Wir haben einen Plan…

…und irgendjemand muss sich köstlich darüber amüsieren.

Unser Plan sieht so aus: auf Wunsch einer einzelnen Dame nach Palamut Bükkü segeln, von da aus um Knidos in den Gökovagolf, den wir noch gar nicht kennen, dann nach Bodrum und am 18. nach Kos. Da haben wir ab dem 19. reserviert, doch die Wetterkarte sieht ab dem 18. abends auf Alarmstufe gelb, sprich: Es gibt galewarning, die Vorstufe der Sturmwarnung. Nichts, was sich nicht bewältigen ließe, und der Weg von Bodrum nach Kos ist kurz, aber auch nichts Angenehmes, Montag ist der Wind noch friedlicher. Ein guter Plan.

Wir starten spät ab Bozburun.

Erstmal kaufen wir Brot, selbstgebacken von der Mutter des Ladenbesitzers, wie dieser glaubhaft versichert. Tomaten, die diesen Namen auch verdienen, Gurken, saftig, knackigen Salat…und dann beherrschen wir unseren Kaufrausch, weil wir soviel dann doch nicht essen.

Peter möchte noch ins Männerparadies, das ist nicht das, wonach es klingt, sondern ein Laden mit Schräubchen, Mütterchen, Schäkeln, Farben, Tauen, kurz allem, was Bastler glücklich macht. Peter braucht einen Stiel, damit unser Sonnendach nicht mehr einfällt.

Allein der Laden und die Strasse sind einen Besuch wert, hier reiht sich Handwerksladen an Handwerksladen, dazwischen zeigt der Metzger sein ganzes Lamm im Schaufenster, bietet der „kuaför“ seine Dienste an.

Ich möchte noch zur Post, Briefmarken kaufen, weil ich – old school – gerne Postkarten verschicke. Die müssen allerdings noch geschrieben werden, da bietet sich das Kahve an der Hafenstrasse an, in dem die alten Kapitäne sitzen und schmöken.

Danach ist es 12, bis wir loskommen. Alles funktioniert. Der Wind verspricht, perfekt zu werden. Noch aber sind wir unter Motor, bevor wir die Fock setzen. Ein Boot will uns schneiden, wir geben kräftig Gas, um vorbeizukommen, da leuchtet unser berüchtigtes rotes Lämpchen wieder. Oh nein! Wir stoppen den Motor sofort und holen die Fock raus. Phh, wir segeln sowieso. Blöde Lichtmaschine.

Es lässt sich gut an. Wunderbarer Wind,. 5 Knoten Fahrt machen wir, das ist okay. Alles gut. Peter hängt über dem glühendheißen Motor und versucht, den Fehler zu finden. Nichts.

Dann wird es flauer, der Wiund nimmt ab. 4 Knoten. Immer noch okay.

Wenig später: 3,8 kn, 3,5, kn, 2,7 kn. Es wid schon enger.

Irgendwann stehen wir ganz. 0,4 Knoten machen wir noch. Wagen aber nicht, den Motor zu starten. Die Windfrontvor uns ist sichtbar! Eine Viertelstunde noch, dann haben wir ihn! Doch wir kommen und kommen nicht vorwärts.

In unserer Not rufen wir Emre an, der meint, ohne Lichtmaschine zu Motoren sei keinProblem. Also – endlich Motor an. Wir haben den Wind fast erreicht, sind froh, dass der Motor rsp. Lichtmaschine gehalten haben, da geht das berühmt-berüchtigte Lämpchen aus…irgendjemand will uns hier zum Narren halten!

Wir haben den Wind endlich erreicht. Und reffen kurz darauf.

Hat mal jemand von der Freiheit des Segelns erzählt? Bullshit!

Ohne weitere Vorfälle segeln wir nach Datca.

Datca hat uns eigentlich immer ganz gut gefallen, eine kleine türkische Stadt, überschaubar, normal. Diesmal finden wir keinen Zugang. Datca ist sehr voll, in der Türkei sind Ferien und alle drängt es an die Küste. Nach dem beschaulichen Bozburun ein regelrechter Kulturschock.

Wenig später kommen Emres Mannen, um sich der Lichtmaschine erneut anzunehmen. Sie basteln und basteln, verbringen zwei Stunden im Motorraum und kommen zu der Erkenntnis, dass unser „Sterling“, ein „booster“, der die Energie in den Batterien regelt, eine Macke hat. Na super.

Erledigt schlendern wir nochmal durch den Ort. Eigentlich wollten wir selber kochen (die Bordkasse!), aber wir haben keine Lust mehr. Also suchen wir eine nette Kneipe. Und finden nichts, was uns anmacht. Zu voll, zu laut, zu…und überhaupt. Mehr aus Erschöpfung als aus Überzeugung landen wir in einer kleinen Lokanta, die Küche wohnzimmergroß, davor sechs kleine Tische. Mehr nicht. Eigentlich haben die einen guten Ruf, aber unser Wrap ist nicht der Hit und vor allem Peters Adan kebap entpuppt sich als zwei kleine wenig schmackhafte Hackfleischröllchen auf einer halben Pide.

Dieser Tag lief irgendwie nicht so ganz, wie wir gedacht hatten…

 

 

 

 

 

 

One Reply to “Wir haben einen Plan…”

  1. Hallo Ihr beiden,

    verfolge Eure Reise mit Spannung. Hoffe, Ihr kriegt das mit der Lichtmaschine in den Griff, ihr habt ja noch was vor 🙂

    Liebe Grüße

    Claus P. aus E.

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