diejenige, die sehr für das Segeln mir nur Fock und Besan plädiert. Es ist viel leichter zu handeln. Muss man das Großsegel nämlich reffen, die Segelfläche also verkleinern, muss man bei unserem Boot dafür in den Wind, damit das Segel keinen Druck mehr bekommt. Der Amwindkurs allerdings, bei dem der Wind von vorn kommt, ist sowieso der kippeligeste, bei dem das Boot gern auf der Seite liegt. Muss man also zum Reffen, das heißt bei starkem Wind, in den Wind, muss man über den „Amwindkurs“ gehen – und der ist sehr unangenehm.

Das kann man vermeiden, wenn man Besan, also das kleine Segel hinten, und Fock segelt. Dafür ist man langsam wie eine Schnecke.

Auf der Passage vom Dominica nach Guadaloupe scheinen wir wenig Wind zu haben, wir setzen also Groß und Fock. Selbst ich habe da keine Bedenken.

Das ändert sich schnell, als wir den Schutz der Insel verlassen, es wird ganz schön kachelig, wie wir von Ferne sehen. Wir reffen das Groß ins zweite Reff. Rechtzeitig. Noch keine große Sache, der Wind ist okay.

Draußen kriegen wir satte 6 Windstärken – und segeln mit gerefftem Groß und Fock ruhig, aber so schnell dahin, wir wir lange nicht waren.

Ha! Neue Segelstrategie. Und ich lerne das Groß lieben!

 

 

 

 

 

Die Abschiedsparty

Portsmouth, 18. 2.2017

Mehr als 200 Segler treffen sich im alten Fort oberhalb Portsmouth an schön gedeckten Tischen. Wir werden mit Bussen dorthin gefahren, es ist der Abschluss der „Yacht apreciation week“ von Dominica.

Geladen hat der Tourismusminister. Es sprechen Staatssekretäre, Marketingoffizielle und andere wichtige Persönlichkeiten, bevor das Buffet eröffnet wird – wir, die Segler, sagen sie, seien Botschafter für Dominica. Und dafür wollen sie uns danken.

Das sind wir doch gern. Zumal es eben P.A.Y.S gibt, eine selbstorganisierte Vereinigung, die für die Sicherheit in der Bucht sorgt.

Es ist ein netter Abend, das Essen ist köstlich, der Wein auch, Marcus taucht auf aus Roseau, an dessen Boje wir lagen, und wir verbandeln ihn gleich mit Sandy und Patrick, denen wir Roseau wärmstens ans Herz legen. Peter erntet dafür einen Rasta-Handschlag – den mit der Faust. Welche Ehre!

Nur die Musik ist höllisch laut, wir flüchten aufs Boot von Patrick und Sandy.

Der letzte gemeinsame Abend für eine sehr lange Weile! Sie wollen mit ihrer „MiVida“ Richtung Panama, ebenso wie die „Koza“, die auch über den Pazifik nach Australien und weiter will. Vier bis fünf Jahre wollen sie unterwegs sein! Wir seien aber immer herzlich willkommen. Danke, aber da warten wir lieber, bis sie wieder in der Türkei sind.

Fast alle unsere Segelfreunde gehen Richtung Pazifik. Nicole und Armin sind schon in Panama, Ben und Steffi wollen auch in die Richtung. Die einzigen, die den beschwerlichen Rückweg über den Atlantik antreten wollen und müssen, sind wohl wir. Und Martin…!

Wiedersehen

Portsmouth, 18.2.2017

Wir steigen gerade in das Kanu, das uns durch den Indianriver gefahren hat, als jemand „Ute“ ruft. Ich schaue mich verblüfft um. Mich, im Dschungel? Es ist eine bildhübsche Frau. Ich kann sie nicht einordnen. „Koza“ hilft sie mir auf die Sprünge. Ebru! Ebru und Nuri von der Koza, die türkischen Segler, die wir in Roccella, Kalabrien, und dann wieder in Le Marin auf Martinique getroffen hatten. Das gibt’s ja nicht! Wie schön! Leider muss Ebru ihrer Herde an Land folgen und wir unserer ins Kanu. Wir verabreden uns, abends auf Kanal 16 zu funken.

Wir wollen abends gern nochmal an Land, Musik in der Stadt genießen, aber Nuri ist krank und sie sind müde und fühlen sich nicht gesellschaftsfähig. Wie schade. Wir wollen am nächsten Tag frühmorgens ablegen, damit wir noch eine Boje vor der guadaloupischen Insel Les Saints ergattern. Die sind begehrt…

Aber wir werden mailen, versprechen wir uns.

Peter und ich also ziehen in die Stadt. Wir sind erschüttert. In der Markthalle schlafen Frauen erschöpft über ihren Ständen. Und auch sonst pulsiert der Ort nicht gerade durch Leichtigkeit. Wir fühlen uns wie Besucher im Zoo und ziehen uns schleunigst zurück.

Dann eben die Kneipe am Strand. Da ist Halligalli, eine Bank neben einem Paar ist noch frei. „Ute?“ fragt die Frau, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Sie heißt Sandy. Und ist sozusagen Ebrus ghostwriterin. Sie und Patrick segeln mit der Koza schon eine ganze Weile, und da Ebru nicht so ganz flüssig im Englischen ist, hilft Sandra, Britin, in Genf lebend, ihr beim Verfassen der Emails. Und weiß so über uns eine ganze Menge!

Da die Musik ohrenbetäubend ist, laden wir die beiden auf unser Boot ein auf ein Glas. Es werden zwei und mehr, erst nach Mitternacht gehen sie von Bord. Große Sympathie auf den ersten Blick. Sandra überredet uns, doch noch eine Nacht zu bleiben. Am nächsten Tag ist eine große Abschiedsparty für die Segler und wir können die „Koza“ nochmal treffen. Nur zu gern!

 

 

Portsmouth

Dominica, 16./17.2.2017

Wir gehen weiter Richtung Norden. In Portsmouth ist eine Woche Yachten gewidmet, Moorings, also Bojen,  gibt es umsonst und es soll ein tolles Beiprogramm geboten werden, Rumpunch inklusive.

Die Moorings sind natürlich schon alle weg, wir stoßen auf ein riesiges Bootsfeld, von mindestens 100 Schiffen. Karibik – einsam? Oh nein.

Na gut, dann ankern wir eben, kein Problem. Das Beiprogramm ist leider schon abgespult worden, Rumpunch kriegen wir auch nicht. Aber Tipps, wo wir mit dem Dinghi an Land gehen können. Am örtlichen Steg. Bloss bitte nicht abschließen, damit die Fischer bei Bedarf das Boot zur Seite schieben können.

Wie bitte – nicht abschließen? Oberster Grundsatz seit Grenada: NIE!!! das Dingi unabgeschlossen lassen! Mit Kette! Motor extra sichern! Nachts aufs Boot holen!

Das alles gilt hier nicht. Hier passt eine Organisation von boatboys auf, dass Segelboote und Dinghis nichts passiert. Und wir fühlen uns – wie auch schon in Roseau – sicher. Wenn euch jemand was klaut, prahlt einer der boatboys, wird er uns kennenlernen! Das glaube ich ihm sogar.

Ihnen ist klar, dass die Segler eine gute und regelmäßige Einnahme sind. Und sie werden alles dafür tun, dass das so bleibt. Ach, könnten das andere Inseln nur auch schaffen…

Die Stadt ist so friedlich, Hühner laufen mitten auf der Strasse! Auch das Einkaufen auf dem Markt ist wieder so angenehm wie in Roseau, freundlich, hilfsbereit, unaggressiv, unaufdringlich. British-freundlich: yes, darling, of course, my dear…

Nachmittags machen wir eine Tour auf dem Indianriver durch den Dschungel. Zauberhaft, die Wurzeln der Bäume, die Spiegelungen. Unglaublich, welche Kunstwerke die Natur hervorbringt.

Wir sind begeistert, leider politisiert unser Bootsführer laut und lange, so dass wir die Stille nicht mit Kolibris und Papageien teilen können. Jederzeit wieder – nur lieber mit einem anderen „guide“.

Fotos – nun ja. Mein Talent, Geräte nicht zu laden, hat mal wieder durchgeschlagen…keine Fotos vom Indianriver, leider, leider…

 

 

Bubble bath

Roseau, 15.2.2017

Keine organisierten Tour heute. Wir gehen in die Stadt, Obst einkaufen. Wie angenehm, nicht bedrängt zu werden. Und die Preise sind auch zivil. Zwei Beutel Maracujas (8 Stück) für 5 karibische Dollar, etwa 1,80 Euro. Da kann man nicht meckern.

Und wir kaufen die Flagge von Dominica! Eigentlich müssten wir sie längst auf der rechten Seite des Bootes führen, aber die Originalschiffsflaggen sind irre teuer. Also erwerben wir eine mit Stiel zum Winken, entfernen das Stäbchen, ziehen stattdessen eine Schnur durch – und schon flattert der Papagei, das Wappentier Dominicas, neben unserem Mast!

Dann möchte ich unbedingt zum Champagne Bath. Ich habe es von damals – 2004 – so in Erinnerung, dass unterirdischer Vulkanaktivitäten Luftblasen durch den Sand im Meer blubbern lassen. Damals hatte mir eine ältere Dominikanerin gesagt, sie gehe oft hierher, denn durch das Baden in dem Wasser werde man 100 und älter – und zwar gesund. Na dann!

Peter kommt mit, obwohl er nun für Strandbaden überhaupt nichts übrig hat. Wir nehmen den Bus, kleine VWs wie in Grenada fahren regelmäßig. . Wie immer, ist das Vergnügen pur – Sightseeing und Leutegucken für wenig Geld.

Das Champagne Bath allerdings entpuppt sich als Champagne Reef – 13 Jahre sind eben doch eine lange Zeit. Das heißt, kein Sandstrand, sondern Felsen. Riffe. Zum Schnorcheln ideal.

Zwar habe ich – für alle Fälle -, im Weggehen noch nach meinem uralten, von Tübinger Freunden vor über 20 Jahren geschenkten Schnorchel, zusammengeflickt mit Strappsen, gegriffen. Aber doll ist der nicht mehr, und wir können nicht gemeinsam schnorcheln. Wie schade!!!

Denn die Unterwasserwelt ist grandios. Zwar sind viele Korallen abgestorben, aber wir sehen wunderschöne Fische. Papageienfische! Blaue, bunte…bestimmt 50 Zentimeter lang. Eine Seenadel. Aber auch Fische mit Stacheln. Ich Angsthase bin sowieso unter Wasser immer zwischen Faszination und Furcht hin-und hergerissen – diese Stachelfische und der Hinweis der Kassiererin am Eingang, wir sollten nichts anfassen – Feuerkorallen! lassen mich nach kurzer Zeit wieder an Land gehen. Trotzdem – wer nach Dominica reist: Champagne Reef besuchen! Aber anständige Schnorchel mitnehmen!

Abends gehen wir noch auf ein Glas zu Ken und Marie aus Florida an Bord. Wir haben die Tour gestern gemeinsam gemacht und uns nett gefunden, obwohl wir, wie sich herausstellt, politisch weit auseinanderliegen. Sie sind Trump-Anhänger! Oh my god. Wir lassen die Politik lieber schnell fallen und geben uns Segeltipps. Das vereint….

Johnny Depp – Die Tour – 2-

Aber es  ist, nicht zu glauben, noch zu toppen.

Wir steuern Titou George an – eiskaltes Wasser, steile Schluchten! Aber wir wagen uns in die Fluten (selbst Peter nach einigem Zögern). Schwimmen unter glattgewaschenen Felswänden, die steil nach oben gehen und kaum Licht erblicken lassen, bis uns eine starke Strömung erwischt und in die Grotte zieht. Ein Trichter, Palmen sehen wir schemenhaft oben an einem kleinen Lichtloch, sonst nur Stein und Wasser.

Hier wurde übrigens auch ein Teil von „Fluch der Karibik“ gedreht und sie machen auch ordentlich Werbung, dass Johny Depp hier schon geschwommen ist – das ist mir völlig egal. Es ist auch ohne Johnny Depp einfach – magisch.

Anschließend besichtigen wir noch die Trafalgar falls, auch das ist beeindruckend, aber unschlagbar war das Schwimmen in der Grotte und die Fahrt über die Insel. Gut, dass wir nicht auf eigene Faust einen Mietwagen genommen haben – wir hätten nur einen Bruchteil dessen entdeckt:

Dominica ist ein Stück Paradies!

Wir hatten einen unvergesslichen Tag.

Man braucht übrigens nicht mit dem Segelboot hierher zu kommen.

Es gibt Flüge nach Martinique, von Fort-de-France geht eine Fähre nach Roseau.

Hier gibt es keine 5-Sterne-Hotels, aber Guesthouses, kleine Pensionen, über die ganze Insel verteilt. Wanderwege! Eine traumhafte Natur. Keine weißen Sandstrände, aber kristallklares Wasser. Freundliche, humorvolle Menschen. Also, wenn Ihr mal wieder der Kälte entfliehen wollt…!!!

 

 

Die Tour – 1-

Dominica, 14.2.2017

Um 9 Uhr werden wir von Mr. Bean abgeholt. Er organisiert Touren um die Insel. Diesmal, verspricht er geheimnisvoll, haben wir „Seacat“ persönlich als „guide“, als Reiseleiter also.

„Seacat“ gehören nicht nur einige Bojen, er ist überhaupt ein kleiner Fürst. Kennt hier jeden, sorgt für jeden hier, sagt er selbstbewusst. Und eigentlich wäre er Gouverneur, es ist ihm nur zu viel Arbeit.

Wir haben Glück, ihn als „guide“ zu haben.

Denn Seacat liebt seine Insel. Und er will, dass wir das auch tun. Wir sollen sie richtig kennenlernen. Mit allen fünf Sinnen.

Er kredenzt uns Kokoswasser aus frisch geöffneter Kokosnuss, Maracujas, Tamarinde, Kakao, zerreibt Blätter und hält sie uns unter die Nase: Lorbeer! Grapefruit! Zitronengras! Erklärt uns alles, was am Wegesrande wächst, und das ist viel. Schon von der Fahrt sind wir berauscht.

Dann sind wir dran. Eine Stunde Wanderung um den Fresh Water Lake, unzählige Stufen rauf und runter durch den Dschungel. Wir keuchen, aber es ist schön. Dominica eben mit allen Sinnen erkunden.

 

 

 

 

 

 

 

Die Docs

Dominica, 13.2.2017

Abends gehen wir noch ins „Städtle“, auf ein Bier. Alles zu, alles, was tagsüber einladend gewirkt hatte. Naja, es ist Montag, kein Kreuzschiff zu sehen, und warum auch sollten auch in dem kleinen Ort leere Kneipen winken…

Eine finden wir ein winziges Häuschen, in der oberen Etage gibt es ein Restaurant.

Die kleine Hütte ist halb voll, eine Gruppe von etwa 10 Menschen hat gerade gegessen und ist bester Laune. Skandinavier, vermute ich.  Sie haben alles leergefuttert, für uns gibt es nichts mehr.

Macht nichts. Und dann stellen wir fest, dass es Deutsche sind, junge Mediziner aus allen möglichen Städten, Gießen, Mainz, Hannover, Magdeburg, die sich einen Kurzsegeltrip gegönnt haben , eigentlich aber ein viermonatiges Praktikum im Krankenhaus von Fort-de-France auf Martinique machen. Da war ich mit meinem Arm! Sie sind leider auf anderen Stationen.

Das ist eine Freude! Wir tauschen uns aus über Berufsperspektiven, Studienerfahrungen, Segelerlebnisse…irgendwann müssen sie leider los, wieder auf ihr Boot. So nett! Wer weiß, vielleicht treffen wir uns auf einem Törn wieder. Das wäre schön.

Als sie weg sind, kommen wir mit der Köchin ins Gespräch, die dann doch noch ein kreolisches Hühnchen hervorzaubert. Sie ist total zufrieden mit ihrem Leben. Die Dominikaner, sagt sie, wollen es nicht anders, als es jetzt ist. Zeit haben für Gespräche, sich noch ins Gesicht schauen können. Keinen Flugplatz für mehr Tourismus. Was sie haben, reicht.

Und das merkt man der Insel an. Die Menschen wirken zufrieden. Keine Aggressivität ist spürbar. Dominica ist schwarz. Und selbstbewusst. Freundlich, aber nicht devot. Die Einwohner sind stolz auf ihre eigene Kultur, ein Denkmal in der Innenstadt unweit des Platzes, wo einst Sklaven feil geboten und gekauft wurden, gibt Zeugnis davon. Es mahnt keine Dankbarkeit an dafür, die Freiheit gewonnen zu haben, sondern erinnert daran, was die Sklaven geleistet haben: Sie haben Reichtum überhaupt erst auf die Insel gebracht, sie zu dem gemacht, was sie ist. Und sie können stolz auf ihre afrikanischen Wurzeln sein und sollen ihre afrikanische Kultur weiter pflegen.

Was mich am meisten fasziniert : Wir sehen fast keinen Jugendlichen, der das Handy vor dem Gesicht hat. Ganz anders als auf allen anderen Inseln. Ist Dominica ein Stück Paradies?

Wir werden es am nächsten Tag sehen, da fahren wir über die Insel.

Underneath the mangrove trees

Roseau, 13.2.2017

Wir klarieren ein, von unserem neuen Liegeplatz aus keine Entfernung mehr. Es geht problemlos, freundlich, und günstig. 10 ECs, das sind 3 Euro. Und ausklarieren können wir auch gleich, d.h. wir müssen nicht mehr „aufs Amt“, bevor wir Dominica verlassen.

Ich bin aufgeregt. Vor 13 Jahren war ich schonmal auf Dominica und wollte gleich dort bleiben, weil es mir so gut gefallen hat. Ob Peter das aber auch findet? Wie hat sich die Stadt entwickelt?

Gut! Nicht weiter heruntergekommen, sondern schöne, gepflegte bunte Häuschen. Karibik mit gutem Gefühl. Peter gefällt es hier bis jetzt am besten in der Karibik. Vielleicht profitiert Roseau von den viele Kreuzfahrtschiffen, die hier anlegen und von Seglern und Rucksacktouristen natürlich mit totaler Verachtung betrachtet werden. Phhh – all inclusive, Massenabfertigung, kein Meeresgefühl…(Ehrlich gesagt, würde ich glatt mal eine Kreuzfahrt machen – was für ein Luxus, das Meer vorbeiziehen zu sehen und total versorgt zu werden. Ohne großes Geschaukel!!! Aber das würde ich Peter nie erzählen…)

Jedenfalls scheint es Roseau gut bekommen zu sein, hoffentlich ist es nicht so wie in Cartagene/Spanien: außen hui (für die Kreuzfahrtschiffsbesucher), innen pfui (weil das Geld nicht reicht und der Rest des Landes vernachlässigt wird). Wir werden es morgen sehen. da unternehmen wir eine Tour ins Landesinnere. Und sehen hoffentlich ein bisschen hinter die Kulissen!