Portsmouth, 19.2.2017
Wir legen ab Richtung Les Saints. Endlich wieder gutes Brot! Käse! Die kleinen Inseln Les Saints wurden mal von Kolumbus entdeckt, gehören mittlerweile aber zu Guadaloupe und damit zu Frankreich und da kann man bekanntlich sehr gut einkaufen!
Diese kurze Passage vermittelt uns völlig neue Segel-Erkenntnisse. Wir haben Halbwind und setzten zur Abwechslung mal das Großsegel (es wird jetzt etwas segeltechnisch, aber da es auch Segler unter unseren LeserInnen gibt, interessiert und amüsiert es diese vielleicht…)
Ich – Angsthase – bin immer diejenige, die sehr für das Segeln mir nur Fock und Besan plädiert. Es ist viel leichter zu handeln. Muss man das Großsegel nämlich reffen, die Segelfläche also verkleinern, muss man bei unserem Boot dafür in den Wind, damit das Segel keinen Druck mehr bekommt. Der Amwindkurs allerdings, bei dem der Wind von vorn kommt, ist sowieso der kippeligeste, bei dem das Boot gern auf der Seite liegt. Muss man also zum Reffen, das heißt bei starkem Wind, in den Wind, muss man über den „Amwindkurs“ gehen – und der ist sehr unangenehm.
Das kann man vermeiden, wenn man Besan, also das kleine Segel hinten, und Fock segelt. Dafür ist man langsam wie eine Schnecke.
Auf der Passage vom Dominica nach Guadaloupe scheinen wir wenig Wind zu haben, wir setzen also Groß und Fock. Selbst ich habe da keine Bedenken.
Das ändert sich schnell, als wir den Schutz der Insel verlassen, es wird ganz schön kachelig, wie wir von Ferne sehen. Wir reffen das Groß ins zweite Reff. Rechtzeitig. Noch keine große Sache, der Wind ist okay.
Draußen kriegen wir satte 6 Windstärken – und segeln mit gerefftem Groß und Fock ruhig, aber so schnell dahin, wir wir lange nicht waren.
Ha! Neue Segelstrategie. Und ich lerne das Groß lieben!
