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Das große oder zumindest halbgroße Fußballevent gucken wir ins Marmaris. Ach, Marmaris! Bislang unsere türkische Lieblingsstadt (bei mir gleichauf mit Fethyie). Nicht eigentlich schön, aber trubelig, lebendig, Hier haben wir vor ein paar Jahren Silvester gefeiert, im „Fellini“, mit Türken gelacht, getanzt, uns gefreut. Dahin zieht es uns wieder.

Ey, begrüßt uns einer der Kellner, dessen Namen ich leider nicht weiss, ihr kommt doch sonst nur an Weihnachten! Sie kennen uns noch, nach Jahren und hunderten Gästen, die inzwischen hier gespeist haben. Die Begrüßung ist herzlich. Das „Fellini“ bietet auf der Karte vorwiegend italienische Küche, die Pizza indes ist, nunja, nicht ganz KuGlike, die Paste etwas sehr al dehnte, also alles nicht gerade cucina italiana autentica, aber der Wein ist gut und sie sind eben unheimlich nett.

Dann kommt auch noch „knife“, ein etwas irre aussehender magerer Typ mit dünnem, strähnigem Pferdeschwanz und tatoos, Türsteher oder capo oder beides, und umarmt und umarmt uns und freut sich, uns wieder zu sehen. Er ist aus Albanien, erfahren wir. Das erklärt vielleicht die eigenwillige Interpretation der italienischen Küche…

Das Spiel schauen wir auf zwei Monitoren in einer anderen Kneipe. Das Ergebnis – lassen wir das. Eine Sauerei, der Elfmeter! Und sie haben so gut gespielt! Die Türken, die mitgucken – darunter hinter mir ein Tisch mit türkischen Frauen in den besten Jahren-, drücken uns mitfühlend die Hand. Von den Friktionen auf politischer Ebene ist hier überhaupt nichts zu spüren.

Wir eilen zum Dolmusbahnhof und erfahren, das „finish“. Entweder haben wir falsch geguckt oder der Fahrer hat keine Lust mehr – wir müssen ein sauteures Taxi nehmen. Auch das noch!

Aber trotzdem – der Abend war toll!

 

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