Stocco

Wir verabschieden uns von Jolanda und Giulio – auf ein letztes Glas. Sie überlegen kurz und fragen dann, ob wir nicht mit ihnen eine Kleinigkeit essen wollen? Immer gerne, zum einen können wir dann noch Zeit mit den beiden verbringen, zum anderen müssten wir sonst das Boot aufräumen und reisefertig machen.

Die „Kleinigkeit“ entpuppt sich als ein Stockfischessen in Mammola. Mammola hatte uns Carla bereits empfohlen, wir hatten es damals mit dem Auto nur nicht mehr geschafft. Jetzt werden wir von Giulio zu einem der leckersten Fischrestaurants Kalabriens kutschiert. Spezialität: Stockfisch. Stockfisch ist getrockneter Kabeljau, eine typisch kalabrische Delikatesse. Jolanda und Guilio bekommen glänzende Augen, wenn sie erzählen, dass dieser Fisch eben hier anders schmeckt als in Norwegen oder in Portugal, weil das Meerwasser ganz anders ist.

Wir bekommen ihn in allen Variationen serviert. Roh, wie Sushi zubereitet (hervorragend! Man schmeckt bei jedem Bissen das Meer!), frittiert, mit Kartoffeln und Tomaten garniert, mit Bohnen gekocht (auch sehr lecker!), als Fischbällchen – eins köstlicher als das andere. Nach den Antipasti geben wir auf – es hätten noch gefolgt: primo poiatto (Gnocchi mit Pilzen und Stocco), Stocco in Tomatensoße…Hilfe! Wir bekommen die Reste mit, damit wir am folgenden Tag nicht auf der Reise verhungern. Als Digestif bietet das Restaurant selbstgemachte Liköre: Fenchel und Limoncello – so gut! Nicht zu vergleichen mit dem Zuckerzeug, das man gemeinhin im Supermarkt kaufen kann.

Dann: Der Abschied. Wir versprechen, dass wir uns wiedersehen. Die Chancen stehen gut, denn wir können uns gut vorstellen, das Boot im Winter in Roccella zu lassen. Und Jolanda und Giulio reisen gern und viel, auch nach Deutschland. Da ist ein Abstecher nach Baden-Baden doch ein Muss!

 

 

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