Mein Vorsatz, künftig vernünftig zu sein und mich nicht mehr aufzuregen, hält nicht mal einen Tag. Heute kommt der Dieseltank raus.
Es macht wenig Sinn, einen neuen Motor einzubauen und den alten Tank zu behalten. Der ist voll Schmodder (ein ewiges Problem bei Booten), der sich über Jahrzehnte angesammelt hat, und moderne Motoren sind da noch anfälliger als unser alter Volvo. Der Tank muss also endlich raus!
Er ist unter den Bodenbrettern verborgen, stabilisiert durch einen Holzsteg. Der Chef der Firma kommt und misst – der Tank müsste grade so eben durch die Luke gehen, 5 Mm Platz rechts und links.
Das ist bei Lichte betrachtet falsch gemessen. Der Tank passt nicht durch die Luke.
Erst muss das stabilisierende Holzbrett, von dem wir dachten, es könne weggeschraubt werden, zersägt werden.
Dann muss das Tankmonstrum aus dem GFK gebrochen werden. Das ist der Zeitpunkt, wo ich mich hinter meinem Solitaire-Spiel verschanze und nicht mehr hingucke – die Geräusche reichen mir.
Tja, und dann steht er da und guter Rat ist teuer. Peter schraubt die Griffe der Luke weg, damit man sie weiter aufziehen kann. Reicht noch nicht. Er passt nicht durch.
Dann eben noch die Verkleidung wegschrauben. Mir bricht fast das Herz. Das ganze Boot wird auseinandergenommen, verdammt!
Dann hieven vier starke Männer den Tank, geschätzte 150 Kilo schwer, über das Großfall, das Tau also, das eigentlich das Großsegel hält, per Winsch, also über eine Rolle, in die Höhe. Und stemmen ihn mit Ach und Krach durch die Luke. Das Holz schrabbelt, es knirscht…Ich hätte wirklich heimfliegen sollen! Kriege aber wenigstens heute mal keinen Heulkrampf, sondern beiße mir auf die Zunge und spiele verbissen Solitaire.
Dann ist er draußen! Eine Riesensauerei darunter in der Bilge, dem Boden des Schiffes. Wir bekommen dafür einen Staubsauger. Und dann…haben wir endlich eine saubere Bilge!!! Und sauberen Diesel! Und sooo viel ist auch nicht kaputt gegangen…
