Er springt an auf Knopfdruck und schnurrt wir ein Tiger.
Bloss leider können wir nicht fahren.
Das Kühlwasser, dass durch den Auspuff nach außen geleitet wird, fließt zurück! Unser neuer ist halt doch schwächer als unser alter. Der Yanmar schafft es nicht, genug Druck aufzubauen, um das Wasser aus dem großen Auspuffrohr nach draußen zu befördern. Ganz schlecht. Denn dann droht, Wasser zurück in den Motor zu laufen.
Wir müssen also den Auspuffschlauch im Durchmesser verkleinern.
So ein Mist.
Wir hatten gehofft, morgen losfahren zu können!
Na gut.
Auf der anderen Seite haben sich gerade heute richtig nette Bekanntschaften ergeben.
Zum Beispiel mit Anders, einem Dänen, der sich Anner ausspricht, weil man im Dänischen das „d“ nicht spricht. Na sowas. Er kennt uns von den Kapverden, er ist uns leider nicht in Erinnerung. Hatte die gleiche Erfahrung wie wir auf dem Wasser – rollig, nicht angenehm. Er will mit seiner Familie weiter nach Kolumbien und Panama – schade, dass wir nicht die gleiche Route haben.
Dann ist da Bilka, eine Estin, die mit ihrem riesigen Katamaran vor uns hier in der Werft gelegen ist (samt Mann). Ich treffe sie in der Gluthitze auf dem Platz wieder. Sie wollen nach Antigua, ein Rennen segeln. Sie sind Regattasegler, fahren von einer Regatta zur nächsten. Ihre Augen leuchten. Manche Rennen macht sie auch nur mit einer Frauencrew. Au ja, da kann ich was von ihr lernen, ich hab schon Schiss, wenn ich daran denke, die Bahamas hochzusegeln. Die Bahamas! Ihre Augen leuchten wieder! Da gibt es Haie! Du musst ganz ruhig bleiben. Und wenn einer angreift, nach ihm treten! Sagt sie. Ich werde es beherzigen…Und hoffe, dass wir uns in Antigua wieder sehen. Ich jedenfalls werde ihr an der Ziellinie zujubeln – von Land aus…
Und dann ist da Barbara, die ich in der Bäckerei treffe. Aus den USA. Nein, nein, sagt sie sofort, ich habe Trump nicht gewählt! Mit dem habe sie nichts zu tun, und sie ist entsetzt über das, was grade in den Staaten passiert. Wir kommen ins Reden und Reden und stellen fest, dass sie an der gleichen Uni wie ich in Florida studiert hat. In Gainesville. Allerdings etwas früher. Die Welt ist klein. Wir könnten noch stundenlang quatschen, aber ich muss dann doch mal los zu Peter, der auf das Brot zum Mittagessen wartet. Wir hoffen, dass wir uns wieder treffen. Und vielleicht – besucht sie uns ja mal in Baden-Baden. Sprich einem Amerikaner keine Einladung aus, flachst sie. Die kommen! Na, aber gern!
Grund genug zum Feiern. Fast fertig! Wir sind optimistisch. Deshalb lade ich heute Abend Peter zum Essen ein. In ein etwas schickeres Lokal, das sehr gute Küche haben soll. Wir berichten!
