Powerwalking

Carla hatte die Idee. Carla, die freundliche Carla im winzigen Tourist-Office der Marina, erblickte uns beim täglichen Bier in der Bar nebendran und lud uns ein zum Fitwalking. 10 Kilometer, nur zwei Stunden, super Sache, macht sie regelmäßig. Obwohl, diesmal ist es Powerwalken, etwas länger, 15 Kilometer. Aber machbar, keine Frage. Wer kann dazu schon nein sagen. Zumal wir uns seit zwei Monaten außer gelegentlichen Miniwanderungen und dem Fahrradstrampeln in die Stadt nicht wirklich bewegen…Allerdings – 15 Kilometer? Dreimal Ebersteinburg-Baden-Baden? Zweimal Ebersteinburg-Merkur??? Egal, kneifen ging eh nicht mehr. Obwohl uns leicht mulmig wurde, je näher der Termin kam.

Sonntag, 17:30 Uhr, am Platz mit den Säulen. Die ersten Fitnessbegeisterten sind schon da, entsprechend gekleidet. Wir kommen in Shorts, T-Shirt und immerhin Turnschuhen. Es sind am Ende über 50 ältere, junge, beleibte, superschlanke, Fitnesstrainerinnen, Hausfrauen, Rentnerinnen und Rentner, die loslaufen bzw. -gehen. Und das ist wenig. Beim großen Walkevent Mitte August kamen über 2500 Walkerinnen und Walker aus der ganzen Gegend.

Die Verwaltung von Roccella ist sehr rührig, sie organisiert nicht nur das Jazzfestival, sondern auch Sportveranstaltungen. Und das bekommt nicht nur dem Körper, sondern offensichtlich auch der Gemeinschaft der Dörfer untereinander sehr gut.

Wir starten unter der Regie von Fausto. Fausto, ein durchtrainierter Endfünfzigjähriger, cooles Haarband, Ray-Ban-Sonnenbrille. Eine wichtige Person, in zahlreichen Vereinen tätig, raunt Carla mir zu – kann ich mir vorstellen. Macht ihn mir nicht sympathischer.

Aber er macht seine Sache wirklich gut. Wir starten und schnell trennt sich die Spreu vom Weizen. Nach zwei Kilometern geht es unerbittlich den Berg hoch –ziemlich hoch und das ziemlich lange.

Es zeigt sich, wie erstaunlich trainiert die meisten sind. Die Spitze schickt Fausto mit einem Trillerpfeifen auf eine Extrarunde und sammelt so die langsamsten wieder ein. Niemand hat das Gefühl, zurückzubleiben.

Wir laufen durch eine wunderschöne, einsame Landschaft, die wir ohne den Lauf nie gesehen hätten. Es lohnt jeden Schritt. Und das bei 30 Grad.

Nach zweieinhalb Stunden traben wir wieder in Roccella ein. Alle haben durchgehalten! Wir sind total groggy und spüren unsere Beine kaum noch.

Und belohnen uns mit Spaghetti in unserem Lieblingsristorante. Über 1000 Kalorien haben wir laut Carlas Fitnessbarometer verbrannt, dann können wir ja wieder zuschlagen.

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert