Diesmal stehen wir etwas später auf – nur 50 Meilen, Cefalu ist unser Ziel. Vor dem Frühstück gehen wir schwimmen und schnorcheln. Ein Schwarm schwarzer kleiner Fische schwimmt mit mir, ich könnte sie fast berühren! Pure Glückseligkeit.
Der Wind kommt endlich mal von hinten – aber zu schwach, um uns vor sich herzutreiben. Schade. Wir motoren also wieder und nehmen die Fock dazu.
50 Meilen, das ist mittlerweile ein Klacks – früher war das auf Törns ab und an mal ein Tagesziel und die absolute Ausnahme. Jetzt haben wir den Luxus, uns noch im Hellen den Ort anschauen zu können. Wir wollen ankern in der kleinen Bucht vor dem Städtchen, es ist bestimmt sehr romantisch.
In die kleine romantische Bucht steht der Schwell. Das Boot schaukelt wie wild, an ankern ist nicht zu denken. Also gehen wir eine Bucht weiter vor die Marina. Auch das ist nicht angenehm, passenderweise steht der Hafenmeister am Steg und winkt wie wild. 35 Euroí die Nacht, alles inklusive. Na gut – für ruhiges Schlafen ist das okay.
Ruhig ist wahrlich anders. Wir haben ja schon viele Schrammelstege kennengelernt in der Türkei, aber da gab es tolles Essen und die Mitarbeiter waren extrem hilfsbereit. So etwas wie hier haben wir noch nie gesehen. Der Hafenmeister hilft herzlich wenig. Das Boot schaukelt, da hätten wir auch in der Bucht bleiben können. Der Steg – kennt ihr noch die Stege auf dem Rummelplatz, über die man versuchen konnte, zu laufen, die aber so schwankten, dass man unweigerlich auf die Nase fiel? So ungefähr sind diese auch. Eine echte Katastrophe.
Nichts wie weg! Aber wohin? Die Wetterprognosen sind schlecht. Eine Sturmwalze zieht Frankreich entlang und erreicht in den nächsten Tagen Sardinien – genau unsere Route. Was also tun? Hier ausharren? Wir wollten weiter, die Zeit läuft!
Wir konsultieren die „Wetterwelt“, ein massgeschneidertes Törnprogramm, das das Wetter auf der geplanten Überfahrt genau prognostiziert. Wenn wir am Sonntag ganz früh aufbrechen…vielleicht klappt es.
Dann wagen wir uns doch auf den schwankenden Steg und gehen in den Ort. Zum Glück! Cefalu ist bezaubernd. Alt, aber gut erhalten, touristisch, aber nicht rummelig. War doch gut, hierher gekommen zu sein. Und bei einem Blick auf die Bucht stellen wir fest: wir sind in der Marina doch noch etwas besser aufgehoben!

