16.7. – Der Albtraum

Wir schlafen tief, als Peters Handy klingelt. Halb ein Uhr nachts? Das verheißt nichts Gutes.

Es ist Hans-Werner.Ob wir nichts mitbekommen hätten? In Ankara und Istanbul stünden Panzer auf der Strasse, das Militär würde putschen.

Wir stehen senkrecht im Bett. Von draußen scheinen sich Menschen um Radios und ihre Smartphones zu sammeln, Reportagefetzen dringen zu uns, von denen wir natürlich nichts verstehen.

Wir schnappen uns Dinghi und Laptop und gehen an Land. Uns kommen drei Segler entgegen, die mitten in der Nacht auslaufen – das ist merkwürdig.

Bei „Adamik“ sind noch ein paar Menschen wach. Internet? „Not working“. Gesperrt? Das klingt ernst.

Kurz darauf geht es doch, wenn auch langsam, und wir rufen Spiegel und ARD abwechselnd auf. Es klingt absolut bedrohlich, was wir lesen. Ausnahmezustand, Ausgangssperre, Tote. Hans-Werner und Sebastian bringen uns per Handy auf den neuesten Stand. Ich versuche vergeblich, das Auswärtige Amt zu erreichen.

Adamik will uns beruhigen. Im Ausnahmezustand würde die Gendarmerie die Lokale schließen – aber sie hätten doch noch offen! Und versucht zu scherzen: Er wäre der Sohn der Familie, der im Kriegsfall einberufen würde, wenn er also morgen um 10 noch da wäre – keine Gefahr. Dabei zittert seine Hand.

Auch türkische Gäste winken beruhigend ab. Wahrscheinlich mal wieder ein Coup von Erdogan selbst, damit könne er richtig gegen Kritiker und das Militär durchgreifen und stünde dann als Held da. Wir zweifeln…

Im Ort sonst ist sonst absolut nichts zu spüren. Keine Polizei, kein Militär, alles normal. Irgendwann gehen wir dann höchst besorgt und angespannt ins Bett…

 

 

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