It’s a long way…

…. eine passable Seglerin zu werden…!!!

Normalerweise schlafen wir auf dem Boot in Buchten wie ein Kind in der Wiege – es schaukelt sacht und der Wind weht uns in den Schlaf. Manchmal allerdings ist uns der Wind nicht so wohlgesonnen und dann…wie in Kos. Er hat gedreht, der Wind, und bläst uns kabbelige Wellen entgegen. Das Boot geht hoch und runter, hoch und runter, jeweils um die 1,50 Meter. Ich weiß, es gibt Menschen, die für so ein Vergnügen viel Geld in Rust bezahlen -ich hasse es. Das Frühstückmachen wird zur Akrobatiknummer. Alles, was rutschen kann, rutscht, immer muss man sich festhalten, aufpassen, dass der Kessel auf dem Herd bleibt…bäh. Wind und Wellen zerren an den Nerven.

Vielleicht liegt es daran, dass ich  buchstäblich durch den Wind bin. Die ersten Regattaboote laufen aus der Marina aus und üben und damit wir nicht mit den Teilnehmern verwechselt werden, setzen wir einen Ankerball, der anderen Seglern signalisiert: Die segeln nicht, die liegen vor Anker. Im Tran suche ich nach dem richtigen Tau , löse eins, lasse es dann aber, weil zu kurz, liegen. Kurz darauf macht mich mein sanftmütiger Mann vorsichtig darauf aufmerksam, dass der Baum hängt…die „Dirk“!

Zum Verständnis: Das Großsegel sitzt quasi auf einem Baum, der am Mast hängt. Ist das Segel geborgen, wird der Baum von der „Dirk“ gehalten. Wird das Segel gesetzt, kann die „Dirk“ (liebe Freunde in der Weinbergstrasse, sie heißt wirklich so!) gelöst werden. Wird die Dirk gelöst, ohne dass das Segel gesetzt ist, fällt der Baum – und kann den, der darunter steht, böse verletzen. Ich habe also die Dirk gelöst… Mein Albtraum. Vielleicht sollte ich doch lieber golfen gehen? Oder Strümpfe stricken??? Oder selbst die Segel setzen, damit ich die Taue und Falle und wie sie alle heißen, nicht mehr durcheinander bringe…

Zum Glück startet die Regatta und das Schauspiel verdrängt selbstzerfleischende Vorwürfe.

Über 60 Boote, Rennziegen, aber auch normale Bavarias und Benetaus (das sind sozusagen die Renaults und VWs unter den Booten) machen sich warm.

Dann fällt der Startschuss. Und die Boote schießen los. Selbst in der ziemlich großen Bucht kommt es zu gefährlichen beinahe-Zusammenstößen bei Manövern. Auch wir bleiben nicht unverschämt, als uns ein italienisches Boot fast rammt – der Skipper hatte uns nicht gesehen! In letzter Minute drehen sie lachend ab.

Die Boote haben eine Schräglage, die wir Warmduscher und „Flautensegler“, wie Peter lästert, niemals fahren würden. Aber zum Zugucken ist es toll.

Eine Stunde haben sind auch die letzten Nachzügler die Startlinie passiert und wir können in die Marina einlaufe. Platz ohne Ende! Und endlich wieder eine ruhige Nacht!

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