Taormina

Die Nacht ist unruhig. Wir bekommen den Schwell, Nachwirkungen des Gewitters, aus allen Richtungen ab, mal schaukelt das Boot von vorn, mal von hinten, mal von den Site – und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, schaukelt mit und lärmt. Ziemlich gerädert wachen wir auf.

Und telefonieren mit Tommaso in Roccella, um ihm von den unschönen Entwicklungen zu berichten. Soweit das geht. Tommaso spricht kein Englisch. Mein Italienisch ist, um zu übertreiben, bescheiden. Irgendwie radebreche ich ihm, was los ist, und er verspricht, Abhilfe zu schaffen. Das kann dauern.

Wir erkunden inzwischen Taormina. Lassen das Dinghi im Yachthafen und blechen 5 Euro (runtergehandelt, er wollte 10! Die Yachtclubs gehören der Mafia!), und nehmen den Bus in die Stadt hinauf.

Traumschön ist Taormina, überwacht vom Ätna. Alte Häuser, Gassen, das alte griechische Theater beeindruckend, hier begegnet uns auf Schritt und Tritt Geschichte. Taormina verbindet geschickt Historie und neue Kultur. In einem wunderbaren alten Gemäuer gibt es eine Miro-Ausstellung, im Kino gegenüber werden Filmfestivals abgehalten, im griechischen Theater nicht nur Opern gegeben, hier hat Rick Wakeman vor kurzem gespielt. Schade, dass wir das verpasst haben.

Aber voll ist es – wir sind diese Menschenmengen gar nicht mehr gewöhnt. Trotzdem genießen wir den Abend sehr und bedauern, den angeblich letzten Bus um halb 9 zurücknehmen zu müssen. Es stellt sich heraus, dass es zum einen noch spätere Busse gegeben hätte. Zum anderen, dass dieser Bus nicht wie ausgeschrieben zum Porto fährt, sondern Jottwedeh hält – wegen irgend einer Prozession. Das, erklärt uns eine freundliche Deutsche, die auf der Insel arbeitet, ist Sizilien!

 

 

 

 

 

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